Almwirtschaft
Begriffserklärung
Unter Almwirtschaft versteht man eine besondere Form der Viehwirtschaft in Gebirgsregionen. Auf den im Tal gelegenen Bauernhöfen wird das Vieh nur im Winter im Stall gehalten. Nach dem Abschmelzen des Schnees im Gebirge wird es auf hoch gelegene Weideflächen gebracht, Almen (oder auch Alpen) genannt. Dort bleibt es unter der Aufsicht von Almhirten je nach klimatischen Gegebenheiten zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Monaten, bis es im Herbst wieder ins Tal zurückgetrieben wird.
Die im Tal gelegenen Höfe nutzen ihren dortigen Flächen für den in der Regel für den Ackerbau und produzieren Heu für die Winterfütterung des Viehs. Ihre Betriebsflächen umfassen also sowohl Ackerflächen im Tal als auch Weiden in den Hochlagen des Gebirges.
Die Einbeziehung von Hochgebirgsweiden in die Nutzung bedeutet eine Erweiterung der Wirtschaftsfläche in sonst unbesiedelte Bereiche. Dadurch ist es möglich, die durch Klima und Bodenverhältnisse begünstigten Flächen im Talgrund weitestgehend für den Pflanzenbau zu nutzen und zusätzlich Viehhaltung zu betreiben. Die Almwirtschaft sorgt also dafür, dass die Landwirtschaft im Gebirge mehr Menschen zu ernähren vermag. Sie hat in vorindustrieller Zeit entscheidend zur relativ dichten Besiedlung vieler Gebirgstäler beigetragen.









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