Total votes: 7
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
THEMEN

Asiatische Kampfsportarten

Budo: Der friedliche Krieger

Asiatische Kampfsportarten blicken auf eine Jahrtausende alte Tradition zurück. Alle diese Sportarten bauen auf alten überlieferten Kriegstechniken auf. Sie wurden hauptsächlich in Japan während ihrer Blütezeit im Mittelalter von den Samurais ausgeübt. Vorformen gab es zum Teil aber auch schon vor Christi Geburt.

Die asiatischen Kampfsportarten werden auch unter dem Ausdruck Budo zusammengefasst. Budo heißt wörtlich übersetzt "Weg des Kriegers" der - im eigentlichen Wortsinn - "den Kampf anhält und beendet". Traditionelles Budo ist nicht nur sportliche Ertüchtigung, sondern vielmehr ein vom Buddhismus geprägter Schulungs- und Lebensweg. So soll über das Training bestimmter Bewegungsformen hinaus ein seelisch-geistiger Zustand innerer Zufriedenheit und Ausgeglichenheit erreicht werden. Angestrebt wird die Einheit von Körper und Geist. Einer der entscheidenden Wortbestandteile von Budo ist do, der Weg (oder Grundsatz, Lehre, Philosophie, Richtung usw.). Der Weg offenbart sich erst nach längerem Üben, er steht für eine lange Auseinandersetzung mit sich selbst. Artikel 15 des Bubishi, eines alten chinesischen Dokuments zur Vorbereitung für die Kriegskünste, lautet:

  • Wenn du dich und dein Gegenüber kennst, wirst du nicht verlieren.
  • Wenn du nur dich kennst, und nicht dein Gegenüber, dann werden deine Chancen um 50 Prozent reduziert.
  • Wenn du weder dich noch dein Gegenüber kennst, verlierst du.
  • Sei ernsthaft und flexibel und weiche aus, so dass du nicht Opfer deiner Gewohnheiten wirst.
  • Ohne Kampf zu siegen ist die größte Leistung eines Kämpfers.

Einheitlich ist also der Grundgedanke dieser Sportarten: Es handelt sich um Kampfkünste mit wertbildenden geistigen und erzieherischen Inhalten. Die Sportarten werden teils mit, teils ohne Waffe ausgeführt. Zu den bekanntesten unbewaffneten Techniken gehören Aikido, Judo, Ju-Jutsu, Karate, Kung-Fu und Taekwondo. Zu den bewaffneten Sportarten zählen u. a. Kendo und Kyudo. Neben den genannten Techniken wären noch viele andere zu nennen - oft handelt es sich aber nur um Mischformen oder leichte Abwandlungen.

Auf den ersten Blick ähneln sich viele asiatische Sportarten. Jeder einzelnen liegt aber eine verschiedene Technik zugrunde. Beim Judo überwiegt beispielsweise die Wurftechnik, bei Karate die Schlagtechnik. Die Unterschiede bei den Sportarten ergeben sich nicht zuletzt daraus, dass sie geschichtlich gesehen in mehreren asiatischen Ländern zu ihrer heutigen Form entwickelt wurden. Gemeinsames Kennzeichen fast aller asiatischen Sportarten ist die Kleidung der Wettkämpfer, die der traditionellen asiatischen Kleidung nachempfunden ist. Durch ihren weiten Schnitt (Kittel, Hosen oder bei einigen Sportarten ein langer Rock) gewährleistet sie größtmögliche Bewegungsfreiheit. Der Kampfanzug besteht zudem aus einem Gürtel, der auch symbolischen Charakter hat. Die unterschiedlichen Gürtelfarben bringen den Kenntnisstand der Sportler zum Ausdruck. Dabei kennzeichnet die hellste Farbe den Status eines Anfängers (Schülergrad), die dunkelste Farbe den Status des Meisters (Dan-Grad; ein Meister ist im japanischen Sinne ein Begleiter auf dem "Weg"). Im Allgemeinen sieht die Reihenfolge der Farben wie folgt aus: weiß, gelb, orange, grün, blau, braun und schwarz. Weiteres gemeinsames Kennzeichen aller Budosportarten ist die japanische Wettkampfsprache (außer bei der koreanischen Zweikampfsportart Taekwondo).

  1. Budo: Der friedliche Krieger
  2. Aikido
  3. Judo
  4. Ju-Jutsu
  5. Karate
  6. Kendo
  7. Kung-Fu
  8. Kyudo
  9. Taekwondo

Bibliografie:

  • John Armstead: Kung-Fu, das chinesische Boxen, 2003
  • Rolf Brand: Aikido. Lehren und Techniken des harmonischen Weges, 2005
  • Wolfgang Ettig: Schwertkampftraining, 2005
  • Martino Fromm, Giuseppe Beghetto: Neue Enzyklopädie des Karate Do, 2004
  • Jürgen Höller u. a.: Budo Crosstraining. Bewegungsdrills im Kampfsport, 2005
  • Reinhard Ketelhut: Kinder-Judo. Das fröhliche Lehrbuch für Jungen und Mädchen, 2005
  • Willi Kloss: Taekwondo. Die koreanische Nahkampftechnik, 2004
  • Ulf Neumann u. a.: Der friedliche Krieger. Budo als Methode der Gewaltprävention, 2003
  • Hans-Erik Petermann: Jiu Jitsu. Traditionen, Grundlagen, Techniken, 2005
  • Wolf-Dieter Wichmann: Richtig Karate, 2005
Total votes: 7
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


0 Kommentare

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.

Video

Die Invasion in der Schweinebucht

Fotostrecke

Filme, Stars und Fans

RÄTSEL DES ALLTAGS

Rätsel des Alltags

Wieso wachsen gebrochene Knochen wieder zusammen?

Redewendung des Tages