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THEMEN

Aquaristik Einführung in die Aquarienkunde

Einführung:

Die schillernd bunten Fische in einem Aquarium leben in einer ganz eigenen und geheimnisvollen Welt. Dieses Stück Natur, das man sich zu seiner Freude ins Wohnzimmer holt, muss sich gegen die völlig anders geartete Umwelt eines trockenen Zimmers behaupten. Mit einem Aquarium legt man sich einen künstlichen, in sich geschlossenen Lebensraum zu, der natürlich alles enthalten muss, was auch in der Natur vorhanden ist: Bodengrund, Pflanzen, mikroskopisch kleine Organismen wie Bakterien oder Infusorien (Aufgusstierchen) und selbstverständlich die Fische.
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Ein beliebter Aquarienfisch ist der Zwergfadenfisch (Colisa lalia)

Anders als natürliche Gewässer benötigt diese kleine künstliche Welt allerdings eine mehr oder weniger aufwändige Pflege. Beispielsweise geht es bei der Reinigung des Aquariums nicht allein um die hygienischen Vorstellungen, die wir Menschen haben, sondern um eine Sauberkeit nach natürlichen und biologischen Lebensgesetzen. In einem kleinen Teich z. B. wird niemand einen toten Fisch bemerken. Der Fisch wird zerfallen und bald nicht mehr da sein. Im Aquarium, diesem winzigen Ausschnitt aus der Natur, hat die Verwesung eines Fisches jedoch Folgen für den gesamten kleinen Lebensraum. Ein Aquarium ist eine kleine Lebensgemeinschaft, ein Stück Natur, und keine Fischausstellung.

Der Begriff Aquaristik oder Aquarienkunde umfasst die Tätigkeiten, die mit dem Betrieb eines Aquariums und der Pflege der darin gehaltenen Lebewesen verbunden sind. Dieser Text kann aber nur eine kleine Einführung in verschiedene Aquarientypen geben, ergänzt durch eine Anregung für die Einrichtung eines Anfänger-Aquariums. Darüber hinaus sollte man sich immer Informationen von erfahrenen Aquarianern etwa im Fachhandel oder über das Internet holen oder die entsprechende Fachliteratur zu Rate ziehen. Fische sind an ihren Lebensraum hervorragend angepasste Lebewesen, die je nach Art spezielle Anforderungen an den künstlichen Lebensraum eines Aquariums stellen. Und auch wenn sie nicht Laut geben oder schreien können, sind Fische ebenso wie wir Menschen oder unsere vierbeinigen Begleiter wie Hund und Katze lebende und empfindsame Geschöpfe.

Einrichten eines Aquariums für Anfänger

Vor der Einrichtung des Aquariums sollte man sich Gedanken darüber machen, welche Zierfischarten man halten möchte. Dementsprechend muss die Bepflanzung und Einrichtung an die jeweilige Biologie, Lebensweise und somit Bedürfnisse der jeweiligen Fischarten angepasst werden. Dann fühlen sich die Tiere wohler und zeigen auch ein weitestgehend natürliches Verhalten.

Für die erste Einrichtung eines Anfängeraquariums steht folgendes technisches Zubehör auf der Einkaufsliste: neben dem Wasserbecken eine passende Abdeckung mit Beleuchtung, ein Regelheizer, ein Aquarium-Filter mit Filtermaterial und eine Zeitschaltuhr für die Beleuchtung. Als weiteres Grundzubehör sind ein Wasserthermometer, ein Fangnetz für Fische, ein Absaugschlauch und wenigstens ein sauberer Eimer notwendig. Zur Einrichtung des Aquariums werden Bodengrund, Depotdünger, Kies oder Sand, Steine, Wurzeln, Holz und passende Wasserpflanzen benötigt. Und um den neuen Lebensraum der Wasserbewohner aufzubereiten gehören in der Regel noch Wasseraufbereitungsmittel, Volldünger für die Wasserpflanzen und Bio-Bakterien-Starter in den Einkaufskorb.

