Antonio Vivaldis "Le quattro stagioni" ("Die Vier Jahreszeiten")
Der Instrumentalkomponist Vivaldi

Das Zeitalter Antonio Vivaldis (die Epoche des Barock) ist das Zeitalter des Virtuosentums. Vivaldi selbst war einer der bekanntesten Geigenvirtuosen seiner Zeit und komponierte zahlreiche neue und virtuose Werke für dieses Instrument. Dabei prägte er vor allem die Formen des Concerto grosso und des Solokonzerts.
Das Concerto grosso entwickelte sich aus dem mehrchörigen Musizieren. Charakteristisch ist der ständige Wechsel zwischen Orchester und zumeist drei Streicher- oder Bläser-Solisten, die als Concertino bezeichnet werden. Aus dem Concerto grosso entwickelte sich das Solokonzert, das v.a. durch Antonio Vivaldi repräsentiert wird.
Das Solokonzert
Vivaldi hat in seinen Konzerten eine Form geprägt, die das strukturelle Gerüst in all diesen Kompositionen bildet:
Struktur:
- - Drei Sätze in der Abfolge schnell - langsam - schnell
- - 1. und 3. Satz bestehen aus vier bis fünf Ritornellen (= Tutti-Teile) und dazwischen liegenden Soloteilen
- - 2. Satz dreiteilig
Melodik:
- - 1. Satz: festlich; cantable Melodie abwechselnd mit virtuosen Passagen; Accompagnato als Untermalung der Melodie, die immer im Vordergrund bleibt; Dauer ca. fünf Minuten
- - 2. Satz: Metrum und Tonart abweichend vom 1. Satz; ausdrucksvolle Melodik; Dauer ca. fünf bis sechs Minuten
- - 3. Satz: fröhlicher Ausklang im Stile eines Scherzo; Dauer ca. drei bis vier Minuten
Vivaldi entwickelt in diesen Violinkonzerten und -sonaten eine solche Virtuosität, dass die Grenze zwischen musikalischem Inhalt und reinem technischem Effekt oft eine künstlerische Gratwanderung darstellt, die nicht immer zugunsten der Musik ausfällt. Doch viele dieser Werke weisen durch ihre außergewöhnliche Harmonik, durch tonmalerische Elemente oder individuelle Abweichungen von den Schemata der Konzertform auch auf den Einfallsreichtum des Komponisten hin, der es dadurch immer von neuem verstand, sein Publikum zu faszinieren und emotional zu berühren.
Besonderer Beliebtheit erfreuen sich in dieser Gattung bereits zu Lebzeiten des Komponisten Die vier Jahreszeiten, die vor allem in Frankreich wahre Begeisterungsstürme bis hin in die höchsten adeligen Kreise und zu König Ludwig XV. selbst hervorrufen.
- Der Instrumentalkomponist Vivaldi
- Die Entstehung der "Vier Jahreszeiten"
- Dichtung und Musik - die ergänzenden Sonette
- La Primavera (Der Frühling) op. 8 Nr. 1 RV 269
- L'Estate (Der Sommer) op. 8 Nr. 2 RV 315
- L'Autunno (Der Herbst) op. 8 Nr. 3 RV 293
- L'Inverno (Der Winter) op. 8 Nr. 4 RV 297
- Teste dein Wissen!
Bibliografie:
- Werner Braun: Antonio Vivaldi. Concerti grossi Op. 8. Die Jahreszeiten, Wilhelm Fink Verlag, München 1975
- Antonio Vivaldi: Le quattro stagione. Studienpartitur, Edition Eulenburg No. 1220-23, London u.a. 1982









1 Kommentar