Bauberufe
Bauwirtschaftsberufe
Bauwirtschaftsberufe sind durch eine überwiegend einheitliche Ausbildung in Industrie und Handwerk geprägt und gliedern sich in die drei Bereiche Ausbau, Hochbau und Tiefbau. Die Ausbildung dauert insgesamt 3 Jahre. In der Stufenausbildung der Bauindustrie setzt sich die erste Ausbildungsstufe aus einer zweijährigen, vornehmlich überbetrieblichen berufsfeldbezogenen Grundbildung (Bautechnik) und einer einjährigen beruflichen Fachbildung zusammen. Sie führt zu den beruflichen Abschlüssen Ausbaufacharbeiter, Hochbaufacharbeiter und Tiefbaufacharbeiter. Diese Abschlüsse schließen Schwerpunktausbildungen ein (z. B. Maurerarbeiten), die in der folgenden zweiten Ausbildungsstufe mit einer einjährigen besonderen beruflichen Fachbildung weitergeführt und mit einem entsprechenden Abschluss (z. B. Maurer) absolviert werden. Im Handwerk folgt auf eine berufliche Grundbildung im ersten und eine Fachbildung im zweiten Ausbildungsjahr eine Zwischenprüfung. Das dritte Ausbildungsjahr ist durch eine besondere berufliche Fachbildung geprägt und wird mit der Gesellenprüfung abgeschlossen.
Bauingenieur
Bauingenieurin, Fachkraft für alle mit der Planung, Berechnung, Ausführung und Überwachung von Ingenieurbauten zusammenhängenden Arbeiten. Als Ingenieurbauten werden alle Bauten definiert, die aufgrund technisch-konstruktiver Überlegungen und Berechnungen sowie fachlicher Kenntnisse der Statik, Hydraulik, Baustoffkunde und Geologie entworfen werden. Zum Arbeitsgebiet der Bauingenieure (Bauingenieurwesen) gehört neben dem Vermessungswesen der Tiefbau (Grundbau, Kanalisation, Kläranlagen), der Wasserbau, zu dem Talsperren, Deichbau, Kanäle, Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungsanlagen zählen, der Straßen- und Eisenbahnbau einschließlich des Tunnel- und Seilbahnbaus, der Ingenieurhochbau (Türme, Industrie- und Verwaltungsbauten wie Hochhäuser und Hallen) sowie der Brückenbau, der neben der Statik den Stahlbau, Stahlbeton- und Massivbau einschließt. Zusätzlich haben die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der elektronischen Datenverarbeitung zum neuen Teilgebiet der Bauinformatik geführt. Die Arbeitsgebiete von Bauingenieuren und Architekten ergänzen sich. Bauingenieure übernehmen neben den technisch-konstruktiven Aufgaben vornehmlich auch organisatorische Funktionen, wobei rechtliche und wirtschaftliche Funktionen sowie die Fähigkeit zur Menschenführung wichtig sind. Bei dieser Tätigkeit spricht man auch vom Bauleiter (Bauführer). Im modernen Bauwesen übernehmen Auswahl, Überwachung und Sicherung des Einsatzes der Maschinen und Motoren sowie Planung des Arbeitsablaufs und der Termine häufig die speziell ausgebildeten Baubetriebsingenieure. Das Studium des Bauingenieurswesens an Universitäten und Technischen Hochschulen setzt die Hochschulreife voraus. Für das mindestens sechssemestrige Studium (Bachelor) werden Fachhochschulreife oder Hochschulreife und ein Vorpraktikum benötigt. Für den Masterabschluss sind weitere 2-4 Semester einzukalkulieren.