Das Becken

Eine gute Einstiegsgröße bietet ein 100 bis 120-Liter-Gefäß. Standardmaße für ein solches Aquarium sind: Länge 80 cm, Breite 35 cm, Höhe 45 cm und Glasdicke (Glasstärke) 10 mm. Das Volumen dieses Beckens beträgt rund 120 Liter.

Aquarienbecken sind oft sehr günstig zu erwerben. Sie werden von namhaften Herstellern in fast allen Formaten angeboten. Meist ist die passende Beleuchtung und Abdeckung inklusive. Professionelle Hersteller bieten darüber hinaus auch eine Garantie auf die Dichtigkeit des Beckens an.

Die natürliche Beleuchtung durch das Tageslicht unterliegt zu großen Schwankungen. So rüstet man das Aquarium am besten mit einer Leuchtstoffröhre unter einer Beleuchtungskappe aus. Meist wird eine Leuchtstoffröhre vom Typ "Grolux" vorgezogen, die überwiegend rote und blaue Strahlen aussendet. Dieser Typ fördert den Pflanzenwuchs und verstärkt die roten und blauen Farben der Fische.

Als Heizung dient ein in jeder Zoofachhandlung zu erwerbender Heizstab, dessen Heizleistung der Größe des Beckens angepasst sein muss. Der eingebaute Thermostat hält dann die Temperatur konstant auf dem benötigten Wert.

Weiteres Grundzubehör ist in der Regel ein Wasserfilter. Membranpumpen führen nicht nur dem Filter das Wasser zu, sondern erzeugen außerdem einen Luftstrom, der das Wasser zusätzlich noch mit Sauerstoff versorgt. Ein Ausströmerstein zerteilt den Luftstrom in ganz feine Bläschen, so dass der Sauerstoff besser vom Wasser aufgenommen werden kann. Der sicherste, leistungsfähigste und daher auch empfehlenswerteste Filter ist ein Außenfilter, der auf die Wassermenge des Beckens abgestimmt sein muss. Das Wasser wird beim Durchströmen von Schichten aus Tonröhrchen und Perlonwatte, gegebenenfalls Aktivkohle, mechanisch von den groben Sinkstoffen gereinigt. Das Filtern des Wassers ersetzt jedoch nicht die biologische Aufbereitung des Wassers. Wichtig ist ein grober Bodengrund, in dem strömendes Wasser die Bodenbakterien mit Sauerstoff versorgt. Diese sind dann in der Lage, die Stoffwechselendprodukte der Tiere so aufzuarbeiten, dass sie den Pflanzen als Nahrung dienen können.

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Spitzbartfisch (Gnathonemus petersi) im Aquarium

Das Wasser

Das Wasser spielt in der Aquaristik eine essentielle Rolle, denn es ist das unmittelbare Lebensmedium der Organismen.

Ein wichtiger Punkt ist die sogenannte Nitrifikation des Wassers. Alles tote organische Material im Aquarium - beispielsweis auch Kot oder nicht gefressenes Futter - wird durch bakterielle Abbauprozesse über mehrere chemische Stufen (Ammonium und Nitrit) zum Nitrat abgebaut. Nitrit ist zwar giftig, spielt aber meist nur bei neu eingerichteten Aquarien eine Rolle. Dann wird es durch die anwesenden Filterbakterien abgebaut. Das Ammonium wird für die hier lebenden Organismen erst giftig, wenn der pH-Wert des Wassers über den Wert von 8 entgleist, wenn das Wasser also leicht basisch wird. Erst dann wandelt sich Ammonium zum giftigen Ammoniak um. Im Übrigen dient Ammonium der Ernährung der Pflanzen. Nitratwerte unter 25 mg/Liter sind unbedenklich. Erst im Bereich von 100 mg/Liter kann sich Nitrat hemmend auf das Wachstum von Pflanzen und Jungfischen auswirken. In geringer Konzentration ist Nitrat aufgrund seines Stickstoffgehalts sogar ein wichtiger Pflanzennährstoff.

