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THEMEN

Das Britische Museum

Das Britische Museum (bzw. im Englischen British Museum) wurde im Jahr 1753 in London gegründet und gehört heute zusammen mit dem Louvre zu den größten Museen der Welt. Es präsentiert nicht nur Werke der altorientalischen, griechisch-römischen und mittelalterlichen Kunst, sondern auch eine Münz- und Medaillensammlung. Zum berühmtesten Ausstellungsgut gehören der Stein von Rosette, assyrische Palastreliefs und Skulpturen des Parthenon in Athen, die als Elgin Marbles bezeichnet werden. Heute besuchen jährlich mehr als fünf Millionen Interessierte die Ausstellungen des Britischen Museums. Deren Bibliothek präsentiert sich heute als englische Nationalbibliothek. Mehr als 5,8 Millionen Menschen besuchen pro Jahr das Museum.

Entstehungsgeschichte

Die Gründung

Der Arzt, Naturwissenschaftler und Sammler Sir Hans Sloane, der von 1660 bis 1753 lebte, hatte während seines ergiebigen Wirkens eine gewaltige Anzahl von über 71.000 Gegenständen zusammengetragen. Da er diese ehrgeizige Sammlung nach seinem Tode erhalten wissen wollte, vermachte Sloane sie dem englischen König Georg II. (1683-1760), um sie der britischen Nation zur Verfügung zu stellen. Dafür sollten 20.000 Pfund an seine Erben gezahlt werden. Allerdings hatte der König wenig Interesse daran, jedoch konnte das Parlament überzeugt werden. Zahlreiche Treuhänder hatten den riesigen Besitz inspiziert und konnten den Präsidenten des Unterhauses, Arthur Onslow, für sich gewinnen. In der Folge wurde eine Parlamentsakte geschaffen, die das Britische Museum begründete und am 7. Juni 1753 vom König bestätigt wurde. Danach brachte eine öffentliche Lotterie das Geld für die Unterbringung der geschenkten Sammlung auf.

Museumsgebäude und erste Sammlungen

Zunächst zog das Museum in eine Villa aus dem 17. Jahrhundert, das sog. Montague Haus, das bereits in Bloomsbury auf dem Ausstellungsgelände des heutigen Gebäudes lag. Sechs Jahre nach dem Tod des Stifters Sir Hans Sloane öffnete das Britische Museum am 15. Januar 1759 seine Pforten und präsentierte der Öffentlichkeit seine erste Ausstellung. In der ersten Jahren ließen sich davon um 5000 Besucher im Jahr beeindrucken. Die Gründungssammlung bestand aus Büchern, Manuskripten und antiken Objekten, die Münzen und Medaillen, Drucke und Zeichnungen einschlossen. Dazu kamen Exponate aus der Naturgeschichte und der Völkerkunde. Außerdem wurden weitere Manuskriptsammlungen - die des Sir Robert Cotton und des Robert Harley - hinzugefügt. Vier Jahre nach der rechtlichen Gründung des Museums stiftete König George II. 1757 die alte königliche Bibliothek und mit ihr das Copyright bzw. Urheberrecht. Die ersten antiken Exponate von großer Bedeutung waren Sir William Hamiltons Sammlungen griechischer Vasen und anderer klassischer Gegenstände, die 1772 eingekauft wurden. Dazu kam die bemerkenswerte Erwerbung des Steins von Rosette und weiterer altägyptischer Objekte im Jahr 1802. Es folgte der Kauf der Townley Sammlung klassischer Skulpturen 1805 und der als "Elgin-Marmorwerke" bezeichneten Skulpturen des Parthenon im Jahre 1816, die der britische Gesandte an der Hohen Pforte, Lord Elgin, von der Athener Akropolis entfernt hatte.

Aber mit den vielen Neuerwerbungen und dem Ausufern sowohl der naturgeschichtlichen Sammlung als auch der Bibliothek platzte das Montague Haus schnell aus allen Nähten. Der Bau eines neuen Museumshauses wurde unerlässlich. Das wurde spätestens 1823 klar, als König Georg IV. (1762-830) dem Volk die Bibliothek seines Vater (The King's Library) schenkte. Den heutigen viereckigen Gebäudekomplex des Britischen Museums entwarf Sir Robert Smirke (1780-1867), gebaut wurde seit 1823. Der erste Abschnitt wurde größtenteils 1852 fertiggestellt und konnte dann die Exponate aus dem Montague Haus aufnehmen. Darauf folgte der bekannte runde Lesesaal, den der Bruder des Architekten, Sydney Smirke (1798-1877), gestaltete. Er wurde 1854-1857 im zentralen Innenhof errichtet.

Ein Museum neuen Typs

Für den ständig wachsenden Besucherstrom war sicherlich auch ausschlaggebend, dass es sich beim Britischen Museum um einen neuen musealen Ausstellungstyp handelte. Seine Sammlung gehört dem Volk, der Eintritt war und ist frei. Auch wurde das Museum von Beginn an von einem Rat von Treuhändern verwaltet, der nur dem Parlament verantwortlich war. Das museale Angebot richtete sich besonders an alle studierenden und wissbegierigen Menschen. In der Folge betreute und katalogisierte wissenschaftlich ausgebildetes Personal die zahlreichen Sammlungsobjekte. Das erste Studierzimmer, in dem Interessenten sich Drucken und Zeichnungen widmen konnten, war seit 1808 zugänglich. Ebenso war seit der Öffnung des Museums ein Lesesaal eingerichtet worden, in dem Lernbegierige die Bibliothek nutzen konnten. Da das Museum 1802 den Stein von Rosette mit seiner dreisprachigen Inschrift erworben hatte und diesen steinernen "Sprachenschlüssel" den Gelehrten zur Verfügung stellen konnte, gelang die bahnbrechende Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen.

  1. Entstehungsgeschichte
  2. Historische Entwicklung
  3. Die musealen Abteilungen

Bibliografie:

  • Felix Blocher, T.C. Mitchell: Siegelabrollungen auf frühaltbabylonischen Tontafeln im British Museum. Ein Katalog, München 1992
  • Julius P. Gilson, George F. Warner (Hrsg.): British Museum: Catalogue of Western Manuscripts in the Old Royal and King's Collections, München 1997
  • Spencer de Grey, Deyan Sudjic: Norman Foster and The British Museum, München 2001
  • Judy Rudoe: Decorative Arts 1850-1950. A Catalogue of the British Museum Collection, München 1991

Institution(en):

  • Anfragen der Besucher (Visitor Information):
    The British Museum
    Great Russell Street, London WC1B 3DG
    +44 (0)20 7323 8299
    visitorinformation@thebritishmuseum.ac.uk
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