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THEMEN

Antonín Dvorák

Zeit und Welt

Das 19. Jahrhundert ist künstlerisch die Epoche der Romantik, die wesentlich von den Bewegungen der Amerikanischen und Französischen Revolution geprägt wird. Im Zuge dieses aufklärerischen Geistes entsteht eine neue Art von Nationalismus, der sich auch in der Musik niederschlägt und erstmals national unterschiedlich kolorierte Kompositionen hervorbringt. Auf dem Boden der allgemeinen musikgeschichtlichen Errungenschaften erwachsen mit dem Dünger nationaler Volksmusik verschiedene Nationalstile, die die musikalische Klangpalette bis in die Gegenwart hinein enorm bereichert haben.

Antonín Dvoráks Heimat Böhmen ist um die Mitte des 19. Jahrhunderts - sowohl politisch als auch kulturell - seit mehr als 300 Jahren (seit 1526) fest in habsburgischer Hand. Kulturell hat diese Tatsache gravierende und weit reichende Folgen, bewirkt sie doch zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert die Stagnation jeglicher eigenständiger Entwicklungen. Insbesondere der durch den Prager Fenstersturz im Jahr 1618 ausgelöste 30-jährige Krieg verhärtet die politischen Fronten, so dass der regierende König und deutsche Kaiser Ferdinand II. harte Vergeltungsmaßnahmen beschließt. Im Zuge rigoroser Rekatholisierungsbestrebungen wandern Zehntausende von Böhmen aus, die revolutionären Anführer werden hingerichtet und alle Schlüsselpositionen werden von treuen habsburgischen Bürgern und Adeligen besetzt. Böhmen wird zu einer habsburgischen "Kolonie" und verliert über Jahrhunderte seine kulturelle Identität. Im 18. Jahrhundert melden sich schließlich vor dem Hintergrund der aufklärerischen Bewegung die revolutionären Kräfte verstärkt zu Wort. Dieser neue Geist bestimmt das gesamte 19. Jahrhundert und prägt ein neues nationales Selbstbewusstsein aus. Vor diesem Hintergrund entsteht Antonín Dvoráks kompositorisches Werk.

  1. Zeit und Welt
  2. Biografie
  3. Auszeichnungen
  4. Werke

Bibliografie:

  • Klaus Döge: Dvorák. Leben - Werke - Dokumente, Zürich 1997
  • Klaus Döge: Dvorák-Studien, Mainz 1994
  • Kurt Honolka: Antonín Dvorák, Reinbek 2002
  • Miroslav Ivanov: Dvorák in Amerika, Berlin 1998
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