Architekt
Architektin, plant und entwirft Bauwerke, Wohngroßbauten, Stadtteile, Städte, Landschaften sowie Umbaumaßnahmen. Dabei sucht er/sie künstlerisch-gestalterische Ambitionen an den Anforderungen des Auftraggebers zu orientieren und bietet geeignete technische und wirtschaftliche Lösungen an, die den menschlichen Bedürfnissen sowie den technischen und gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht werden sollten. Immer entscheidender wird die planerische Ausrichtung nach ökologischen Gesichtspunkten (Umwelt, Energie), die Sanierung von Altbauten und der Baudenkmalschutz. In dem umfassenden Arbeitsprozess fertigen Architekten Zeichnungen vom Entwurf bis zu den Details an, stellen Kostenberechnungen, Leistungsverzeichnisse und Baubeschreibungen auf, beraten treuhänderisch den Bauherrn in Fragen des Baurechts, des Baumaterials und der Bautechniken, führen in seinem Namen Verhandlungen mit amtlichen Stellen und Ausführenden, überwachen die Baudurchführung und prüfen Abrechnungen. Vornehmlich bei technisch aufwendigen Bauten besteht eine Koordination mit den Bauingenieuren. Architekten arbeiten als Freiberufler, Angestellte oder Beamte. Sie müssen bei einer Architektenkammer in der Architektenliste geführt werden und über den erfolgreichen Abschluss des Architekturstudiums sowie über eine zwei- bis dreijährige berufliche Praxis verfügen. Die Ausbildung erfolgt in einem Hochschulstudium an Fachhochschulen, Universitäten und Kunsthochschulen. Das dreijährige Bachelorstudium bildet die Grundlage für ein anschließendes konsekutives Masterstudium, das zusammen mit einer rund zweijährigen berufspraktischen Tätigkeit zum Eintrag in die Architektenliste und zur Führung der Berufsbezeichnung "Architekt/in" berechtigt. Neben der Förderung von künstlerisch-darstellerischen Fähigkeiten wird naturwissenschaftlich-technisches und gesellschaftswissenschaftliches Wissen vermittelt.
Bautechniker
Bautechnikerin, fertigt Bauzeichnungen an, bereitet Bauvorhaben vor und führt sie durch, indem er/sie als Bauführer den Bauhandwerkern technische Anleitungen gibt, diese überwacht und dabei den Architekten und Bauingenieur entlastet. Schließlich rechnet er/sie die Bauvorhaben ab. Außerdem gehören zu den Aufgaben von Bautechnikern die Erarbeitung von Ausschreibungsunterlagen, Angebotserstellung und Kalkulation. Bautechniker arbeiten in den verschiedenen Bereichen des Hoch- und Tiefbaus, des Straßen-, Brücken- und Stahlbetonbaus. Daher müssen sie sich während ihrer Ausbildung früh für einen bestimmten Tätigkeitsbereich entscheiden. Ihre Funktion erfüllen sie als Baupraktiker mit theoretischen Kenntnissen, die sie insbesondere auf den Gebieten der Baustoffkunde und Bauchemie, der Produktionslehre, Baustatik und Baukonstruktion anwenden. Bautechniker im Ingenieurbau befassen sich mit Straßen-, Tunnel-, Eisenbahn- und Brückenbau, der Anlage von Öl- und Gasfernleitungen, von Kanälen, Schleusen- und Hafenanlagen. Sie sind bei freischaffenden Ingenieuren, bei Baufirmen, Siedlungsgesellschaften, Baubehörden, Bauaufsichtsämtern, bei Unternehmen des Bauhaupt- und Baunebengewerbes und in der Baumaschinenindustrie beschäftigt. Die Ausbildung erfolgt an staatlich anerkannten Technikerschulen in Vollzeitform und dauert 2 Jahre, berufsbegleitend in der Regel vier Jahre. Als Ausbildungsvoraussetzungen werden ein Gesellenbrief im Baugewerbe - z. B. als Maurer, Zimmermann, Bauzeichner u. a. - sowie zwei Jahre Berufspraxis gefordert. Möglichkeiten der Weiterbildung bestehen im Erwerb der Fachhochschulreife, um damit ein Studium der Architektur oder des Bauingenieurwesens an einer Fachhochschule aufnehmen zu können. Eine besondere Ausbildung besteht zum Metall-Bautechniker, die in Stahl- und Metallbaubetrieben sowie Schlossereien Gittermaste, Treppen, Rahmen, Türen und Fenster aus Stahl, Aluminium oder Edelstahl herstellen. Dabei arbeiten sie häufig mit Ingenieuren zusammen und planen, projektieren, entwerfen, berechnen und konstruieren Stahl- und Metallbauteile. Außerdem überwachen sie die Fertigung, Montage und Reparatur von Konstruktionen und beschaffen die Maschinen und Materialien. Sie können sich aber auch für die Beratung und Betreuung von Kunden und damit für kaufmännisch-technische Aufgaben entscheiden.
