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Tag des Pluto: Ein Zwergplanet überrascht die Welt

Heute ist der Tag des Pluto – nein, nicht des Comic-Hundes, sondern des Zwergplaneten, der in den fernen Außenbereichen unseres Sonnensystems seine Kreise zieht. Denn am 18. Februar 1930 wurde der Pluto entdeckt und hat seitdem eine ziemlich turbulente Geschichte hinter sich. Wer glaubt, zu diesem eisigen Zwergplaneten sei längst alles bekannt, der irrt gewaltig.

Die Entdeckungsgeschichte des Pluto beginnt mit dem amerikanischen Hobbyastronomen Percival Lowell. Ende des 19. Jahrhunderts ist er vor allem von einer Idee besessen: Er will einen Planeten jenseits des Neptun entdecken – damals der äußerste Außenposten unseres Sonnensystems. Kleine Schwankungen in der Bahn in der Bahn dieses Planeten deuten darauf hin, dass es weiter außen noch einen Himmelskörper geben könnte. Für die Fahndung nach diesem Objekt gründet Lowell eigenes ein Observatorium. Aber umsonst: Er stirbt 1916 ohne den Planeten gefunden zu haben.

Lowell Observatory in Flagstaff, Arizona
Clyde Tombaugh nutzte ein Teleskop in diesem Observatorium, als er den Pluto entdeckte.

Die Entdeckung

Erfolg hat erst sein Nachfolger, Clyde Tombaugh. Am 18. Februar 1930 identifiziert er in den Teleskop-Aufnahmen einen winzigen Lichtpunkt, der sich gegenüber dem Sternenhintergrund bewegt. Das musste ein Planet sein! Zu Ehren dieser Entdeckung gilt der 18. Februar als Tag des Pluto. Wie sich damals schnell herausstellt, ist der neuentdeckte Himmelskörper allerdings ziemlich mickrig:  Mit weniger als 2.500 Kilometern Durchmesser ist der Pluto getaufte Planet deutlich kleiner als unser Erdmond.

Dennoch wird Pluto zum neunten Planeten des Sonnensystems erklärt und Generationen von Schulkindern lernen Merksprüche für die neun Planetennamen. 2006 jedoch ist Plutos Karriere als Planet jäh zu Ende. Nach einer turbulenten Sitzung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) wird er zum bloßen Zwergplaneten herabgestuft – er ist nun nur noch einer von mehreren solcher Objekte im Außenbereich des Sonnensystems.

NASA-Sonde New Horizons nähert sich dem Pluto
Die NASA-Sonde New Horizons flog am 14. Juli 2015 am Pluto vorbei.

Ein großes Herz und blauer Himmel

Als wollte der eisige Zwerg gegen diese Abwertung aufbegehren, entpuppt sich der Pluto inzwischen jedoch mehr und mehr als der heimliche Star unter den Himmelskörpern im Sonnensystem. Als wolle er um unsere Gunst buhlen, trägt er sogar ein deutlich erkennbares Herz auf seiner Oberfläche. Und seitdem die NASA-Sonde New Horizons am 14. Juli 2015 am Zwergplaneten Pluto vorbeigeflogen ist, hat sie eine Überraschung nach der anderen über diesen vermeintlich so toten und langweiligen Außenposten des Sonnensystems zutage gefördert.

Hätten Sie beispielsweise gedacht, dass es auf dem Pluto einen blauen Himmel gibt? Die Dunstschleier in seiner Atmosphäre leuchten bläulich, weil kleine Partikel das Sonnenlicht streuen – ganz ähnlich wie in der Atmosphäre unserer Erde. "Mein Kinn klappte nach unten, als ich dieses erste Bild einer fremden Atmosphäre aus dem Kuipergürtel sah", kommentiert Missionsleiter Alan Stern vom Southwest Research Institute. "Das erinnert uns daran, dass Erkundung uns mehr bringt als unglaubliche Entdeckungen – es zeigt uns auch unglaubliche Schönheit."

Plutansicht mit Atmosphärenhülle
Dunstige Schleier lassen Plutos Atmosphäre blau erscheinen.
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NPO, 18.02.2016
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