Der Säuregrad des Wassers wird als pH-Wert angegeben. Er wird mit einem Messstäbchen oder einem elektronischen Messgerät gemessen. Üblicherweise liegen die pH-Werte in Aquarien zwischen 6 und 8.

Mit dem pH-Wert des Wassers korrespondieren sein Kohlendioxidgehalt (CO2) und seine sogenannte Härte, die sich aus der Karbonathärte (KH) und der Gesamthärte (GH) zusammensetzt. Diese drei Faktoren sind voneinander abhängig. Der Grenzwert für Kohlendioxid, der auch als Pflanzendünger verabreicht wird, liegt bei 20 mg/Liter. Die Karbonhärte kann über eine Osmoseanlage oder einen Vollentsalzer verringert werden. Bei den meisten Wassern reduziert sich dann im gleichen Verhältnis die GH. Die Gesamthärte ermittelt man über einen Titrationstest. Angegeben wird die Wasserhärte in °dGH (Grad deutscher Gesamthärte). Durchschnittswerte liegen bei uns in einem Bereich von etwa 5°dGH und 25°dGH, wobei 25°dGH bereits einen ungewöhnlich hohen Wert darstellt.

Die für die Besatzfische gewünschte Temperatur wird über einen regelbaren Heizstab eingestellt und mit Hilfe eines Thermometers kontrolliert.

Eine gute Wasserpflege ist die Grundlage für ein lebensfreundliches Aquarium. Grundsätzlich sollte man einmal wöchentlich mindestens ein Drittel des Aquariumwassers gegen frisches Wasser austauschen. Im Handel erhältliche Wasseraufbereiter können die Wasserqualität des Austauschwassers deutlich verbessern.

Und man sollte regelmäßig aus den oben genannten Gründen pH, Temperatur und Härte (Gesamthärte und gegebenenfalls auch die Karbonhärte) und Nitrat messen. In ihrer natürlichen, meist tropischen Umgebung, leben die meisten Aquarienfische in weichem und leicht saurem Wasser. Wenn mit Kohlendioxid gedüngt wird, sollte das Wasser mit einem CO2-Direkttest überprüft werden.

Die Bepflanzung

Eine gelungene Aquarienbepflanzung vermittelt den Eindruck eines Unterwassergartens. An der Vorderscheibe des Aquariums lässt man meistens einen offenen Schwimmraum, dahinter setzt man eine Gruppe aus niedrigen Pflanzenexemplaren (z. B. Cryptocorynen) und nach hinten wird ein Wall aus höheren Pflanzen gebaut, der die beiden Seitenscheiben, mindestens aber die Rückscheibe verdeckt. Idealerweise steigt auch der Bodengrund von vorn nach hinten an.

Man sollte möglichst nur junge Pflanzen mit kräftigen und hellgrünen Blättern kaufen. Sie wachsen gut an und gewöhnen sich besser an die neue Umgebung. Es lohnt sich kaum, große Pflanzenexemplare für viel Geld zu erwerben. Sie wachsen in der Regel schlechter an, verlieren häufig viel von ihrer Blattpracht und entwickeln dann viel kleinere neue Blätter.

Vor dem Einbringen ins Aquarium werden den neuen Pflanzen zunächst die Wurzeln etwas mit einer Schere gekappt. Mit dem Finger wird dann ein Loch in den Bodengrund gebohrt und die Pflanze mit den Wurzeln senkrecht nach unten eingesetzt, damit sie besser anwächst.

Echte Wasserpflanzen wie die Wasserpest und Tausendblatt wachsen nicht nur sehr schnell, wenn sie ausreichend Licht zur Verfügung haben, sie reinigen auch das Wasser gut. Sumpfpflanzen wie die Cryptocorynen sind zwar dekorativer im Aquarium, haben aber nicht einen so großen Einfluss auf das Wasser.

