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Synthetische Biologie - Leben aus dem Labor

Neue Lebensformen durch künstliche Gen-Bausteine

Von der Natur kann man lernen – man kann aber auch versuchen, ihre Grenzen zu erweitern. „Synthetische Biologie“ heißt eine neue Fachrichtung, die Lebensformen erschaffen will, die in der Natur nicht existieren. Dafür sorgen standardisierte Gen-Bausteine, die im Hinblick auf ihre Aufgabe maßgeschneidert sind und die gewünschten Aufgaben auf den neuen Organismus übertragen. Zwar geht es bislang nur um Bakterienkulturen. Die Möglichkeiten der neuen Technik sind jedoch ebenso vielfältig, wie ihre Risiken unerforscht scheinen. Wie ist synthetische Biologie einzuschätzen?

Synthetische Biologie: Griff in den Gen-Baukasten

DNA Schema

Genmanipulationen greifen direkt in die Erbgutstränge ein.

Die Geschichte der Gentechnik im engeren Sinne ist noch keine vierzig Jahre alt. Im Jahr 1971 gelang es erstmals, Teile eines Genoms abzutrennen; seither hat die Forschung entscheidende Fortschritte gemacht: 1977 wurde menschliches Protein in einem Bakterium erzeugt, 1982 kam das erste gentechnisch hergestellte Medikament auf den Markt, 1996 wurden erstmals genetisch veränderte Sojabohnen in den USA angebaut. Grundlage dieser Technik ist die Möglichkeit, DNA-Sequenzen zu verändern. Dadurch sollen bestimmte Wirkungen erzeugt oder – wie bei der Bekämpfung von Erbkrankheiten – ausgeschaltet werden.

Synthetische Bologie geht hier noch einen deutlichen Schritt weiter. Es werden nämlich nicht die Eigenschaften von einem Lebewesen auf das andere übertragen, wenn zum Beispiel Pflanzen gegen bestimmt Schädlinge resistent gemacht werden sollen. Die neue Technik nutzt vielmehr künstlich erzeugte Komponenten, um bislang unbekannte Lebensformen zu erschaffen.

 

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von wissen.de-Autor Dr. Kai Jürgens, Dez. 2012
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Und schon geht die Lobbyarbeit los - oder wer hat sich den Begriff "Biohacker" einfallen lassen?