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THEMEN

Das Human-Genom-Projekt

Geschichte und Ziel

Das Humangenomprojekt (engl. Human Genome Project, Abk. HGP) stellte in verschiedener Hinsicht eine der größten Herausforderungen der Menschheit dar. Es sollte grundlegende molekularbiologische und medizinische Erkenntnisse liefern, würde aber auch viele ethische, soziale und rechtliche Fragen aufwerfen. Das Ziel des offiziell im Jahr 1990 begonnenen Projekts war die vollständige Aufklärung der Basensequenz des menschlichen Genoms bis zum Jahr 2005.

Ab 1995 war Deutschland mit dem Deutschen Humangenomprojekt an diesem internationalen Projekt beteiligt. Das Deutsche Humangenomprojekt war eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie und der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Bundesregierung förderte diese Projekte, da die Ergebnisse nicht nur von herausragender medizinischer Bedeutung sein würden, sondern auch ein enormes wirtschaftliches Potenzial für Forschung und Pharmaindustrie bergen. Seit 1987 wurde an der Aufklärung des menschlichen Genoms gearbeitet. Unter der Führung des Genetikers V. McKusick wurde am 7. September 1988 in Montreux/Schweiz von einem internationalen Wissenschaftlergremium die HUGO (Abk. für Human Genome Organization) gegründet. Diese Organisation sollte die weltweiten Forschungen am menschlichen Genom koordinieren. Die Kosten wurden auf 3 Mrd. Dollar geschätzt. Das erste nationale Genomprojekt wurde 1990 von den USA begonnen.

Im April 2000 verkündete der US-Forscher Craig Venter, Präsident der Gentechnik-Firma Celera Genomics in Rockville, Maryland, die nahezu vollständige Entschlüsselung des menschlichen Genoms.

Im Februar 2001 veröffentlichten nun die zwei miteinander konkurrierenden Forschergruppen, die unter dem Dach des Human-Genom-Konsortiums bzw. bei der Firma Celera Genomics arbeiteten, die aus der Entschlüsselung gewonnenen Daten. Während die Daten des Human-Genom-Konsortiums in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurden, erschienen die Daten von Celera in der Zeitschrift Science, beide in der jeweiligen Februar-Ausgabe 2001. Diesen als Rohfassung geltenden Daten folgte 2003 die mit den heutigen technischen Möglichkeiten herstellbare Endfassung des entschlüsselten menschlichen Genoms.

Ein erstaunliches Ergebnis, auf das beide Forschergruppen unabhängig voneinander gekommen waren, ist, dass das menschliche Genom keineswegs über 100 000 Gene, wie früher vermutet, enthält, sondern wesentlich weniger. Die Zahlen wurden seitdem immer wieder nach unten korrigiert, und auch, wenn bisher keine vollständige Einigkeit erzielt werden konnte, gilt nun eine Zahl um etwa 22 000 als wahrscheinlich.

Erstaunlich ist auch, dass nur 1,5 Prozent des Genoms nach dem genetischen Code verschlüsselte Informationen für den Zusammenbau von Eiweißmolekülen enthält. Der riesige Rest von 98,5 Prozent besteht aus nichtcodierenden DNA-Sequenzen, erscheint also wirr und unverständlich. Seit neuestem weiß man, dass solche Regionen vielfach mit genetischen Schaltern, die Gene an- und abschalten können, übersät sind. Dutzende von Schaltern können Einfluss auf ein Gen nehmen. Das könnte auch die geringe Zahl an Genen erklären, die sich nun herausgeschält hat.

  1. Geschichte und Ziel
  2. Genetische Grundlagen
  3. Gentechnische Methoden
  4. Anwendungen
  5. Folgenabschätzung

Bibliografie:

  • Kevin Davies: Die Sequenz. Der Wettlauf um das menschliche Genom, München 2003
  • Ernst P. Fischer: Das Genom, Frankfurt 2004
  • H. Stamatiadis-Smidt u.a. (Hrsg.), Das Genom-Puzzle. Forscher auf der Spur der Erbanlagen, Springer Verlag, Heidelberg 1998
  • T. Strachan: Das menschliche Genom, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1994
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