Berufsakademien in Deutschland
Die Ausbildung an der Berufsakademie
Neben den Hochschulen nehmen die Berufsakademien einen besonderen Platz im deutschen Ausbildung- und Bildungssystem ein. Sie sind zwar ebenfalls staatlich anerkannte Bildungseinrichtungen, weisen allerdings eine starke Praxisorientierung auf und sind im Gegensatz zu den Universitäten und Fachhochschulen keine Hochschulen. Das Studium an einer Berufsakademie dauert drei Jahre. Dabei ist die Berufsakademie eine Einrichtung, die ausschließlich duale Studiengänge anbietet. In diesen wechseln sich Theorie und Praxis im Rhythmus von circa drei Monaten ab. Das bedeutet in der Ausbildungspraxis, dass auf eine mehrwöchige Unterrichtsphase eines theoretischen Fachstudiums in der Berufsakademie ein mehrwöchiger Ausbildungsblock im Unternehmen folgt. Ein Teil der Ausbildung findet also in einem Unternehmen statt. Dieses Unternehmen ist Praxispartner und stellt somit eine weitere Bildungsstätte zur Verfügung.
In der Folge können auch nur Interessenten zum Studium an einer Berufsakademie zugelassen werden, die zugleich den Ausbildungsvertrag eines Unternehmen nachweisen können. Wer ein Studium an einer Berufsakademie beginnen möchte, kann über die Studienberatung dieser Berufsakademie auch eine Liste mit den Kooperationspartnern aus der Wirtschaft erhalten, um zugleich auch einen Ausbildungsbetrieb zu finden. Früher erwarb der Studierende an einer Berufsakademie ausschließlich einen Abschluss als Diplom-BA bzw. als Diplom (BA). Heute bieten die meisten Berufsakademien in einigen Bundesländern die Möglichkeit an, ihr angebotenes duales Studium mit einem Bachelor-Titel zu beenden. Beispielsweise gehören Berufsakademien in Baden-Württemberg und Niedersachsen dazu. Diese Bachelor-Abschlüsse sind beglaubigt (akkreditiert) und somit hochschulrechtlich anerkannt. Die entsprechenden Regelungen im jeweiligen Bundesland sollten vor Aufnahme des dualen Studiums überprüft werden.
Zwar sind Berufsakademien nicht in allen Bundesländern präsent, haben sich aber inzwischen dennoch als festes Element der deutschen Bildungslandschaft etabliert. Es gibt in Deutschland zwei Formen von Berufsakademien. So stehen in Baden-Württemberg, Sachsen, Berlin und Thüringen die Berufsakademien in staatlicher Trägerschaft. Dagegen werden sie in Hessen, Niedersachsen, Hamburg, Saarland und Schleswig-Holstein privat finanziert.
- Einleitung
- Die historische Ausgangslage des Arbeitsmarktes
- Alternativen im tertiären Bereich
- Die historische Entstehung und Entwicklung
- Der Ausbau der Berufsakademien
- Die Ausbildung an der Berufsakademie
- Das duale Studium
- Die Studienfächer
- Die Voraussetzungen
- Der Studierende und seine Perspektiven
- Varianten von praxisorientierten Studiengängen









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