Algen
Algen als Nutzpflanzen
Algen werden traditionell in der Ernährung, in der Medizin und in geringen Ausmaß auch in der Landwirtschaft eingesetzt. In neuerer Zeit geht man verstärkt dazu über, die Algen als Rohstofflieferanten für die Industrie zu nutzten. Die wirtschaftliche Bedeutung ist nicht zu unterschätzen und steigt beständig. Eine beachtliche Rolle kommt beispielsweise den aus Rot- und Braunalgen gewonnenen Gelier- und Schleimstoffen zu, die als Stabilisatoren Nahrungsmitteln (Speiseeis, Puddingpulver, Gelee, Fleischkonserven) zugesetzt werden, aber auch in der Kosmetikindustrie (Cremes, Badezusätze, Shampoos) und zur Herstellung von Appretur in der Textilindustrie Verwendung finden. Carrageen (Irish Moos), ein zuckerartiges Produkt, stammt von den Rotalgen. Am bekanntesten ist Agar-Agar, ein aus Rotalgen gewonnener gelatineartiger Stoff. Neben den oben genannten Anwendungsmöglichkeiten, ist Agar-Agar in der Pilz- und Bakterienforschung zur Herstellung von Nährböden unentbehrlich. Eine beachtliche Rolle spielt die aus Braunalgen gewonnene Alginsäure. Ihre Nutzung bietet etwa die gleiche Bandbreite wie Agar-Agar und Carrageen. Aus Braunalgen wird darüber hinaus Algenmehl gewonnen, das als Futterzusatz bei der Tierernährung verwendet wird. Schließlich sind auch die fossilen Rückstände der Algen (Kieselgur, siehe unter Goldalgen) wirtschaftlich von Bedeutung. Kieselgur ist besonders hitzebeständig und dient als Rohstoff beispielsweise zur Herstellung von wärmefesten Isolierungen, als Verpackungs- und Füllmaterial. Der Anbau von Meeres- und Süßwasseralgen zur Rohstoffgewinnung für die Industrie hat in gleichem Maße an Bedeutung gewonnen. Jährlich werden weltweit etwa 8 Mio. t Algen geerntet, die zum allergrößten Teil in Asien produziert werden.









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