Das Oratorium
Historische Wurzeln
Das Oratorium bildet sich im 16. Jahrhundert als geistliches Pendant zur Oper heraus. Entscheidende Unterschiede liegen dabei sowohl in einem Verzicht auf szenische Darstellung der Handlung sowie im Inhalt der Texte, die zumeist biblischen oder geistlichen Ursprungs sind.
Der Begriff geht auf das lateinische Wort "oratorio" zurück, mit dem seit dem Mittelalter eine Kapelle bzw. ein liturgischer Raum bezeichnet wird, der nicht dem allgemeinen Gottesdienst gewidmet ist. In einem solchen Oratorium hält Filippo Neri (1515-1595) Ende des 16. Jahrhunderts außerliturgische Abendandachten ab, die er mit Musik umrahmen lässt. Daraus entsteht um 1640 nicht nur eine eigene musikalische Gattung, sondern leitet sich auch die Bezeichnung derselben mit dem Begriff "Oratorium" ab. Daneben existieren jedoch auch Bezeichnungen wie "Dramma", "Melodramma sacra" (spirituale), "Componimento sacro", "Historia" "Cantata" (Kantate) "Sacred drama", "Mystère", "Poème sacré" oder "Scène biblique" für diese musikalische Gattung.
Die Grenzen zwischen "Oratorium", "Passion", "Messe" oder "Kantate" sind zum Teil fließend und nicht immer lässt sich ein Werk eindeutig der Gattung "Oratorium" zuordnen.
- Historische Wurzeln
- 17. Jahrhundert
- 18. Jahrhundert
- 19. Jahrhundert
- 20. und 21. Jahrhundert
Bibliografie:
- Oratorium. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Sachteil, Bärenreiter Verlag, 2. Auflage Kassel 1997, Bd. 7, Sp. 741 -811
- Silke Leopold, Ullrich Scheideler: Oratorienführer, Stuttgart 2000
- Günther Massenkeil: Oratorium und Passion, 1998
- Werner Oehlmann, Alexander Wagner: Reclams Chormusik- und Oratorienführer, Ph. Reclam Verlag, Ditzingen 1999







0 Kommentare