Hochbaufacharbeiter
Hochbaufacharbeiterin, erste Stufe der anerkannten Stufenausbildung in der Bauwirtschaft (Industrie). Die Ausbildungszeit beträgt 2 Jahre. Die Tätigkeiten der Hochbaufacharbeiter entsprechen den Ausbildungsschwerpunkten, die nach der einjährigen berufsfeldbezogenen Grundbildung gewählt werden. Folgende drei fachliche Schwerpunkte werden angeboten: Maurerarbeiten, Beton- und Stahlbetonarbeiten sowie Feuerungs- und Schornsteinbauarbeiten. Diese Schwerpunkte können in der folgenden zweiten Ausbildungsstufe mit einer einjährigen beruflichen Fachbildung weitergeführt und mit einem entsprechenden Abschluss absolviert werden. Die Stufenausbildung dauert somit insgesamt 3 Jahre.
Tiefbaufacharbeiter
Tiefbaufacharbeiterin, erste Stufe der anerkannten Stufenausbildung in der Bauwirtschaft (Industrie). Die Ausbildungszeit beträgt 2 Jahre. Die Tätigkeiten der Tiebaufacharbeiter entsprechen den Ausbildungsschwerpunkten, die nach der einjährigen Grundbildung gewählt werden. Es werden die folgenden Schwerpunkte angeboten: Straßenbau-, Rohrleitungsbau-, Kanalbau-, Brunnenbau- und Gleisbauarbeiten. Diese Schwerpunkte können in der folgenden zweiten Ausbildungsstufe mit einer einjährigen beruflichen Fachbildung weitergeführt und mit einem entsprechenden Abschluss absolviert werden.
Ausbaufacharbeiter
Ausbaufacharbeiterin, erste Stufe der anerkannten Stufenausbildung in der Bauwirtschaft (Industrie). Die Ausbildungszeit beträgt 2 Jahre. Die Tätigkeiten der Ausbaufacharbeiter entsprechen den Ausbildungsschwerpunkten, die nach der einjährigen berufsfeldbezogenen Grundbildung gewählt werden. Folgende fachliche Schwerpunkte werden angeboten: Zimmerer-, Stuck-, Estrich-, Isolier- und Trockenbauarbeiten sowie Fliesen-, Platten- und Mosaikarbeiten. Diese Schwerpunkte können in der zweiten Ausbildungsstufe mit einer einjährigen beruflichen Fachbildung weitergeführt und mit einem entsprechenden Abschluss absolviert werden. Die Stufenausbildung dauert somit insgesamt 3 Jahre.
