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wissen.de Artikel

Steinschlag

Steinschlag im Hochgebirge

Aufgrund ihrer höheren kinetischen Energie, stürzen große Felsbrocken weiter den Hang hinab.

Das Herabstürzen einzelner größerer Gesteinsbruchstücke, die in exponierten Steilwänden nicht liegen bleiben. Meist setzt Steinschlag mit der beginnenden Erwärmung am Tage ein, da Klufteis zwischen den gelockerten Felsen, das sie vorher vorübergehend zusammenhielt, langsam auftaut. Daher ist Steinschlag gerade in stärker durchfeuchteten Wandpartien sehr häufig. Ebenso können kräftige Regenfälle den Steinschlag mehren, da das Wasser die Reibung zwischen den Gesteinsfragmenten herabsetzt und somit ihren Absturz bewirkt. Der losgelöste Schutt stürzt zum Fuß der Felswand und bildet im Laufe der Zeit eine Schutthalde. Sie besteht aus den verschiedensten Korngrößen, angefangen von groben Blöcken und Steinen bis hin zu Sand und feinstem Gesteinsmehl. Dabei gelangen die groben Bestandteile beim Sturz am weitesten abwärts, da sie eine größere Masse und folglich eine größere kinetische Energie besitzen. Demgegenüber sammeln sich die feinen Komponenten entsprechend im oberen Bereich der Schutthalde an. Das Vorhandensein oder Fehlen einer Vegetationsbedeckung deutet auf die Frequenz der Steinschlagprozesse hin. Steinschläge auf Siedlungen oder Verkehrswege stellen wegen der spontanen Auslösung und extremen Geschwindigkeit ein kaum prognostizierbares Sicherheitsrisiko dar. Steinschlag tritt im Prinzip an allen Steilhängen, vor allem aber im Hochgebirge, auf. Besonders betroffen sind Bereiche von spröden und brüchigen Festgesteinen (Kalk, Dolomit) der Nord- und Südalpen.

Schutz vor Steinschlag:

Natürlicher Schutz

Gut gestufte Waldbestände bremsen den Steinschlag.

Der aktive Schutz gegen Steinschlag kann in Maßnahmen im Anbruchsgebiet, in der Sturzbahn und im Ablagerungsbereich unterteilt werden. Gegen die Entstehung von Steinschlag in der Anbruchsnische können Felsverankerungen und Stützbauwerke eingesetzt werden. Größere, brüchige Felsflächen werden mit Steinschlagnetzen überspannt. Als Alternative zu diesen meist sehr aufwendigen Methoden dient die Errichtung von Steinschlagbremsverbauungen. Während früher starre Werke aus Holz und Stahl eingesetzt wurden, werden bei modernen Verbauungen ausschließlich Stahlseilnetze eingesetzt, welche für eine dynamische Energieumwandlung des gefangenen Steins im System sorgen. Große Steinschlagzonen können allerdings auch durch die Errichtung von Fangdämmen wirkungsvoll abgesichert werden. Zum Schutze von Verkehrswegen werden fallweise auch Einhausungen errichtet. Forstlich-biologische Maßnahmen des Steinschlagschutzes zielen auf die Erziehung von Waldbeständen mit guter Bremswirkung (gut gestuft und stammzahlreiche Bestände, Erhöhung der Bodenrauigkeit) ab. Die Beurteilung von Gefahren durch Steinschlag erfolgt durch Fachleute der Hydrogeologie und Bodenmechanik, deren Gutachten als Grundlage für die Simulation von Steinschlagereignissen mit modernen Computermodellen dienen.
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