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Studiert und doch kein Geld? Einstiegsgehalt nach der Uni

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Geisteswissenschaften sind weniger lukrativ

„Mit steigender Berufserfahrung erhöhen sich die Gehälter, doch in einigen Berufen bleibt das Einkommen auch für Akademiker auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau“, berichtet Philip Bierbach von Gehalt.de. Das betrifft besonders oft Absolventen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Kommunikationsdesigner. Absolventen aus diesen Bereichen müssen mit niedrigen Einstiegsgehältern und oft nur begrenzten Steigerungen rechnen.

Einer der Gründe dafür: Viele Absolventen solcher Studiengänge haben zum Abschluss noch kein eindeutiges Berufsprofil. Sie lernen zwar im Studium viel Fachwissen, dieses ist aber nur selten direkt in die Praxis umsetzbar. Das spiegelt sich dann in der Einstiegsvergütung wider: „Die fehlenden fachlichen Qualifikationen erlernen Studenten der Geistes- und Sozialwissenschaften oft erst in Praktika und zum Berufseinstieg“, so Bierbach.

Architekten im Büro
Bei dem einstigen Prestigeberuf Architekt belebt die Konkurrenz vielleicht das Geschäft, drückt aber auf jeden Fall die Gehälter.
Auf die Branche kommt es an

Einen entscheidenden Einfluss auf das Gehalt übt auch die jeweilige Branche aus. So sind das Hotelgewerbe sowie der Kulturbereich schwächer vergütete Branchen. Das gilt ebenso für die Berufe des Sozialpädagogen oder Sporttherapeuten. Auch kreative Berufe werden für die meisten keine Geldgrube – vor allem dann nicht, wenn die Konkurrenz groß ist. „Es gibt derzeit beispielsweise viele Grafiker und Web-Designer auf dem Markt, wodurch entsprechende Vakanzen schneller besetzt werden, ohne mit hohen Gehälter zu locken“, erklärt Bierbach.

Es mag überraschen, aber auch ein Abschluss in Betriebswirtschaft ist heute längst kein Garant mehr für eine lukrative Karriere. Hier kommt es stark darauf an, wo und als was man einen Job bekommt – und auch hier drückt ein Überangebot die Gehälter. Ebenfalls lange nicht mehr so lukrativ ist der einstige Prestigeberuf Architekt: Dieser Beruf gehört heute sogar zu den zehn mit den geringsten Einstiegsgehältern. Zudem muss man auch später damit rechnen, als Architekt nur noch mäßige Jahresgehälter zu bekommen, weil die Auftragslage in der Baubranche stark schwankt.

„Wer mit einem hohen Jahreseinkommen starten möchte, sollte sich bei der Studien- und Branchenwahl ausreichend informieren“, empfiehlt Bierbach. Aber er betont auch: Geld ist nicht alles. Im Gegenteil: Nur wer sich für seine Aufgaben und den Job begeistern kann und motiviert ist, der wird auch langfristig beruflich und persönlich erfolgreich sein.

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