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WAHRIG SYNONYMWöRTERBUCH

demütigen

erniedrigen, herabsetzen, herabwürdigen, beschämen, degradieren, diffamieren, diskriminieren, diskreditieren, abqualifizieren, deklassieren, entwürdigen, verletzen, verleumden, verteufeln, anschwärzen, schmähen, in den Schmutz ziehen, mit Schmutz bewerfen, den Stolz brechen, den Nacken beugen, Schimpf zufügen, lästern, schlechtmachen, verunglimpfen, schmälern, entwerten, verkleinern, jmdm. die Ehre abschneiden, jmdn. in ein schlechtes Licht setzen/rücken/stellen, jmdn. in Verruf/Misskredit bringen, jmdn. verächtlich machen, beleidigen, kränken, die Würde nehmen; ugs.: herziehen/herfallen über, jmdn. heruntermachen/herunterputzen/ducken

demütigen: Diffamieren und zu Kreuze kriechen

Demütigen heißt jemanden erniedrigen oder beschämen. Genauso allgemein verwendbar sind Vokabeln wie herabsetzen, herabwürdigen, verletzen oder beleidigen. Gehoben ist das französische Fremdwort desavouieren.
Degradieren wird dagegen meist im Zusammenhang mit Militär verwendet. Die Demütigung besteht hier darin, dass jemandem sein bisheriger Rang aberkannt wird.
Deklassieren gehört in die Welt des Sports: Wer dem Wettkampfgegner eine für diesen blamable Niederlage beibringt, deklassiert ihn.
Diskriminieren heißt, jemanden durch Behandlung nach unterschiedlichen Maßstäben zu demütigen. Demütigen im Sinn von diffamieren bedeutet, jemanden durch üble Nachrede in Verruf zu bringen oder zu verunglimpfen. Dabei will man das Opfer in ein schlechtes Licht rücken oder ihm die Ehre abschneiden. In diesem Sinn werden auch die bildlichen Ausdrücke in den Schmutz ziehen und mit Schmutz bewerfen gebraucht sowie die umgangssprachlichen Wendungen jemanden herunterputzen oder über jemanden herziehen. Wer sich demütigt, der erniedrigt sich vor anderen. Dafür gibt es in der Umgangssprache Ausdrücke wie klein beigeben, zu Kreuze kriechen oder abwertend liebedienern.
Der Ausdruck einen Kotau machen spielt auf den zeremoniellen Fußfall an, der einst Zeichen tiefster Ehrerbietung gegenüber dem chinesischen Kaiser war.
Nach Canossa gehen als Redewendung für sich demütigen bezieht sich auf die historische Auseinandersetzung um das Recht zur Einsetzung von Bischöfen zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII. Der Kaiser suchte den Papst im Winter 1077 barfuß als Büßer in der italienischen Burg Canossa auf und erreichte durch diese Selbstdemütigung die Beilegung des Streits auf politischer Ebene.
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