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THEMEN

Chronik der europäischen Einigung

Geschichte der europäischen Einigung

DatumGeschehen
November 1914 In Berlin wird der Bund Neues Vaterland gegründet, der sich als Aufgabe setzt, "die Politik der europäischen Staaten mit dem Kulturgedanken des überstaatlichen Zusammenschlusses zu erfüllen".
1915 Friedrich Naumann veröffentlicht das Buch "Mitteleuropa".
1923Von Richard Coudenhove-Kalergi erscheint "Paneuropa", Karl Anton Rohan publiziert "Europa".
15.9.1925Der Heidelberger Parteitag der SPD verabschiedet ein Parteiprogramm mit dem Bekenntnis zu "Vereinigten Staaten von Europa".
16.10.1925 Mit den Verträgen von Locarno wird die Grenze zwischen dem Deutschen Reich und den westeuropäischen Staaten garantiert
1926 Pazifistische Gruppen schließen sich zum Verband für europäische Verständigung zusammen; führende Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft bilden das Deutsch-französische Studienkomitee.
5.9.1929Der französische Außenminister Aristide Briand schlägt der Versammlung des Völkerbunds die Schaffung einer Europäischen Föderation vor.
1933Der Verband für europäische Verständigung und die Paneuropa-Union werden verboten.
Oktober 1940Carl Goerdeler spricht mit Mitverschwörern über eine wirtschaftliche Einigung Europas "von Berlin aus".
24.4.1941Helmuth von Moltke legt dem Kreisauer Kreis einen Zukunftsplan vor, der als außenpolitisches Ziel die Schaffung eines "Vereinten europäischen Staates" vorsieht.
26.11.1941Außenminister Joachim von Ribbentrop beschwört in einer Rede die Notwendigkeit gemeinsamer Verteidigung der Europäer gegen die "Bolschewistische Gefahr".
23.10.1943Die Union deutscher sozialistischer Organisationen in Großbritannien verlangt in einem Programmentwurf die Schaffung einer "Föderation aller europäischen Nationen".
20.11.1947Die deutschen Europa-Verbände schließen sich zur Europa-Union zusammen.
7.-10.5.1948 Politiker aus den westlichen Besatzungszonen nehmen am Haager Kongress der Europäischen Bewegung teil.
30.11.1949 Die Bundesregierung tritt der Internationalen Ruhrbehörde bei.
9.5.1950 Der französische Außenminister Robert Schuman schlägt nach Verständigung mit Bundeskanzler Adenauer die Schaffung einer europäischen Montanunion vor.
15.6.1950 Der Deutsche Bundestag beschließt den Beitritt zum Europarat.
18.4.1951 In Paris wird der Vertrag über die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) unterzeichnet. Mitglieder sind Frankreich, die Bundesrepublik, Italien und die Benelux-Staaten. 2
7.5.1952Die gleichen Länder unterzeichnen den Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG).
10.3.1953Die erweiterte Versammlung der EGKS billigt einen Vertragsentwurf über die Gründung einer Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG).
30.8.1954 Die Französische Nationalversammlung lehnt die Ratifizierung des EVG-Vertrags ab.
23.10.1954In den Pariser Verträgen wird die Aufnahme der Bundesrepublik in die NATO und die Schaffung der Westeuropäischen Union (WEU) beschlossen.
25.3.1957 In Rom werden die Verträge über die Schaffung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) unterzeichnet.
17.4.1962Die Verhandlungen über eine europäische Politische Union werden ohne Ergebnis abgebrochen.
22.1.1963 Adenauer und Charles de Gaulle unterzeichnen in Paris den deutsch-französischen Vertrag.
16.5.1963 Der Deutsche Bundestag ratifiziert den deutsch-französischen Vertrag mit einer einschränkenden Präambel.
1.7.1965 Frankreich nimmt nicht mehr an den Sitzungen des EWG-Ministerrats teil und wehrt damit eine Stärkung der Gemeinschaftsorgane ab.
29.1.1966 Im Luxemburger Kompromiss verständigen sich die EWG-Partner darauf, nach Möglichkeit auf Mehrheitsentscheidungen zu verzichten.
6.3.1966De Gaulle kündigt den französischen Rückzug aus der NATO an.
2.12.1969 Auf der Haager Gipfelkonferenz stellen Willy Brandt und Georges Pompidou die Weichen für die Aufnahme Großbritanniens in die EWG und die Koordinierung der Außenpolitik der Mitgliedsländer.
8.10.1970 Ein Ausschuss unter Vorsitz des luxemburgischen Ministerpräsidenten Pierre Werner legt einen Plan über die schrittweise Verwirklichung der Wirtschafts- und Währungsunion vor.
19.3.1973Die Gemeinschaftsländer (außer Großbritannien, Irland und Italien) bilden einen einheitlichen Währungsblock.
13.3.1979 Das Europäische Währungssystem (EWS) tritt in Kraft.
7.6.1979Die Bürger der Bundesrepublik bestimmen die Abgeordneten des Europäischen Parlaments zum ersten Mal in einer direkten Wahl.
3.12.1985Der Europäische Rat verständigt sich auf ein Reformpaket zur Stärkung der Zusammenarbeit und zur Vollendung des Binnenmarkts.
9.11.1989 Der Ministerrat der DDR beschließt überraschend die Öffnung der Grenzen zur Bundesrepublik und West-Berlin.
19.4.1990 Helmut Kohl und der französische Staatspräsident Francois Mitterrand schlagen gemeinsam die Vollendung der Währungsunion und die Schaffung einer Politischen Union vor.
3.10.1990 Die DDR tritt der Bundesrepublik bei.
9./10.12.1991 Bei einer Ratssitzung in Maastricht vereinbaren die Staats- und Regierungschefs die Vollendung der Währungsunion bis zum Jahr 1999 sowie den Ausbau der Europäischen Gemeinschaften zur Europäischen Union.
9.12.1996Bundeskanzler Kohl und der französische Staatspräsident Jacques Chirac beschließen eine gemeinsame deutsch-französische Konzeption zur Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
16./17.6.1997Die Staats- und Regierungschefs verabschieden den Amsterdamer Vertrag zur Ausweitung der Gemeinschaftsaktivitäten und beschließen einen Fahrplan zur Osterweiterung.
26.2.2001Durch die Unterzeichnung des Vertrages von Nizza sollen die institutionellen Rahmenbedingungen für die Aufnahme neuer Mitglieder geschaffen werden.
1 5.2004Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik, Ungarn und Zypern treten der Gemeinschaft bei.
17.4.2005Das Europäische Parlament gibt seine Zustimmung zu den Anträgen der Republik Bulgarien und der Republik Rumänien auf Mitgliedschaft in der EU (ab 2007).
1.1.2007Bulgarien und Rumänien treten der Gemeinschaft bei.
1.12.2009Der Vertrag von Lissabon tritt in Kraft. Er stellt die Europäische Union auf eine neue rechtliche Grundlage.
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