Bei der Auswahl der Wasserpflanzen ist darauf zu achten, das ihre jeweiligen Ansprüche an Wassertemperatur und Lichtbedarf befriedigt werden. In nahezu jedes Aquarium passt die genügsame Wasserpest (Elodea), die schnell wächst und auch erhebliche Mengen an Sauerstoff produziert. Eine weitere echte Wasserpflanze ist das Tausendblatt (Myriophyllum), die am besten in Büschen gepflanzt wird und am besten in sauberem Wasser aufgehoben ist, da sie sonst den Schmutz mit den feinen Blattfedern auffängt. Lange bandförmige Unterwasserblätter besitzen die Sagittaria- und Vallisneria-Arten, die schnell wachsen und sich durch Ausläufer vermehren.

Als langsamer wachsende Sumpfpflanzen sind die dekorativen Acorus-, Anubias-, Ludwigia- und Cryptocorynen-Arten sehr beliebt.

Algen sind allerdings Pflanzen, die ohne jedes Zutun in jedes Aquarium gelangen. Viele Algen sind ein guter Anzeiger für die Wasserqualität, manche für die Lichtverhältnisse. So treten beispielsweise Kieselalgen (von Aquarianern als Braunalgen bezeichnet) in schlecht beleuchteten Aquarien auf. Sie überziehen die Scheiben vom Boden her mit einer braunen Schicht. Durch eine Verbesserung der Lichtverhältnisse kann man sie in der Regel recht schnell zum Verschwinden bringen.

Welche Fische sind für Anfänger geeignet?

Bei einem neu eingerichteten Aquarium bleiben die Fische noch einige Wochen im Zoogeschäft, denn es ist für die Fische tödlich, wenn sie gleich am Anfang ins Aquarium eingebracht werden. Das gesamte „Klima“ in dem neuen künstlichen Lebensraum muss sich erst einstellen. Vor allem das Pflanzenwachstum, die Filterbakterien und in erster Linie die Wasserqualität müssen sich in dem Mini-Biotop erst stabilisieren.

Zwei Wochen Einlaufzeit sind mindestens einzuhalten. Und auch nach Ablauf dieser Stabilisierungsphase sollte man nicht alle gewünschten Fische gleichzeitig einsetzen. Fachleute empfehlen, die verschiedenen Arten nach und nach ins neue Aquarium einzusetzen. Bedingungen und gegebenenfalls Anpassungsschwierigkeiten lassen sich dann besser beobachten und Fehler rechtzeitig beheben.

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Niger-Prachtkärpfling

Neu gekaufte Fische sollte man erst einige Zeit separat in einem Becken in Quarantäne halten, um sicherzugehen, dass sie keine Krankheiten ins eigene Aquarium einschleppen. Krankheitsverdächtig sind Fische, die, statt zu schwimmen, Schaukelbewegungen vollführen oder die ihre Flossen an den Körper klemmen. Pilzbefall wird durch weiße Flecken am Körper angezeigt. Bei gesundem Neuzukauf wird in gewissen Abständen immer wieder etwas vom Aquariumwasser in das Transportgefäß gegeben, um die Fische an die neue Umgebung (Wasserqualität) zu gewöhnen. Prachtkärpflinge (Aphyosemion-Arten) beispielsweise sind gegen Wasserwechsel derart empfindlich, dass sie das neue Wasser nur löffelweise über 4-5 Tage lang zugegeben erhalten dürfen, da sie sonst zugrunde gehen.

