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THEMEN

Bowling

Die Sportart

Bowling ist mit dem Kegeln verwandt und wird als selbstständige Sportart innerhalb des Sportkegelns betrieben. Beiden Sportarten ist gemeinsam, dass es darum geht, mit einer Kugel möglichst viele der aufgestellten Kegel (beim Bowling heißen sie Pins) umzuwerfen. Darüber hinaus gilt es beim Bowling nicht "Alle Neune", sondern "Alle Zehne" umzuwerfen; ferner ist die Kugel schwerer und die Bahn länger als beim Kegeln.

Geschichte des Sports

Die heutige Spielweise des Bowling-Sports entwickelte sich im 19. Jahrhundert. Das Kegeln gilt jedoch als eines der ältesten Ziel-Wurf-Spiele überhaupt, die sich bis in unsere Zeit in zahlreiche Spielvarianten erhalten haben. Der älteste Beleg für das Spielen mit Kugeln auf mehrere Kegel stammt aus einem Kindergrab im ägyptischen Luxor aus der Zeit um 3500 v. Chr., dort fand man Teile eines Kegelspiels, das dem heutigen ähnelt. Im 12. Jahrhundert kam das Kegeln nach Westeuropa und war als Glücksspiel bekannt, bei dem hohe Summen verwettet und sogar Hab und Gut verloren wurde. Begleitet wurde das Kegeln mit schlimmen Raufereien und Streitigkeiten, so dass die Obrigkeit immer wieder eingriff und Verbote aussprach. So erklärte in England 1511 König Heinrich VIII. das Kegeln zu den illegalen Spielen. Als das Kegelspiel dann allmählich seinen schlechten Ruf als Glücks- und Wettspiel verlor, wurde es dort 1582 zur Unterhaltung teilweise wieder zugelassen. Bereits im 17. Jahrhundert gab es in vielen Ländern Westeuropas kaum ein Volksfest, bei dem nicht eine Kegelveranstaltung durchgeführt wurde. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Spielgemeinschaften (Kegel-Klubs) ins Leben gerufen.

1840 wurde das durch württembergische Einwanderer in die USA importierte Kegeln wegen seiner unschönen Begleiterscheinungen (Wetten, Trinken, Streiten) vom Gouverneur des Staates New York erstmals als Glücksspiel verboten. Doch die deutschen und niederländischen Auswanderer wollten nicht auf ihr Kegelspiel verzichten. Es wurden einfach die Regeln geändert, und die amerikanische Variante "Bowling" war erfunden. Den neun Kegeln wurde ein zehnter hinzugefügt, die Kegel wurden Pins genannt und etwas anders aufgestellt, und das Spiel erhielt einen neuen Namen.

Damit war eine Sportart geboren, die sich immer rascher verbreitete. Am 9. September 1891 wurde in den USA der "American Bowling Congress (ABC) gegründet und die Bowlingbahn mit zehn Pins zur Einheitsbahn erklärt. Bereits 1910 wurden in den USA die ersten vollautomatischen Kegelaufstellmaschinen auf Bowlingbahnen in Betrieb genommen. Die ABC richtet regelmäßig bedeutende Turniere aus, der wichtigste Wettbewerb ist das alljährliche Masters Bowling Turnier, und sie bestimmt jährlich einen ABC-Champion. 1958 entstand die Professional Bowlers Association, die regelmäßig in Akron (US-Bundesstaat Ohio) ein Turnier der Champions austrägt. Die Womens National Bowling Association entstand bereits 1916, sie heißt seit 1971 Womens International Bowling Congress (WIBC) und führt seit dem Gründungsjahr 1916 auch regelmäßige Meisterschaften durch. Seit 1961 findet ein besonders prestigeträchtiges WIBC Queens Turnier statt. US Opens werden für Männer seit 1941, für Frauen seit 1949 ausgespielt.

