Total votes: 13
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
THEMEN

Bergsteigen und Bergwandern

Alpinismus und Alpenvereine

Bergsteigen und Bergwandern gehören neben dem alpinen Skisport zum Alpinismus bzw. zur Alpinistik. Das Bergsteigen hat sich neben dem Bergwandern längst zu einem verbreiteten und beliebten Freizeitsport entwickelt. Die große Anzahl von Menschen, die z. T. ohne ausreichende Kenntnis und Ausrüstung in den Bergen unterwegs sind, stellt enorme Anforderungen an die Bergrettungsdienste, aber auch an die Alpenvereine, die sich neben der Wahrung der Interessen ihrer Mitglieder v. a. auch um den Naturschutz kümmern.

Entwicklung der Alpenvereine

Die Alpenvereine sind Vereinigungen zur Pflege und Wahrung bergsteigerischer und bergsportlicher Interessen. Ihr ursprüngliches Ziel war es, die Bergwelt zu erforschen und die Erkenntnisse durch Vorträge, Herausgabe von Zeitschriften u. a. Publikationen zu verbreiten sowie meist auch gemeinsame Bergfahrten durchzuführen und das Bergführer- und Rettungswesen zu fördern. Die Mehrzahl der Alpenvereine hatte es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, die Hochgebirge durch Hütten (öffentliche Schutzhäuser), teils auch durch Wege, bergtouristisch zu erschließen. Später kamen die Ausbildung der Bergsteiger, die Unfallforschung, alpine Expeditionen, der Jugendbergsport und das Anlegen von Sammlungen hinzu. Heute betreuen viele Alpenvereine alle Arten des Berg- und Klettersports bis hin zu Bergsportwettbewerben im Sportklettern, Eisklettern und Skibergsteigen. Etwa seit 1900 Vorreiter im alpinen Naturschutz, widmen sich die Alpenvereine seit den 1930er-Jahren verstärkt der Bewahrung der Natur- und Kulturlandschaft der Gebirge.

Vorläufer aller Alpenvereine ist der 1857/58 in London entstandene englische Alpine Club. Seit 1863 gibt dieser Club der britischen Alpinistenelite das »Alpine Journal« heraus. Der erste Alpenverein auf dem europäischen Festland war der 1862 in Wien gegründete Oesterreichische Alpenverein, der 1874 dem 1869 in München gegründeten Deutschen Alpenverein beitrat; die Bezeichnung lautete nunmehr Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein (D. u. Oe. A. V.). 1938 musste er sich in »Deutscher Alpenverein« umbenennen; 1945 wurde er von den Siegermächten aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand als Rechtsnachfolger in Österreich der Alpenverein, der 1950 den Namen Oesterreichischer Alpenverein (OeAV) annahm. Er hat seinen Sitz in Innsbruck, 197 Sektionen, 380 000 Mitglieder und besitzt 238 Schutzhütten. Er betreut rd. 40 000 Wanderwege. Nachfolger in der Bundesrepublik Deutschland wurde 1950 der Deutsche Alpenverein (DAV) mit Sitz in München. Der DAV hat als Spitzenverband im Deutschen Olympischen Sportbund etwa 892 000 Mitgliedern in 353 Sektionen und besitzt 326 Hütten (Januar 2011). Der Schweizer Alpen-Club (SAC), gegründet 1863 mit Sitz in Bern, umfasst 112 Sektionen mit rd. 127 000 Mitgliedern und besitzt 153 Hütten. Er war Vorbild für die Gründung des DAV; seine Tätigkeit in den Schweizer Alpen ähnelt jener des DAV und des OeAV in den Ostalpen: Der SAC regte die Herausgabe der durch ihre Hochgebirgsdarstellung bekannten amtlichen schweizerischen Kartenwerke an, weiterhin die Anlage von meteorologischen Hochgebirgsstationen, von alpinen botanischen Gärten sowie die Herstellung von Alpenreliefs und ist Mitgründer der Stiftung Alpine Rettung Schweiz (ARS). In Bozen entstand 1946 der eigenständige Alpenverein Südtirol (AVS).

  1. Alpinismus und Alpenvereine
  2. Bergsteigen
  3. Bergwandern und Trekking

Bibliografie:

  • Hermann Buhl, Achttausend drüber und drunter. München 4. Auflage 2010
  • Stefan Dapprich, Trekking ultraleicht. Welver 3. Auflage 2009
  • Gerlinde Kaltenbrunner, Ganz bei mir. Leidenschaft Achttausender. München 6. Auflage 2011
  • Roberto Mantovani, Eroberer der Berge. Die größten Abenteuer des Alpinismus. München 2008
  • Reinhold Messner, Alle meine Gipfel. Bilanz eines Lebens der Extreme. München 2. Auflage 2009
  • Ders., On Top. Frauen ganz oben. München 2010
  • Olaf Perschwitzky, Bergwandern - Bergsteigen. München 2. Auflage 2010
  • Wolfgang Pohl, Christof Schellhammer, Georg Sojer, Seil- und Sicherungstechnik für Einsteiger und Fortgeschrittene. München 2. Auflage 2010
  • Pepi Stückl, Georg Sojer, Bergsteigen. Lehrbuch und Ratgeber für alle Formen des Bergsteigen. München 3. Auflage 2010
Total votes: 13
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


0 Kommentare

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.

Wissenstest

Hotzenplotz und Co.

Wo wurde Otfried Preußler geboren?

Fotostrecke

Der American Way of Life