In einem Süßwasseraquarium ohne Heizung, das jedoch in einem Raum stehen sollte, der die Wassertemperatur niemals unter 10 °C absinken lässt, empfehlen sich für den Anfänger die "Kaltwasserfische" unter den schönen nordamerikanischen Barschen. Es bieten sich die folgenden Arten an: der Scheibenbarsch (Mesogonistius chaetodon), der Diamantbarsch (Enneacanthus gloriosus) oder der Zwergsonnenbarsch (Elassoma evergladei). Alle drei Barscharten sind Raubfische und nehmen deshalb nur Lebendfutter wie Mückenlarven, Tubifex (Bachröhrenwurm), Enchyträen (Würmer) oder Wasserflöhe an. Als Bodengrund verwendet man sauberen, nicht zu feinen Kies und als Pflanzen feinfiedrige Arten. Der kleine Zwergsonnenbarsch lässt sich mit seinen größeren Verwandten nicht vergesellschaften, da er sich meist scheu vor den größeren Fischen verkriecht.

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Goldfische (Gewöhnliche)

Als weiterer Kaltwasserfisch eignet sich der Goldfisch (Carassius auratus auratus), eine etwa 1000 Jahre alte chinesische Zuchtform unserer einheimischen Karausche. Leider macht der schleimige Kot der Goldfische das Wasser sehr schnell milchig, so dass man auf jeden Fall einen guten Wasserfilter benötigt. Zusätzlich zum oben genannten Lebendfutter benötigt der Goldfisch außerdem Pflanzennahrung in Form von Trockenfutter.

Für geheizte Süßwasserbecken sind bei Anfängern besonders die leicht zu beschaffenden und ebenso leicht zu haltenden lebendgebärenden Zahnkarpfen (Poeciliidae) beliebt. Der bekannteste Vertreter dieser Familie ist wohl der Guppy (Platypoecilus maculatus oder Lebistes reticulatus). Diese robusten und sehr munteren Fische sind sehr verträglich und nehmen Lebend- und Trockenfutter. Die 5-8 cm großen Weibchen haben eine durchsichtige silbergraue Färbung. Die nur bis 3 cm großen Männchen dagegen weisen eine äußerst üppige Farbpalette überwiegend in Pastelltönen auf. Der Nachwuchs der Guppys entwickelt sich in der Leibeshöhle der Weibchen. Ein Guppyweibchen bringt in einem Zeitraum von 6-8 Wochen 30 bis 50 lebende Junge zur Welt. Diese sind sehr einfach mit Wasserflöhen, Hüpferlingen (Cyclops) und zerriebenem Trockenfutter zu füttern. Sie müssen nur achtsam vor den kannibalischen Nachstellungen der Elterntiere geschützt werden.

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Keilfleckbarben (Rasbora heteromorpha)

Unter den Karpfenfischen (Cyprinidae) befinden sich zahlreiche kleine und farbenprächtige Arten, die sich hervorragend für Aquarienanfänger eignen. Die in der Regel unermüdlichen Schwimmer bringen viel Bewegung und Leben in die kleine Wasserwelt. Sie benötigen ein nicht zu dicht bewachsenes Aquarium mit ausreichendem Raum zum Schwimmen, einen weichen, sandigen Boden mit leichtem Mulmbelag. Die meisten leben in Schwärmen, so dass man mindestens 4-6 Exemplare einer Art zusammen halten sollte. Zu den beliebtesten Arten gehören der recht anspruchslose Zebrabärbling (Brachidanio rerio), die Keilfleckbarbe (Rasbora heteromorpha) und der etwas weniger agile Kardinalfisch (Tanichthys albonubes).

Eine weitere, in der Regel einfach zu haltende Fischfamilie sind die überwiegend aus Amerika stammenden Salmler (Characidae). Es sind meist kleine, friedfertige und farbenprächtige Arten. Zu den beliebtesten gehört der leuchtende Rote Neon (Cheirodon axelrodi), der als geselliger Fisch gerne kleine Schwärme bildet.

