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THEMEN

Das römische Haus und seine Einrichtung

Einleitung

Die Geschichte des römischen Hauses lässt sich als ein ständiger Wachstumsprozess verstehen. Infolge äußerer Anregungen und sich wandelnder Bedürfnisse werden immer neue technische und stilistische Elemente in die bestehende Bauweise integriert und dabei die Funktionen der einzelnen Elemente fortlaufend geändert.

Am Anfang stehen in neolithischer Zeit einräumige runde oder ovale Hütten mit eingetieftem Fußboden und kegelförmigem Dach, aber ohne Mittelstütze. In der Folgezeit begegnen uns auch rechteckige Grundrisse, in geschlossenen Siedlungen regelmäßig orientiert, und Anlagen mit mehreren Räumen, die vom Hauptraum aus zugänglich sind. Ein direkter Zusammenhang mit der analogen Entwicklung zum griechischen Megaron, die sich in Sizilien seit der Bronzezeit nachweisen lässt, scheint nicht zu bestehen.

Hüttenurnen aus der Villanovakultur mit verschiedenen Grundrissen und kegelförmigen Dächern oder kurzen, buckligen Firsten geben eine Vorstellung von den uralten Hütten Latiums. Antike Berichte über den primitiven Zustand des Vestatempels in Rom stimmen damit überein.

Neue Elemente trugen die Etrusker bei. Als erdbestattendes Volk bauten diese den Toten Gräber, die sich als Zeugnisse ihrer Wohnbauweise erhalten haben. Neben gewöhnlichen Grabkammern, den einräumigen Wohnungen der einfachen Leute nachgebildet, finden sich hoch entwickelte vielräumige, symmetrisch angelegte Formen, wie sie dem Wohnstil der Vornehmen entsprachen. Ein besonders schönes Beispiel ist das Volumniergrab bei Perugia.

Je größer die Anlagen wurden, desto sorgfältiger musste das Dachgebälk gearbeitet, desto häufiger mussten auch gemauerte Wände, Pfeiler und Pilaster für die tragenden Teile verwendet werden.

Beides, Zimmermannskunst und Mauertechnik, beherrschten die Etrusker. An der bei ihnen üblichen Satteldachkonstruktion hatten sie technische Fähigkeiten geübt, die sie dann auch auf die italische ("umbrische") Walmdachkonstruktion übertragen konnten.

Ein besonderes Problem bildete die Lichtzufuhr. Das Licht scheint in den frühen Häusern stets von oben gekommen zu sein: im alten Walmdachhaus von einer Dachöffnung, im etruskischen Satteldachhaus vielleicht von der Giebelwand. Im späteren Atriumhaus laufen beide Traditionen zusammen: Die Grundform bildet das italische Haus mit einem durch eine Dachöffnung beleuchteten Hauptraum, dem Atrium; die Erweiterung zum mehrzelligen Typ wird möglich durch die konstruktiven Fähigkeiten der Etrusker. Das Atriumhaus ist seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. das Wohnhaus der Vornehmen.

  1. Einleitung
  2. Die Anlage des Atriumhauses
  3. Wohnungen der Reichen und der Armen
  4. Material und Technik
  5. Wasser, Heizung, sanitäre Anlagen und Beleuchtung
  6. Haustiere und Sklaven
  7. Hausrat
  8. Hypertrophie

Bibliografie:

  • Erika Brödner: Wohnen in der Antike, Darmstadt 21993
  • Harald Mielsch: Die römische Villa. Architektur und Lebensform, München 21997
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