Zimmerer
früher Zimmermann, zweite Stufe der anerkannten Stufenausbildung in der Bauwirtschaft (Industrie) und anerkannter Ausbildungsberuf des Handwerks. In den Arbeitsbereich der Zimmerer gehören Holzkonstruktionen und Holzbauten aller Art vom einfachen Dachstuhl bis zur weitgespannten Halle in Holzleimbauweise. Zimmerer verarbeiten eine reichhaltige Palette von Materialien, z. B. Holz, holzartige Bauplatten, Leichtbauplatten, Holzfaserplatten, Gipskartonplatten, Mineralfaserplatten, Dämmstoffe und Kunststoffe. Zimmerer stellen Holzbalkendecken, Trennwände, Wand- und Deckenverkleidungen her und bauen Holztreppen, Geländer, Fußböden und Einfriedungen. Außerdem errichten sie Brücken, komplizierte Verschalungen und Arbeitsgerüste für den Betonbau und restaurieren alte oder bauen neue Fachwerkkonstruktionen. Schließlich gewinnt die Herstellungs- und Montagetechnik des Fertigbaus an Bedeutung. So stellen sie mit Hilfe der Fertigbauweise Häuser, Schulen, Turnhallen, Kindergärten, industrielle Anlagen u. a. her. Die Ausbildungszeit der zweiten Stufe beträgt 1 Jahr und baut auf der zweijährigen Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter auf. Die insgesamt dreijährige Ausbildung entspricht der Ausbildungsdauer der Zimmerer im Handwerk. Möglichkeiten der Fortbildung bestehen zum Meister oder zum Techniker (z. B. zum Bautechniker).
Maurer
Maurerin, anerkannter Ausbildungsberuf des Handwerks und zweite Stufe der anerkannten Stufenausbildung in der Bauwirtschaft (Industrie). Maurer stellen Mauerwerk, Putzarbeiten aller Art und einfache Beton- und Eisenbetonarbeiten her. Zu ihren wichtigsten Tätigkeiten gehört die Errichtung des Rohbaus. Dazu bauen sie Fundamente, Wände, Mauern, Decken, Stützen und Böden. Darüber hinaus verarbeiten sie oft auch vorgefertigte Bauteile, wie z. B. Fensterstürze, Treppenstufen und Deckenträger. Die aus Bauzeichnungen zu ersehenden Maße, die auf dem Plan des Architekten beruhen, müssen exakt eingehalten und laufend kontrolliert werden. Maurer verputzen und betonieren, kennen die Zusammensetzung der verschiedenen Mörtel und beherrschen alle Arbeitstechniken, die sie für die sehr unterschiedlichen beim Bau verwendeten Materialien einsetzen müssen. Baumaschinen nehmen Maurern oft die Schwerarbeit ab, bestimmen allerdings auch weitgehend das Arbeitstempo, das auch durch die bei der Bauarbeit notwendige Teamarbeit geprägt ist. Maurer arbeiten im Bauhandwerk und in der Bauindustrie und wirken bei der Herstellung von Fertighäusern mit. Sie müssen schwindelfrei und hoher körperlicher Belastung gewachsen sein sowie über ein gutes Augenmaß und räumliches Vorstellungsvermögen verfügen. Die Ausbildungszeit der zweiten Stufe beträgt 1 Jahr und baut auf der zweijährigen Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter auf. Die insgesamt dreijährige Ausbildung entspricht der Ausbildungsdauer der Maurer im Handwerk. Verwandte Tätigkeiten üben Feuerungs- und Schornsteinbauer aus, deren Ausbildung ebenfalls zur zweiten Stufe der anerkannten Stufenausbildung in der Bauwirtschaft (Industrie) gehört. Feuerungs- und Schornsteinbauer bauen industrielle Feuerungsanlagen für extrem hohe Temperaturen und die dafür erforderlichen Abgasleitungen. Dazu zählen meist sehr hohe Schornsteine, die starken Belastungen durch Wind und Wetter, aber auch durch schädliche Chemikalien standhalten müssen. Feuerungs- und Schornsteinbauer mauern und isolieren deshalb das Schornsteinfutter mit Spezialbeton, feuerfesten Steinen und widerstandsfähigen Isolier- und Dämmstoffen. Zusätzlich stützen sie das Mauerwerk durch Stahleinlagen, Verankerungen und sog. Schornsteinbänder ab. Wie beim Maurer beträgt auch beim Feuerungs- und Schornsteinbauer die Ausbildungszeit der zweiten Stufe 1 Jahr und baut auf der zweijährigen Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter auf. Damit dauert die Ausbildung insgesamt 3 Jahre. Möglichkeiten der Fortbildung bestehen zum Meister oder zum Techniker (z. B. zum Bautechniker).
Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
Fliesen- Platten- und Mosaiklegerin, anerkannter Ausbildungsberuf des Handwerks; zweite Stufe der anerkannten Stufenausbildung in der Bauwirtschaft (Industrie). Fliesen- Platten- und Mosaikleger verlegen Platten, Fliesen, Kacheln oder Mosaike aus Keramik und Glas als Wand-, Boden- und Deckenbelag oder Fassadenschmuck. Fliesen und Platten aus Keramik werden z. B. in Küchen und Bädern, aber auch in Großküchen, Labors, Krankenhäusern und Schwimmbädern verlegt. Aus vorgefertigten Tafeln stellen Fliesen- Platten- und Mosaikleger auch Mosaikbeläge her. Hausfassaden bedecken sie mit großen Kunst- und Natursteinplatten. Das Material und die Verlegetechnik machen genaues Arbeiten (z. B. beim Zurechtschneiden) und Sicherheit im Umgang mit den verschiedenen Mörtelsorten und Klebemischungen erforderlich. Fliesen- Platten- und Mosaikleger müssen mit Fachleuten anderer Ausbauberufe zusammenarbeiten. Die Ausbildungszeit der zweiten Stufe beträgt 1 Jahr und baut auf der zweijährigen Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter auf. Die insgesamt dreijährige Ausbildung entspricht der Ausbildungsdauer der Fliesen- Platten- und Mosaikleger im Handwerk. Möglichkeiten der Fortbildung bestehen zum Meister oder zum Techniker. Seit Januar 2004 können sich Fliesen- Platten- und Mosaikleger aber auch ohne Meisterprüfung selbständig machen.
Maler
Malerin, anerkannter Ausbildungsberuf des Handwerks, präzise als Maler und Lackierer bzw. als Malerin und Lackiererin bezeichnet. Maler sind hauptsächlich in der Neugestaltung oder Renovierung von Gebäuden (Bauausstattung) und in der Ausführung von denkmalpflegerischen Arbeiten tätig. Außerdem sorgen sie für die Gestaltung und Ausführung von Schriften, Schildern und Ausstellungsständen. Ihre Tätigkeiten bestehen dabei aus Putz-, Anstrich-, Tapezier- und Klebearbeiten. Lackierer sind vor allem mit dem Lackieren von Fahrzeugen sowie von Arbeits- und Gebrauchsgegenständen beschäftigt. Außerdem führen sie Beschichtungen mit Kunststoffen durch. Vor dem eigentlichen Malen und Lackieren müssen die zu behandelnden Flächen geprüft sowie die entsprechenden Farben und Lacke hinsichtlich ihrer Eigenschaften und ihres Farbtons ausgesucht werden. Je nach der Oberfläche bessern Maler und Lackierer Putz aus, entharzen Holz oder entrosten Metall und grundieren es. Sie arbeiten mit Pinseln, Bürsten, Rollen, Spachteln, Spritzgeräten und Schleifmaschinen. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und wird durch den Berufsschulunterricht ergänzt. Im ersten Jahr wird Malern und Lackierern eine einheitliche Grundausbildung vermittelt. Danach wählen sie zwischen den beiden Schwerpunkten Maler und Fahrzeuglackierer und spezialisieren sich somit während der letzten beiden Ausbildungsjahre. Weitere gestaltende Malertätigkeiten üben Vergolder und Emailschriftenmaler aus. Vergolder vergolden und versilbern Leuchter, Figuren, Spiegel- und Gemälderahmen. Außerdem patinieren sie diese und viele andere Kunst- und Gebrauchsgegenstände, um sie antik wirken zu lassen. Emailschriftenmaler übertragen Schriften und Ornamente auf Straßen-, Verkehrs- oder Firmenschilder, Reklameflächen, Emailplaketten sowie Dekors auf Haushaltsgeschirre. Die Ausbildungen dauern ebenfalls jeweils 3 Jahre. Möglichkeiten der Weiterbildung bestehen nach mehrjähriger Berufstätigkeit zum Meister bzw. Industriemeister sowie in einer viersemestrigen Ausbildung zum Staatlich geprüften Techniker bzw. Gestalter der Fachrichtung Farb- und Lacktechnik, die mit dem Schwerpunkt Gestaltung und Werbung angeboten wird. Diese Techniker bzw. Gestalter übernehmen meist sachbearbeitende Aufgaben als Mitarbeiter in Malereibetrieben, in der Lichtreklameherstellung, in der Raum-, Bau- und Stadtgestaltung, in der Fototechnik und als Fachberater in der Farbenindustrie. Sie gestalten Räume und Flächen, die für die Werbung oder Repräsentation genutzt werden. Außerdem können sie handwerkliche Spezialaufgaben in der Restaurierung übernehmen. Als Ausbildungsvoraussetzungen werden ein Abschluss der Hauptschule, eine einschlägige Berufsausbildung und eine mindestens zweijährige entsprechende Berufstätigkeit gefordert. Bei Vorliegen der Fachhochschulreife ist ein Bachelorstudium an einer Fachhochschule möglich.
Dachdecker
Dachdeckerin, gibt dem Haus Schutz durch Abdeckungen, setzt Blitzschutzanlagen und legt Dachrinnen an. Dachdecker decken das Dach mit Dachziegeln, Betondachstein, Schieferplatten u. a. Materialien. Außerdem dichten sie Schornsteine und Bauwerke gegen Regen-, Schmelz- und Grundwasser ab und führen abdichtende Asphaltarbeiten auf Balkonen und Terrassen, an Hochbauten, vornehmlich bei Flachdächern, aus. Dachdecker müssen für ihre Aufgaben die verschiedenen Verarbeitungstechniken der unterschiedlichen Werkstoffe kennen und beherrschen. Darüber hinaus gehört es zu ihren Tätigkeiten, Außenwände zu verkleiden, Dachfenster einzubauen, Schneefanggitter, Dachhaken und Laufbretter auf Dächern anzubringen und Reparaturmaßnahmen durchzuführen. Dachdecker müssen die Vorschriften der Baubehörde und des Bebauungsplans beachten. Sie arbeiten auch im Bereich der Denkmalpflege, z. B. bei historischen Kirchen oder bei Baurekonstruktionen im Freilichtmuseum. Dachdecker müssen schwindelfrei und hoher körperlicher Belastung gewachsen sein sowie über ein gutes Augenmaß und gute Rechenkenntnisse verfügen. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und wird durch den Berufsschulunterricht ergänzt. Möglichkeiten der Fortbildung bestehen zum Meister oder Techniker.