Welse erfreuen sich nicht nur wegen ihres interessanten Verhaltens und ihren bizarren Formen großer Beliebtheit, sondern sie machen sich im Aquariumbecken durch das Vertilgen von Futterresten und vor allem Algen sehr beliebt. Im Amerikanischen werden sie deshalb "Straßenkehrer" genannt. Die tagsüber meist in dunklen Winkeln ruhenden Welse huschen in der Dämmerung über den Boden wie Mäuse, um den Bodenmulm mit den Barteln nach Futter zu durchsuchen. Die beliebtesten und einfach zu haltenden Vertreter stammen aus den Familien der Panzerwelse (Callichthyidae), der Harnischwelse (Loricariidae) und der Zwergwelse (Ameiuridae).

Weitere sehr beliebte Fischfamilien für den Einsatz in ein beheiztes Aquariumbecken mit Süßwasser sind die Labyrinthfische (Anabantidae), die artenreichen Buntbarsche (Cichlidae) und die eierlegenden Zahnkarpfen (Cyprinodontidae).

Selbstverständlich können nur solche Fische miteinander vergesellschaftet werden, die ähnliche Ansprüche an ihren Lebensraum stellen, vor allem bezüglich der Wassertemperatur und der Wasserqualität. Es ist natürlich auch darauf zu achten, dass keine Raubfische eingesetzt werden, die schnell die so genannten Friedfische auffressen würden.

Andere Mitbewohner des Aquariums

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Eine Schlammschnecke (Lymnaea) weidet den Grünalgenbewuchs einer Aquarienwand ab

Neben den eingesetzten Fischen findet man im Aquarium manchmal auch andere Tiere, die mit dem Futter oder den Pflanzen eingeschleppt wurden. Schnecken vertilgen zumindest einen Teil des übriggebliebenen Futters und der Algen, manche sogar tote Tiere. Sie tragen somit, solange sie nicht überhand nehmen, zum biologischen Gleichgewicht in der kleinen Wasserwelt bei. Die häufigsten Schnecken sind die rot leuchtende Rote Posthornschnecke (Helisoma nigrans), die gerne zur Algenbekämpfung eingesetzte Apfelschnecke (Ampullaria cuprina) und die sich meist im sauberen Bodengrund (Anzeiger!) aufhaltende Malaiische Turmdeckelschnecke (Melanoides oder Thiara tuberculata). Bei zu geringer Algenkost vergreifen sich die Schnecken jedoch auch an den Aquarienpflanzen. Auch ihre Hinterlassenschaft an Kot ist nicht gering. Einmal eingeführte Schnecken sind nur schwer wieder vollständig zu entfernen.

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Grauer Süßwasserpolyp (Hydra oligactis)

Gänzlich unbeliebte Mitbewohner sind die bis zu 1 cm großen, an den Aquarienfischen schmarotzenden Karpfenläuse und die Zucht und Jungfische gefährdenden Süßwasserpolypen (Hydra) und Scheibenwürmer (Planarien).

Süß- und Salzwasseraquaristik

Je nach Salzgehalt des Wassers unterscheidet man grundsätzlich zwei Aquarientypen: Süß- und Salzwasseraquarien. Dementsprechend werden Fische aus Flüssen und Seen oder Meeresbewohner eingesetzt.

Das Süßwasseraquarium ist die häufigere Variante eines Aquariums. Anfänger sollten mit einem Süßwasseraquarium beginnen. Der Betrieb eines solchen Süßwasseraquariums ist nach eingehender Information durch entsprechende Einsteigerliteratur sehr einfach. Ein größeres Becken ab einem Volumen von etwa 120 Litern weist dabei - wie oben aufgeführt - eine bessere biologische Stabilität auf als ein kleineres und ist somit einfacher zu pflegen.

Sehr viel komplexer ist die Salz- oder Meerwasseraquaristik. Meeresfische sind größtenteils sehr viel schwieriger und aufwändiger zu halten als Süßwasserfische.

