Bestattungswesen der Römer
Einleitung
In Rom gab es von Anfang an sowohl die Sitte der Bestattung wie die der Verbrennung von Toten. Die Zwölf-Tafel-Gesetze aus dem 5. Jahrhundert berücksichtigten beide Formen und erließen genaue Vorschriften. In der klassischen Zeit dominierte die Verbrennung, im Verlauf der Kaiserzeit setzte sich das Bestatten durch. Mit dem Sieg des Christentums hörte die Sitte der Verbrennung (etwa um 400) ganz auf.
Bei einem Todesfall wurden dem Verstorbenen die Augen geschlossen; er wurde gewaschen, gesalbt, mit seiner Toga bekleidet, geschminkt und im Atrium auf einem mit Blumen geschmückten Totenbett ausgestellt. Zusammen mit bestellten Klageweibern, bei wohlhabenden Familien auch mit Musikanten, bejammerten die Angehörigen nun den Verlust. Hatte man von dem Toten eine Wachsmaske abgenommen, die man im Atrium zusammen mit den übrigen Ahnenbildnissen (imagines) aufstellte, begann meist nach drei Tagen der Leichenzug (die pompa) vom Haus zur Begräbnisstätte bzw. zum Scheiterhaufen.
Der Leichenzug
Im Gegensatz zu armen Familien, die ihre Toten ohne Aufwand und Aufhebens aus dem Hause brachten, schritten bei vornehmen Familien dem Leichenzug Musikanten voraus, gefolgt von Fackelträgern, Klageweibern und Schauspielern, von denen einer den Toten selbst darstellte, während andere über ihn Possen rissen und Spottlieder sangen. Hinter ihnen kamen Männer in der Amtstracht und angetan mit den Wachsmasken der Ahnen des Verstorbenen, deren Zahl sehr groß sein konnte. An diese imagines schlossen sich die Verwandten an; die engsten Angehörigen trugen die offene Totenbahre. Ihnen folgten die übrigen Trauergäste, darunter auch die Frauen mit aufgelöstem Haar und allen Zeichen der Trauer. Alle waren schmucklos in schwarzen oder grauen Trauerkleidern. Bei prominenten Verstorbenen zog die pompa zunächst zum Forum, wo eine Leichenrede (laudatio funebris) von einem nahen Verwandten, oft vom Sohn, gehalten wurde. Dann ging der Zug weiter zum Begräbnisplatz oder zum Scheiterhaufen.
- Einleitung
- Die Bestattung
- Totengedenken
Bibliografie:
- Artikel "Bestattungen" in: Der Neue Pauly, Stuttgart, 1997
- Michael Heinzelmann u. a. (Hrsg.): Römischer Bestattungsbrauch und Beigabensitten, Rom, 1998
- Peter Fasold u. a. (Hrsg.): Bestattungssitte und kulturelle Identität. Grabanlagen und Grabbeigaben der frühen römischen Kaiserzeit in Italien und den Nordwest-Provinzen, Pulheim 1998









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