In Deutschland wurde am 17. Februar 1929 vom Deutschen Keglerbund (DKB) beschlossen, die "Amerikabahn" als Bundesbahn aufzunehmen und sie als vierte Bahnart den Bahnspieltypen Asphalt, Schere und Bohle anzugliedern. 1931 traf man sich zu den ersten deutschen Einzelmeisterschaften der Herren, die Damen und Senioren folgten 1939. Die ersten Klubmeisterschaften für Dreier-Teams fanden 1933 statt.

Über 100 Millionen Menschen betreiben Bowling weltweit als Freizeit- und Hobbysport oder hochoffiziell unter dem 1952 gegründeten Weltdachverband "Federation Internationale des Quilleurs" (FIQ) in Colorado Springs (USA). Dort sind etwa 100 Nationen mit über 11 Millionen Sportkeglern und Bowlingspielern organisiert. Der Vorgängerverband war die International Bowling Association (IBA), die auch die ersten vier Weltmeisterschaften 1923, 1926, 1929 und 1936 organisiert hatte. Seither werden die Herren-Weltmeisterschaften von der FIQ ausgetragen, seit 1963 ermitteln auch die Damen ihre Weltmeister. Bis 2003 wurden die Weltmeisterschaften gemeinsam von Damen und Herren ausgetragen. Seit dem Jahr 2005 spielen Damen und Herren separat im Zweijahresintervall. 1979 wurden erstmals Masters-Wettbewerbe ausgeschrieben. 1970 erfolgte der Auftakt der neuen Bowling-Bundesliga der Herren mit zwölf Klubmannschaften, die Damen starteten drei Jahre später. Am 1. Oktober 1995 wurde die Deutsche Bowling Union e.V. (DBU) ins Leben gerufen, ein inkorporierter Verband im Deutschen Keglerbund (DKB), in dem die DBU den Status einer Sektion hat.

Die Regeln

Ziel des Spieles ist es, die zehn Pins mit einem Wurf zu Fall zu bringen. Gelingt dies nicht, so können mit einem zweiten Wurf die stehengebliebenen Pins abgeräumt werden. Jeder Wurf darf nur mit einem Ball ausgeführt werden. Ein Bowlingspiel besteht aus zehn derartigen Versuchen. Wettkampfmäßig wird Bowling einzeln oder als Mannschaft ausgetragen. Ein Team besteht in der Regel aus fünf Startern, allerdings variiert die Stärke der Teams je nach Alter bzw. Geschlecht und Wettkampfart. Jeder Spieler spielt die zehn Felder eines Spiels abwechselnd mit seinen Mitspielern. Das Ergebnis für eine Mannschaft errechnet sich aus den addierten Einzelergebnissen der Mannschaftsmitglieder. Die Kugel kann geradeaus als straight ball oder als Bogenwurf (erzeugt durch einen Fingerdrall) ins Ziel gebracht werden.

Das Ergebnis eines Spieles ergibt sich aus der Addition der zu Fall gebrachten Pins und einem Prämiensystem: Für erzielte sog. Strikes und Spares gibt es Prämien. Ein Strike (Symbol X auf dem Spielformular) wird angeschrieben, wenn mit dem ersten Wurf in einem Feld alle zehn Pins zu Fall gebracht wurden. Hinzu addiert wird die Anzahl der Pins, die mit den nächsten zwei zusätzlichen Würfen erzielt werden. Ein Spare ( / ) wird notiert, wenn die zehn Pins mit zwei Würfen zu Fall gebracht werden. Außer den zehn Pins des Spares werden noch zusätzlich die Anzahl der Pins gutgeschrieben, die mit dem nächsten Wurf erzielt werden. Bleiben nach zwei Würfen noch Pins stehen, so zählt lediglich die Anzahl der Pins, die mit beiden Würfen zu Fall gebracht wurden. Eine besonders schwierige Kegelstellung ist ein Split, wenn nach dem ersten Wurf eine Anordnung von Pins steht, bei welcher der erste Pin zu Fall gebracht wurde und wenn wenigstens ein Pin zwischen zwei oder mehr stehen gebliebenen Pins fehlt. Gelingt es, mit dem zweiten Wurf den Split zu räumen, so ist ein Spare erzielt. Ein Gutterball ist ein Fehlwurf, wenn die Kugel beim ersten Wurf von der Bahn abgekommen und in der Rinne (Gutter) weiterläuft. Ein Gutterball zählt Null Pins. Werden nach einem Gutterball mit dem zweiten Wurf alle zehn Pins abgeräumt, so ist dies ein Spare, werden nicht alle zehn Pins abgeräumt, so zählt die Anzahl der zu Fall gebrachten Pins.

