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WAHRIG SYNONYMWöRTERBUCH

Von guten, gelben und anderen Engeln

Die meisten Umschreibungen für dieses Wort, wie Cherub(im) und Seraph(im) oder Wächter des Paradieses, stammen aus der Bibel. Dort findet sich auch der im Plural gebrauchte Begriff himmlische Heerscharen. Menschen bezeichnet man in der Umgangssprache als Engel, um ihre Hilfsbereitschaft hervorzuheben. Ein wahrer Engel kann also ebenso ein guter, hilfsbereiter Mensch sein wie ein rettender Engel. Hier schwingt mit, dass die Hilfe unerwartet kommt. Dagegen ist ein Engel mit einem B davor der scherzhafte Ausdruck für ein freches Kind (Bengel). Wer so wie ein Posaunenengel aussieht, hat ein pausbäckiges Gesicht.
Ein gefallener Engel ist jemand, der sich schuldiggemacht hat. Ahnungsloser Engel ist ein Ausdruck für einen naiven, gutgläubigen Menschen. Hat jemand eine gute Idee, so heißt es auch, das hat ihm ein guter Engel eingegeben. Einen guten Engel haben bedeutet, Glück haben oder knapp an einer Katastrophe vorbeikommen. Wer dagegen die Engel im Himmel singen hören kann, der hat starke Schmerzen. Jemand, der (wie) mit Engelszungen redet, will den anderen zu etwas überreden oder von etwas überzeugen, das heißt, er spricht eindringlich. Von einem besonders langmütigen Menschen heißt es gelegentlich, er habe eine Engelsgeduld. Die Redensart ein Engel geht/fliegt durchs Zimmer besagt, dass in einer sich vorher lebhaft unterhaltenden Gesellschaft plötzlich Schweigen eintritt. Der Satz geht auf die antike Vorstellung zurück, dass das Auftreten des Götterboten Hermes plötzliches Schweigen hervorruft.
Die Darstellung des Engels als Helfer macht sich auch ein Automobilclub werblich zunutze, dessen in gelbe Overalls gekleidete Pannenhelfer als Gelbe Engel bezeichnet werden. Der Blaue Engel hingegen ist ein Schutzzeichen, das auf umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen von Handel und Industrie hinweist.
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