Altamerikanische Kulturen (1400–1499)
Vorgeschichte
Die Blütezeit der Maya lässt sich archäologisch auf die Zeit zwischen dem 3. und 10. Jahrhundert n. Chr. datieren. Charakteristisches Merkmal der Maya ist eine ausgeprägte Stadtkultur, wobei der Siedlungsort nach astronomischen Gesichtspunkten gewählt wurde. Mathematik und Astronomie befanden sich auf hohem Niveau. Architektonisch dominierte der rechteckige Raum und bei religiösen Bauten die Pyramide. Die Götterwelt war von Vielfalt geprägt, doch gab es im Sonnengott Itzamna den Glauben an eine höchste, alles dominierende Instanz. Nach 900 setzte aus unbekannten Gründen ein rapider Verfall des Reiches ein. Viele der zahllosen Stelen (Götterbilder) weisen mutwillige Zerstörungen auf. Nachfolgend errichtete Bauten besitzen keinen Bezug mehr zu dem aus astronomischen Erkenntnissen entwickelten Kalendersystem, das in der Blütezeit der Maya-Kultur das Leben der Einwohner in fast neurotischer Manier geprägt zu haben schien.
Unter dem Herrscher Itzcoatl begann 1428 mit dem Sieg über die Tepaneken der Aufstieg der Azteken zur Vormacht im mittelamerikanischen Raum. Ausgehend von der Aztekenstadt Tenochtitlán entstand ein relativ lockerer Reichsverband, der auf Tributpflichtigkeit unterworfener Städte und Völker basierte, ihnen aber die Unabhängigkeit beließ. Ende des 15. Jahrhunderts war Tenochtitlán mit 100 000–300 000 Einwohnern eine der größten Städte der Welt. Es erinnerte mit seinen zahlreichen Entwässerungskanälen an Venedig. Hauptverkehrsmittel war das Boot, und die Versorgung der Stadt wurde mittels Schwimmender Gärten gesichert. Die Gesellschaft war in Sippengemeinschaften – sog. Calpulli – gegliedert, deren Angehörige weit gehende Rechte hatten. Daneben gab es Hörige (wahrscheinlich Ureinwohner) und auch in geringer Menge Sklaven, die jedoch nicht ethnisch definiert waren, sondern Schulddienst ableisteten.









0 Kommentare