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Computerbörse

Börse im Wandel der Zeit

Unter dem Stichwort Computerbörse wird der elektronische Handel mit Wertpapieren verstanden. Diese Handelsform hat in den vergangenen Jahren stetig an Bedeutung gewonnen und wird nach Einschätzung von Experten in naher Zukunft den früher üblichen Parketthandel ersetzen. Hauptvorteile sind der dezentrale und schnelle Zugriff auf das System sowie die automatische Abwicklung der Geschäfte.

Kapitalbeschaffung: Die zentrale Aufgabe der Börse, Marktteilnehmern durch Preisbildung die Möglichkeit zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage zu geben, hat sich im Grundsatz nicht verändert. Seit dem 15. Jahrhundert, als sich vor dem Haus der Partizierfamilie van der Beurse in Brügge regelmäßig Händler trafen, ist die Bedeutung derartiger Handelsplätze stetig gewachsen. Wurden zunächst Waren und Güter direkt gegeneinander getauscht, trat bald der Handel mit Effekten in den Vordergrund. Die Ausgabe von Wertpapieren war Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung, da sie den Kapitalbedarf beim Aufbau neuer Unternehmen deckte. Deutlich wurde dies besonders während der Industrialisierung, als für den Bau von Stahlwerken, Eisenbahnen oder Schiffen enorme Mittel benötigt wurden. Entsprechend stieg im 19. Jahrhundert die Zahl der Börsen international sprunghaft an.

In Deutschland zählten im 18. und 19. Jahrhundert die Börsen von Augsburg, Nürnberg und Hamburg zu den bedeutendsten Finanzzentren; später wurden diese dann von Berlin und Frankfurt am Main abgelöst. Heute können in der Bundesrepublik Effekten an acht Börsenplätzen gehandelt werden, wobei Frankfurt dem Handelsvolumen nach die größte Bedeutung besitzt. Auch im internationalen Vergleich belegt die Frankfurter Börse einen Spitzenplatz; nur in New York, Tokio und London werden mehr Wertpapiere gehandelt.

Präsenzbörse: Auch der Ablauf des Handels mit Aktien ist über Jahrhunderte weitgehend gleich geblieben. Makler als Vertreter von Käufern und Verkäufern treffen sich zu bestimmten Zeiten im Börsensaal, machen per Zuruf ihre Angebote und einigen sich für das betreffende Papier auf einen Preis. Dabei stehen den Händlern heute zahlreiche Hilfsinstrumente zur Verfügung, so kann z. B. die Abrechnung elektronisch erfolgen. Geblieben ist jedoch als Grundvoraussetzung die persönliche Anwesenheit der Makler auf dem Parkett, was eine Reihe von Nachteilen birgt. Nach heutigen Maßstäben ist diese Form des Handels weniger effizient; günstiger wäre eine dezentrale Abwicklung, die den Maklern ermöglicht, direkt und auch von anderen Orten aus ihre Geschäfte zu tätigen.

Elektronischer Handel: Der technische Fortschritt der letzten Jahre, insbesondere auf dem Gebiet der Kommunikation und der Computertechnik, machte den elektronischen Handel erst möglich. Im Prinzip ist lediglich ein Zentralrechner nötig, in dem Angebot und Nachfrage automatisch abgeglichen werden, so dass eine Preisbildung erfolgen kann. Der Zugriff erfolgt von externen Computern aus, die über Datenleitungen an das System angeschlossen sind und gegebenfalls Tausende von Kilometern vom Zentralrechner entfernt stehen. Auch die Abrechnung der Geschäfte (Clearing) könnte vom System abgewickelt werden.

Das Umsetzen dieser Idee in die Praxis ist jedoch äußerst schwierig. Zum einen ist das Handelsgeschehen an der Börse äußerst komplex. Millionen von Aufträgen müssen verarbeitet werden, verschiedene Orderformen etwa limitierte Käufe Berücksichtigung finden. Zum anderen muss das System äußerst zuverlässig arbeiten, bereits kleinste Fehler könnten angesichts täglicher Milliardenumsätze schwer wiegende Folgen haben.

  1. Börse im Wandel der Zeit
  2. Bedeutende Computerbörsen
  3. Handelsformen im elektronischen Handel
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Dieser Artikel ist sehr ausführlich und hilfreich zum Verständnis vom Unterschied zwischen Präsenzbörse und dem Elektronischen Handel. Auch die geschichtlichen Aspekte sind sehr gut geschildert.