Ein regelgerechter Bowlingball muss aus nichtmetallischem Material bestehen; er darf höchstens einen Umfang von 68,58 cm haben, das Gewicht darf 7,257 kg nicht überschreiten. Die Balloberfläche muß frei von Senkungen, Rillen oder Mustern sein, ausgenommen die drei Haltelöcher für Daumen, Mittel- und Ringfinger. Die zehn Pins stehen in einem gleichseitigen Dreieck mit der Spitze zur Bahn. Die Form und Abmessung der Pins ist genormt, das Gewicht eines einzelnen Pin beträgt bei offiziellen Meisterschaften zwischen 1350 g bis 1600 g und die Höhe liegt bei 38 cm. Es gibt mit Plastik beschichtete Holzpins und Synthetik-Pins. Die Bahn ist bis zum Ende des Kegelstandes 25,488 m lang. Die Anlauffläche hat mindestens eine Länge von 4,57 m. Die Foullinie (Betreten gilt als Nullwurf) trennt Anlauf und Bahn, die Entfernung vom ersten Pin bis zur Foullinie beträgt 18,26 bis 18,30 m.

Bowling - Weltmeister

JahrHerren-EinzelDamen-Einzel
1923Thure Sandström SWE
1926Hugo Liller SWE
1929Mike Schirgio USA
1936Karl Goldtammer GER
1954Gösta Algeskog SWE
1955Nisse Bäckström SWE
1958Kalle Asukas FIN
1960Tito Reynolds MEX
1963Les Zikes USAHelen Shablis USA
1967David Pond GBRHelen Weston USA
1971Ed Luther USAAshie Gonzales PUR
1975Marvin Stoudt USAAnne-Dore Häfker GER
1979Eric Thompson AUSBong Coo PHI
1983Mats Karlsson SWEBong Coo PHI
1987Rick Steelsmith USASandra Jo Shiery USA
1991Ma Ying-Chieh THAMartina Beckel GER
1995Marc Doi CANDebby Ship CAN
1999Gery Verbruggen BELKelly Kulick USA
2003Mika Luoto FINZara Glover ENG
2005Esther Cheah MAL
2006Remy Ong SIN
2007Shannon O'Keefe USA
2008Walter Ray Williams Jr. USA
2009Stefanie Nation USA
2010Bill O'Neill USA
2011Jaqueline Sijore MAL

Bibliografie:

  • Katrin Höfer: Bowling, Hannover 2010
  • Michael Schulze: Bowling. Regeln, Ablauf, Zählweise und Praxistipps, Lahstedt 2011
  • Niki Walker, Sarah Dann: Bowling in Action, London 2003

Institution(en):

  • Deutsche Bowling Union
    Apianstr. 9, D-85774 Unterföhring
    089/61469830
    089/69373968
  • Deutscher Kegler- und Bowlingbund e.V.
    Wilhelmsaue 23, D-10715 Berlin
    030/8731299
    030/8737314
  • Österreichischer Sportkeglerbund
    Huglgasse 13-15/2/2/10, A-1150 Wien
  • Schweizer Sportkeglerverband
    c/o M. Giger, Jurastr. 19, CH-4566 Halten
  • Fédération Internationale des Quilleurs (FIQ)
    1631 Mesa Avenue, Suite A, USA-Colorado Springs, CO 80906
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