Während Süßwasserfische meistens friedfertige Schwarmfische sind, sind die beliebtesten Meerwasserfische die farbenprächtigen Korallenfische, die meistens ein eigenes Territorium besetzen, das sie aggressiv gegen Artgenossen verteidigen. Die meisten Zimmeraquarien sind kleiner als ein solches Territorium, so dass man nur ein Exemplar einer Art halten kann. Andere Fischarten werden in der Regel geduldet. Man muss auf jeden Fall auf genügend Unterschlüpfe und Versteckplätze für jeden einzelnen Fisch achten. Sollen neue Fische eingesetzt werden, empfiehlt es sich, die Innenaufbauten des Aquariums zu verändern, damit alle Fische sich neue Zufluchtsorte suchen müssen und die Neuzugänge auch eine Chance erhalten.

Auch die Gestaltung des Aquariums selbst stellt wesentlich höhere Anforderungen. Da Salzwasser Metalle löst, müssen Seewasseraquarien völlig metallfrei sein, um die Fische nicht zu vergiften. Das Wasser muss nach speziellen konstanten Rezepten künstlich zubereitet werden. Der Salzgehalt (Salinität) liegt für reine Fischaquarien bei 2,5-3,0%. In der Meeresaquaristik verlangt die Wasserpflege besonders viel Aufmerksamkeit. Die nicht gefressene Nahrung sowie die Ausscheidungen der Fische verbleiben als nitrathaltige Stoffwechselprodukte, vor allem als Ammonium, im Wasser. Ammonium ist jedoch außerordentlich giftig. Nur Bakterien können das Ammonium zu Nitrat und Nitrit oxidieren. Dies geschieht vor allem in den Filteranlagen, in denen sich durch den enormen Wasserdurchfluss große Bakterienmengen aufhalten. Deshalb sollten die Filter nicht zu oft gereinigt werden. Um eine Anreicherung von Nitraten zu vermeiden, muss man ungefähr ein Drittel des Aquarienwassers alle 3-4 Wochen austauschen. Eine weitere hilfreiche Einrichtung ist der sog. Abschäumer, bei dem sich Luft und Wasser unter Bildung von Luftblasen in einer besonderen Kammer mischen. Über das Schaum-System wird das Wasser mit hohem Nitratgehalt abgesondert. Mittels eines Abschäumers kann der Nitratgehalt des Wassers zwar verringert werden, aber er kann nicht verhütet werden.

Noch mehr als beim Süßwasseraquarium muss beim Meerwasseraquarium auf den Säuregehalt des Wassers (pH-Wert) geachtet werden. Zum einen verändert Salzwasser seinen pH-Wert leichter, zum anderen reagieren die Meeresfische empfindlicher darauf. Der optimale Wert liegt bei pH 8,2-8,4. Durch zu reichliche Fütterung und schmutzige Filter sinkt der Wert leicht in den sauren Bereich ab. Dekorative Kalksteine können beispielsweise als Puffer für den Säuregehalt des Wassers dienen.

Mit wenigen Ausnahmen (z. B. der Mittelmeeralge Caulerpa prolifera) kann man in einem Meerwasseraquarium keine Pflanzen halten. Normalerweise wird zur Dekoration totes Material wie unbelebte Korallenstöcke oder Felssteine verwendet.

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Salinenkrebschen

Bibliografie:

  • H.A. Baensch: R. Richl: Aquarienatlas. Das umfassende Kompaktwerk über die Aquaristik - mit 600 Zierfischen und 100 Wasserpflanzen in Farbe, Melle 2006
  • Peter Beck, Angela Beck und Alice Rieger: Aquarium - Fische & Pflanzen, Einrichten & Pflege, Franckh-Kosmos 2007
  • D. Garratt, T. Hayes, D. Mills: 500 Tipps und Tricks zur Meerwasser-Aquaristik, Münster 2007
  • Petra Kumbartzky: Mein Aquarium - Handbuch für Einsteiger / Extrateil: Garnelen, Edition Xxl 2009
  • Klaus Wilkerling: Aquarienfibel. Fische und Pflanzen im Süßwasseraquarium, Stuttgart 2009
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