Beton- und Stahlbetonbauer
Beton- und Stahlbetonbauerin, anerkannter Ausbildungsberuf des Handwerks; zweite Stufe der anerkannten Stufenausbildung in der Bauwirtschaft (Industrie). Als Spezialisten für den Baustoff Beton sind Beton- und Stahlbetonbauer bei Bauvorhaben tätig, die an die Beton- und Stahlbetonkonstruktionen hohe Anforderungen stellen. Dabei kann es sich z. B. um den Hallen- und Hochhäuserbau sowie um freitragende Konstruktionen mit großen Spannweiten (z. B. Brücken und Fernsehtürme) handeln. Während der Bautätigkeit stellen Beton- und Stahlbetonbauer Schalungen aus Holz her, mischen Zement mit Sand, Zuschlägen und Wasser, wobei sie sich nach genauen Berechnungen richten müssen. Sie biegen und flechten Stahlbewehrungen (Rundstähle), gießen oder pumpen den Beton in die Schalungen und verdichten ihn durch Techniken des Stampfens oder Rüttelns (z. B. durch so genannte Innenrüttler). Die in Zeichnungen vorgegebenen Maße müssen exakt eingehalten und laufend kontrolliert werden. Ständig wechselnde Arbeitsorte sind für Beton- und Stahlbetonbauer typisch. Außerdem müssen Beton- und Stahlbetonbauer schwindelfrei und hoher körperlicher Belastung gewachsen sein sowie über ein gutes Augenmaß und räumliches Vorstellungsvermögen verfügen. Die Ausbildungszeit der zweiten Stufe beträgt ein Jahr und baut auf der zweijährigen Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter auf. Die insgesamt dreijährige Ausbildung entspricht der Ausbildungsdauer der Beton- und Stahlbetonbauer im Handwerk. Möglichkeiten der Fortbildung bestehen zum Meister oder zum Techniker.
Estrichleger
Estrichlegerin, anerkannter Ausbildungsberuf des Handwerks und zweite Stufe der anerkannten Stufenausbildung in der Bauwirtschaft (Industrie). Nachdem bei einem Bau die Rohdecken eingezogen und von Estrichlegern auf Mängel überprüft und vorbereitet sind, stellen Estrichleger den Unterboden mit allen Schichten, einschließlich Wärme- und Schalldämmung, her. Der Estrich ist ein Mörtelboden mit bestimmten Zusatzmitteln oder ein Asphaltestrich. Beide werden in plastischer Form aufgebracht und mit Spezialrüttlern verdichtet. Außerdem bringen Estrichleger die sog. "schwimmenden Estriche" auf, die auf einem wärme- und schalldämmenden Untergrund ruhen und nicht unmittelbar mit dem Untergrund verbunden sind. Auf den Unterboden werden dann die verschiedenen Bodenoberflächen (z. B. Parkett, PVC-Beläge und Teppichboden) aufgelegt. Auch das Aufbringen der Oberbeläge gehört zu den Aufgaben der Estrichleger. Die Ausbildungszeit der zweiten Stufe beträgt 1 Jahr und baut auf der zweijährigen Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter auf. Die insgesamt dreijährige Ausbildung entspricht der Ausbildungsdauer der Estrichleger im Handwerk. Möglichkeiten der Fortbildung bestehen zum Meister oder zum Techniker. Seit Januar 2004 können sich Estrichleger aber auch ohne Meisterprüfung selbständig machen.
Bibliografie:
- Martin Amann, Silke Guse, Michael Langbein, Barbara Friedrich: Prüfungsbuch für Zimmerer, 2. Auflage, Stuttgart 2008
- Hansjörg Frey: Bautechnik. Fachkunde Bau: Für Maurer/Maurerinnen, Beton- und Stahlbetonbauer/Beton- und Stahlbetonbauerinnen, Zimmerer/Zimmerinnen und Bauzeichner/Bauzeichnerinnen, 13. Auflage, Haan 2009
- Wolfgang Henning: Studienführer Bauingenieurwesen: Ein Abriss zu Studium und Beruf für konstruktive Zeitgenossen, 2. Auflage, Eibelstadt 2008
- Peter Peschel: Prüfungsvorbereitung aktuell. Hochbau: Zwischen- und Abschlussprüfung. Für Hochbaufacharbeiter, Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer, Feuerungs- und Schornsteinbauer, 4. Auflage, Haan 2007
- Frank Pirke, Klaus Leyhausen: Prüfungsbuch für Bauberufe: Maurer, Betonbauer, Bauzeichner. Technologie in Frage und Antwort, 5. Auflage Stuttgart 2008









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