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Blick vom Vigiljoch
Jörg Peter Urbach
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St. Vigilius
Jörg Peter Urbach
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Die Naturnser Alm, eine gastliche Stätte auf 1922 m.
Jörg Peter Urbach
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Mittagspause auf Italienisch
Jörg Peter Urbach
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Die neue Meraner Therme bei Nacht
www.thermemeran.it
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Edle Einfachheit im Restaurant "Kallmünz"
www.kallmuenz.it
"'talien!"
Am Münchner Flughafen holen mich Jens und Svenja ab. Als ich meine kleine, zweijährige Freundin frage, ob sie wisse, wohin wir denn jetzt fahren würden, sagt sie nur „'talien“ – und strahlte.
Dreieinhalb Stunden und 13 Burgen später erreichen wir Lana. Unser Hotel, der Schlosshof, liegt inmitten blühender Apfelplantagen. Vier Sterne hat der angrenzende Campingplatz, drei das Hotel selbst. Bereits nach dem ersten Tag hätten wir dem Service glatte fünf verliehen, schien doch Wunsch zu ausgefallen ("Nach Ihrer kleinen Tochter schauen, wenn Sie Pizza essen sind? - Aber gerne!") und keine Bitte zu unverschämt ("Vier Spiegeleier zum Frühstück? – Kein Problem"). Großes Lob!
Auf dem Vigiljoch
Am ersten Tag steht das
Vigiljoch auf unserem Ausflugsprogramm – der Hausberg der Lananer und Meraner. Mit der 1912 erbauten und damit zweitältesten Schwebeseilbahn Europas ging es zunächst auf 1486 Meter. Die Fahrt zwischen den Welten dauerte kurzweilige sieben Minuten. Vorgenommen hatten wir uns eine Wanderung von gut drei Stunden mit 400 Höhenmetern und Zwischenstopp auf der Naturnseralm. Als wir allerdings aus der Bergstation traten, steht dort ein Traum von einem Hotel aus Glas und Holz: das
Vigilius Mountain Resort. Über das im Herbst 2003 eröffnete Designhotel hatte ich in einem Magazin gelesen. Ich sah mich schon im „Alpine cocooning“ mein inneres Gleichgewicht wiedergewinnen und mit „Shiatsu“-Massagen meine Energien endlich wieder ins Fließen zu bringen. Wunderbar!
Stattdessen hörte ich Jens neben mir: „Nicht träumen – wandern“. Also los! Durch einen Lärchenwald gehen wir Richtung Naturnseralm. Kurz vor der Bärenbad-Alm öffnet sich uns ein atemberaubender Fernblick auf die Dolomiten. Wir erkennen Latemar, Schlern und Seekofel. Und von weitem sehen wir das Vigiliuskirchlein, eines der höchstgelegenen Bergheiligtümer Südtirols. Wenig später vertrauen wir nicht unserer Intuition, sondern der Beschilderung und stehen nach einer weiteren halben Stunde Marsch ungwollt vor dem Vigiliuskirchlein. Also wieder hinauf. Obwohl wir unter einem makellos blauen Himmel wandern, spüren wir plötzlich an den Händen, wie kalt es hier oben Anfang November werden kann. Glücklicherweise hat Jens seine Handschuhe mit Innenfleece dabei.

Die Naturnser Alm, eine gastliche Stätte auf 1922 m.
Nach einer weiteren Stunde erreichen wir die Naturnseralm (1922 Meter). Von hier hat man eine herrliche Sicht ins Schnalstal und auf die Gletscher. Nach einer Kasknödelsuppe und einem Williams sind wir gewappnet für den sonnigen „Abstieg“. Nach insgesamt fünf Stunden Rundwanderweg erreichen wir die Bergstation – und haben noch Zeit für einen himmlischen Espresso im Vigilius Mountain Resort. Die Abfahrt mit der Seilbahn dauert dann nur fünf rasante Minuten. Immerhin fällt mir dabei noch auf, dass es meinen Füßen gut geht. Die neuen Wanderschuhe haben keine Blasen verursacht.
Sonnenkitzel und Thermenausblick

Mittagspause auf Italienisch
Der nächste Morgen beginnt, wie der letzte aufgehört hat: mit Sonnenschein. Wunderbar leicht gestimmt, machen wir uns auf den Weg in die Landeshauptstadt, nach Bozen. Petra und Svenja fahren derweil zu einer Freundin in die Berge. Dom, Obstmarkt und die Lauben nehmen wir im Vorübergehen wahr. Denn unser Ziel ist der zentral gelegene Waltherplatz mit seinen Cafés. Vor einem lassen wir uns nieder und genießen für ein, zwei Stunden die Sonne, die unvergleichlich guten Cappuccini und den Blick auf die Dolce vita verströmenden „Südländer“. Viel zu früh deutet Jens auf seine Uhr und sagt: Wir müssen zum Treffpunkt. Immerhin folgt für uns am Nachmittag der nächste Südtiroler Höhepunkt: die Therme von Meran.

Die neue Meraner Therme bei Nacht
Ein eindrucksvoller Kubus aus Glas und Stahl ist das Herzstück des neuen Thermengeländes an der Südseite der Passer. Die Therme hat sagenhafte 13 Indoor- und 12 Outdoors-Pools. Sie wirbt mit umfangreichen Fitness- und Spa & Vital- Angeboten – darunter das von mir favorisierte Weintrauben-Ölbad – und dem Slogan „Eintauchen & genießen“. Und genau das haben wir uns für den Abend auch vorgenommen. Doch im Foyer werden wir mit der harten Wirklichkeit konfrontiert: Sie lassen niemanden mehr hinein. Die Therme ist voll. Was tun?
Umberfisch und Löwengang

Edle Einfachheit im Restaurant "Kallmünz"
„Genießen geht auch anders“, sagt Jens und schlägt vor, dass wir uns in der Innenstadt ein nettes, kleines Restaurant suchen. Und tatsächlich stoßen wir hinter den Lauben am Sandplatz auf das 2003 eröffnete „
Kallmünz“. Wir sind sofort eingenommen von der alten Bausubstanz und der schnörkellosen Ausstattung, der ruhigen Musik und der überaus viel versprechenden Speisekarte. Die Entscheidung fällt uns schwer. Schließlich bestellen wir beide den exotisch klingenden Umberfisch aus der Pfanne in Sauce aus Ruccola und Feldsalat mit Oregano und Limetten und lassen uns zuvor marinierten Thunfisch, gefüllt mit Ziegenkäse und Nüssen, sowie Risotto mit indischem Safran, Wachteln und getrockneten Tomaten bringen. All das schmeckt so, wie es klingt: fabelhaft. Dazu genießen wir einen Chardonnay „Löwengang“ von Alois Lageder – mit goldgelber Farbe und einem eleganten Geschmack mit Vanille und Holztönen. Zum krönenden Abschluss bitten wir noch Yvette und Musetta zu uns an den Tisch. Erstere ist eine Mousse aus Bitterschokolade mit Herz aus Minze auf zartem Keks, letztere eine Mousse aus weißer Schokolade auf „biskuit genovese”, Mandelkrokant und Mangosauce. Überglücklich rollen wir danach aus dem Restaurant Richtung Lana. Die Therme haben wir längst vergessen.
Weiter: Der Weinturm von Magrein
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