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Tablet und Co: Was tun mit dem alten Gerät?

Zu Weihnachten lag bei vielen ein neues Tablet und Smartphone auf dem Gabentisch. Aber wohin jetzt mit dem alten Gerät? Im Prinzip kann dieses nun entsorgt, weitergegeben oder verkauft werden. Dabei lauern aber einige böse Fallen. Denn wenn das Altgerät nicht richtig gelöscht wird, drohen Datenklau und peinliche Pannen. Wir erklären, wie man dies verhindern kann und warum weitergeben besser ist als wegwerfen.

Computerschrott
Computer haben in Industrieländern wie Deutschland im Durchschnitt nur eine Lebensdauer von zwei bis drei Jahren, bevor sie ersetzt werden.
Weihnachten ist die Zeit der Geschenke – und sehr oft liegen dabei neue Smartphones und Tablets auf den Gabentisch. Immerhin fünf von sechs Menschen in Deutschland verschenken zu Weihnachten digitale Technik. Das aber bedeutet: Das alte Gerät, selbst wenn es noch funktioniert, ist jetzt meistens überflüssig. Wohin nun damit? Ab in die Schublade und oder den Müll? An Verwandte oder Freunde weitergeben oder sogar verkaufen?

Egal, was mit dem Altgerät passieren soll: Entscheidend wichtig ist vorher das richtige Löschen unserer Daten und Zugangsinformationen. "Allzu häufig wird vergessen, die Daten auf den älteren Smartphones und Tablets unwiederbringlich zu löschen, bevor diese weiterverschenkt oder auf den Müll geworfen werden", sagt Markus Schaffrin vom eco-Verband der Internetwirtschaft. Was viele nicht wissen: Einfaches Löschen reicht dafür auf keinen Fall aus.

Betätigen der Entfernen-Taste
Einfaches Löschen oder Formatieren reicht nicht, um die Daten von Festplatte zu entfernen.
Löschen oder Formatieren reicht nicht

Wer glaubt, mit dem "Löschen"-Befehl sind alle persönlichen Daten und Programme vom Gerät entfernt oder zumindest unbrauchbar gemacht, der irrt. Denn beim normalen Löschen per Befehl wird nur der Indexeintrag, also gewissermaßen das Inhaltsverzeichnis der Festplatte, gelöscht und der Speicher zum Überschreiben freigegeben. Die Daten selbst sind aber noch vorhanden und können mit speziellen Programmen problemlos wieder rekonstruiert werden.

Selbst das vollständige Formatieren einer Festplatte oder eines Datenträgers reicht manchmal nicht aus, wie Experten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik erklären. Denn beim Formatieren wird auch nur das Inhaltsverzeichnis gelöscht und die Dateisystemstruktur neu angelegt. Auch hier liegen die digitalen Daten noch auf dem Datenträger.

Nur Überschreiben schützt

Vollständig vernichtet sind unsere Daten erst, wenn sie mindestens einmal überschrieben wurden. Für PCs und andere Rechner mit herkömmlichen Festplatten gibt es dafür spezielle Zusatzprogramme, die teilweise kostenlos sind. Auf Windows-Systemen kann dafür das Programm Secure Eraser oder, zum Löschen ganzer Festplatten, das bootfähige, betriebssystemunabhängige Dban verwendet werden. Sie überschreiben die Daten mit vorgegebenen Zeichen oder Zufallszahlen und machen sie so unkenntlich.

In den meisten Tablets, Smartphones und Laptops stecken heute sogenannte SSD-Festplatten. Sie haben einen speziellen Löschbefehl direkt integriert, den sogenannten ATA-Secure-Erase" Befehl. Dieser Befehl ist eine Erweiterung der Firmware und nicht ohne weiteres für uns Nutzer zugänglich. Einige Hersteller liefern aber zu ihrem Gerät passende Dienstprogramme mit aus, die die Option des sicheren Löschens mit ATA Secure Erase beinhalten. Ist dies nicht der Fall, müssen Zusatzprogramme genutzt werden. Wer sich nicht sicher ist, ob er sich das sichere Löschen und den Umgang mit den Zusatzprogrammen zutraut, sollte dies lieber einem Experten überlassen.

Zerstörte Festplatte
Alternativ bietet sich bei der Entsorgung des Computers die mechanische Zerstörung der Festplatte an.
…oder schiere Gewalt

Soll das Gerät ohnehin weggeworfen oder als Elektroschrott entsorgt werden, geht es auch einfacher: Machen Sie den Speicher einfach kaputt - mit rabiater Gewalt. Am besten dafür das Gerät aufschrauben und dann die Festplatte mit dem Hammer oder einer Zange so stark zerstören wie möglich. Je gründlicher und flächendeckender die Schäden sind, desto besser.

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NPO, 28.12.2016
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