Athen in der Antike
Frühzeit
Das Gebiet der heutigen Stadt war bereits im Neolithikum besiedelt. Seit 2000 v. Chr. begann die allmähliche Zuwanderung indoeuropäischer Stämme. Auf der Akropolis befand sich im 13. Jahrhundert v. Chr. eine sehr ausgedehnte ummauerte mykenische Palastburg, die zwar um 1200 v. Chr. nicht wie alle anderen mykenischen Paläste zerstört wurde, deren Fürsten aber in den sog. Dunklen Jahrhunderten danach (ca 11.-9./8. Jahrhundert v. Chr.) ihre Macht verloren und einer Oberschicht größerer Landbesitzer Platz machten, die im 8./7. Jahrhundert v. Chr. zu frühen Organisationsformen der Gemeinde fanden. In dieser Zeit entstand das jährliche Archontat, das im Wechsel von Aristokraten bekleidet wurde, und der Adelsrat des Areopag, die beide in Athen residierten und die zentrale Stellung der Polis Athen in Attika betonten.
In Athen umfasste das Archontat ein Kollegium von neun Archonten, an dessen Spitze der eponyme Archon stand, nach dem das Jahr benannt wurde; dem Archon Polemarchos unterstand das Heer, der Archon Basileus (Königsarchon) führte die kultischen Aufgaben der früheren Könige fort; daneben sorgten sechs weitere Archonten, auch als Thesmotheten bezeichnet, für die Aufsicht über die Rechtspflege.
Hintergrundwissen: Dunkle Jahrhunderte
Die Frühgeschichte Athens ist eingebettet in die sog. Dunklen Jahrhunderte. Dieser Begriff bezeichnet in der griechischen Geschichte den Zeitraum zwischen dem Niedergang der mykenischen Palastkultur (seit ca. 1200 v. Chr.) und der Entwicklung des griechischen Polisstaates seit ca. 750 v. Chr. In die Dunklen Jahrhunderte fallen technische Innovationen in der Keramikherstellung (Großgefäße) und Metallverarbeitung (Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit), die Entstehung der griechischen Dialekte und der mündlich weitergegebenen Großepen, die im 8. Jahrhundert die homerischen Epen ermöglichten. Im 11. Jahrhundert v. Chr. erfolgte die griechische Besiedlung von Zypern und Westkleinasien. Ab dem 10. Jahrhundert v. Chr. zeigte sich ein stetiger Aufstieg in der urbanen Struktur in Athen und Knossos. Euböa verstärkte seine Kontakte in das östliche Mittelmeer, wie kostbare phönizische und ägyptische Beigaben in den Gräbern der Aristokraten beweisen. Im 9. Jahrhundert v. Chr. zeigten sich vermehrt urbane Strukturen und Stadtbefestigungen auf den Inseln und an der kleinasiatischen Küste. Sie wiesen bereits auf das beginnende Bevölkerungswachstum hin, das im 8. Jahrhundert zur sprunghaften Vermehrung der städtischen Kultur in Griechenland und den Kolonisationsgebieten und zur weiteren Dynamisierung der politischen, ökonomischen und sozialen Entwicklung führte.
- Frühzeit
- Krisen und Tyrannis
- Entwicklung der Demokratie und Blütezeit
- Unter makedonischer und römischer Herrschaft
Bibliografie:
- Athenai (Athen). In: Der neue Pauly. Enzyklopädie der Antike. Bd. 2. Sp. 167-196. Stuttgart 1997
- Peter Funke, Athen in klassischer Zeit. München 2003
- Angela Pabst, Die athenische Demokratie. München 2003
- Ulrich Sinn, Athen. Geschichte und Archäologie. München 2004
- Karl-Wilhelm Welwei, Die griechische Frühzeit 2000 bis 500 v. Chr. München 2002








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