Bundesland Sachsen - Geschichte
Slawische Besiedlung und Anfänge der Mark Meißen (um 600-1250)
Um 600 n. Chr. wanderten slawische Stämme, u. a. die Daleminzer, Nisaner und Chutizi, von Süden her in das Gebiet des heutigen Sachsen ein, das germanische Stämme zuvor im Zuge der Völkerwanderung verlassen hatten. Die slawischen Sorben besiedelten von Osten das fruchtbare Gebiet um Bautzen, wo sie überwiegend von Ackerbau, Viehzucht und Fischfang lebten.

805/806 n. Chr. besiegte ein fränkisches Heer unter Karl dem Großen die slawischen Stämme an der Elbe und zwang sie zu Tributzahlungen. Ende des 9. Jahrhunderts bildete sich nach dem Zerfall des Frankenreiches im nordwestlichen Deutschland das Stammesherzogtum Sachsen unter Führung der Liudolfinger heraus, die zwischen 919 und 1024 die deutschen Könige stellten (u. a. Heinrich I, Otto I., Otto II.). In mehreren Feldzügen gelang es Heinrich I. und Otto I., die Elbslawen zu unterwerfen und deren Siedlungsgebiet dem Reich einzugliedern. Anschließend verfügte Heinrich I. die Anlage von Burgen zur Verteidigung der Herrschaft, u. a. Quedlinburg, Merseburg und Meißen. Die eroberten Gebiete wurden sodann in Markgrafschaften umgewandelt. Der Ausbreitung und Festigung des Christentum in den eroberten Gebieten diente die Gründung des Erzbistums Magdeburg und der Bistümer Merseburg, Zeitz und Meißen im Rahmen des so genannten Reichskirchensystems.
1089 belehnte Kaiser Heinrich IV. den Wettiner Heinrich von Eilenburg mit der 929 gebildeten Mark Meißen. Diese wurde zum Kernland der wettinischen Herrschaft in Sachsen, welche bis 1918 Bestand haben sollte. An der wirtschaftlichen Entwicklung des Gebiets waren auch die Slawen aktiv beteiligt, die im Laufe der Jahrhunderte mit der germanisch-deutschen Bevölkerung verschmolzen. Allein die slawischen Sorben bewahrten bis in die Gegenwart ihre ethnische Eigenständigkeit.
Dem Markgrafen Heinrich III., der Erlauchte, (1221-1288) gelang die Erweiterung des Herrschaftsgebiets durch den Erwerb der Landgrafschaft Thüringen (1247) und des Pleißenlandes mit den Städten Altenburg, Chemnitz und Zwickau (1243/55). Während seiner Regentschaft erlebte die Mark Meißen eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte. Der bis dahin erfolgte Landesausbau hatte bereits reiche Früchte getragen. Durch Rodungen wurde die landwirtschaftliche Nutzfläche erweitert; Zahlreiche Dorf - und Stadtgründungen im 13. Jahrhundert zeugen von einer stetigen Aufwärtsentwicklung der Region. Einen wesentlichen Beitrag dazu hatten u. a. die neugegründeten Klöster - u. a. Riesa (1119), Chemnitz (1136), Altzella (1162), die meist dem Benediktiner- oder dem Zisterzienser-Orden zugehörten - geleistet. Im Vergleich zu anderen Reichs-Territorien genoss die bäuerliche Bevölkerung in dieser Zeit recht günstige wirtschaftliche und rechtliche Bedingungen. So gab es kaum Leibeigenschaft.
- Slawische Besiedlung und Anfänge der Mark Meißen (um 600-1250)
- Aufstieg unter den Wettinern
- Kurfürstentum Sachsen
- Reformation und Glaubenskämpfe
- Machtzuwachs und kulturelle Blüte unter August dem Starken (1694-1733)
- Militärische Misserfolge (1740-1815)
- Blüte von Wissenschaft und Künsten
- Königreich Sachsen (1815-1918)
- Demokratie und Freistaat (1918-1933)
- Nationalsozialistisches Regime und Zweiter Weltkrieg (1933-1945)
- Sowjetische Besatzungsherrschaft und DDR
- Seit 1989
Bibliografie:
- Rainer Groß: Geschichte Sachsens, Leipzig 2007









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