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THEMEN

Das Christentum

In der Welt des Spätjudentums entstand der christliche Glaube, der sich auf Jesus von Nazareth als Stifter und Erlöser (Christus) beruft.
Gott herrscht im Christentum als Dreieinigkeit: Gott wird Mensch durch Jesus und durchdringt als Heiliger Geist die Kirche.

Leben und Leidensweg Jesu Christi

Der Name Jesus Christus setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen:

  • Jesus ist die griechisch-lateinische Form des hebräischen Namens Je/ho/schua = "Gott ist Rettung"
  • Christus ist die griechische Übersetzung des aramäischen Wortes meschiha = "der Gesalbte", "der Messias"

Dieser Messias als Erlöser und Heilbringer für die Welt wird bereits in den jüdischen Schriften erwähnt. Aus der Überzeugung, dass Jesus dieser erwartete Messias ist, wird er mit diesem Doppelnamen belegt.

Es gibt nur wenige historische Quellen für das Leben Jesu Christi. Diese Quellen sind als Grundlage in verschiedene Teile Neuen Testamentes eingegangen:

  • die vier Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes sowie
  • die Briefe des Apostels Paulus an seine verschiedenen Gemeinden

Was darin über die Lebensgeschichte Jesu aufgezeichnet wird, ist eine Mischung aus Realität und Legende, die vor allem als Glaubensbekenntnis betrachtet werden muss. Bereits mit Jesu Geburt sind mystische Vorstellungen verknüpft. Seiner Mutter, der Jungfrau Maria, wird vom Engel Gabriel die Geburt eines Sohnes angekündigt, den sie durch den Heiligen Geist empfangen wird und den sie Jesus nennen soll.

Jesus wird um 4 vor Christus in Bethlehem als Sohn des jüdischen Zimmermanns Josef und seiner Frau Maria geboren. Seine Kindheit verbringt er in Nazareth, daher trägt er später auch oft den Namen "Jesus von Nazareth". Bereits in den ersten Monaten ist Jesu Leben bedroht. Als der regierende König Herodes von der Geburt dieses als zukünftigen "König der Juden" betrachteten Kindes erfährt, fürchtet er um seine Position. Er ordnet daher an, alle Kinder im Alter bis zu zwei Jahren töten zu lassen. Josef wird jedoch durch einen Engel rechtzeitig vor Herodes' Häschern gewarnt und weicht mit seiner Familie so lange nach Ägypten aus, bis Herodes gestorben ist.

Zwischen seinem 27. und 29. Lebensjahr wird Jesus von Johannes getauft. Dabei erfährt Jesus seine Berufung. Anschließend zieht er sich in die Wüste zu einem 40-tägigen Fasten zurück. Dort begegnet er dem Teufel, dessen dreimaliger Versuchung Jesus standhält und sich damit seiner Berufung als Sohn Gottes würdig erweist.

Ungefähr ab dem 30. Lebensjahr beginnt Jesus sein Predigt- und Wanderleben. Vor Jüngern lehrt er Inhalt und Bedeutung der heiligen Schriften. In den Evangelien wird von zahlreichen Wundern Jesu berichtet, die immer auch symbolischen Charakter haben. Kern seiner Botschaft ist die Aufforderung zur Umkehr und zu einem Leben im Einklang mit dem Willen und Gesetz Gottes. Im Zentrum dieses veränderten Lebens steht die Liebe, sowohl die Liebe zu Gott als auch zum Nächsten.

Jesus setzt sich vor allem immer wieder für die Randgruppen der Gesellschaft ein, für die Armen, die Aussätzigen oder die Zöllner, die damals einen zweifelhaften Ruf genossen. Sein öffentliches Wirken verschafft ihm jedoch nicht nur eine große Zahl von Anhängern, sondern unter der Priesterschaft und der Obrigkeit auch eine Menge Feinde. Sein freierer Umgang mit den religiösen Gesetzen einerseits und seine zunehmende Bedeutung andererseits sind Ärgernis und Bedrohung gleichzeitig und führen schließlich zu seiner Verhaftung und Verurteilung.

Zum Passahfest zieht Jesus zunächst unter großem Jubel der Bevölkerung in Jerusalem ein. Nach einem gemeinsamen Mahl, dem so genannten letzten Abendmahl, wird er in Gethsemane durch den Verrat des Jüngers Judas von der römischen Besatzungsmacht verhaftet. Man stellt ihn vor das für religiöse Fragen zuständige Synedrium (Hoher Rat), das ihn unter dem Statthalter Pontius Pilatus als politischen Rebellen zum Tod am Kreuz verurteilt, damals die übliche Strafe für Schwerverbrecher und Aufständische. Jesus wird zusammen mit zwei Verschwörern am 15. des Frühlingsmonats Nisan, einem Freitag wahrscheinlich im Jahr 30, hingerichtet.

Nach seinem Tod wird er vom Kreuz abgenommen und von Josef von Arimathäa in ein Grab gelegt, das jedoch drei Tage später leer ist. Gott hat ihn vom Tode zu neuem Leben auferweckt und erhöht ihn durch die Auffahrt in den Himmel.

  1. Leben und Leidensweg Jesu Christi
  2. Christliche Lehre und christlicher Glaube
  3. Kirchen und Konfessionen
  4. Schriften
  5. Feste
  6. Teste dein Wissen!

Bibliografie:

  • Die Weltreligionen. Christentum. Ursprünge Lehre Religion heute, Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2001
  • Kleines Lexikon zum Christentum, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2007
  • Kurt Nowak: Das Christentum. Geschichte, Glaube, Ehtik, C.H. Beck Verlag, München 2006
  • Georg Schikart: Christentum, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2000
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