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THEMEN

Das Zeitalter der Romantik

Einführung

Der literarische Begriff "Romantik" tauchte als Bezeichnung des Fantastischen, "Romanhaften" bereits in der Mitte des 17. Jahrhunderts auf. In der deutschen Literatur wurden ab dem Ende des 18. Jahrhunderts Stoffgebiete als "romantisch" bezeichnet, die sich ohne Blick für die soziale und politische Realität vorwiegend oder ausschließlich mit Geheimnisvollem, Märchenhaftem und Fantastischem befassten.

In der Musik zeigte sich die Romantik zunächst in dem Bestreben, alle Arten der Kunst unter dem Primat der Musik zu verbinden. Die Oper, die verschiedenste Kunstgattungen miteinander verknüpft, nahm in diesem Zusammenhang einen besonderen Aufschwung.

Entsprechend dem Wunsch, Emotionen musikalisch auszudrücken, kam es abseits klassischer Formelhaftigkeit zur Ausweitung und Verfeinerung orchestraler Klangwirkungen, zu einer Erhöhung der Spannung im Hamonischen und zur Überwindung des strengen, vorgegebenen Rhythmus. Robert Schumann, ein Hauptvertreter der deutschen Romantik, wenn auch kaum auf dem Gebiet der Oper, und Verfasser zahlreicher musiktheoretischer Schriften, spricht bildhaft von einer "Auflösung der Taktschwere zugunsten einer höheren poetischen Interpunktion". Damit war dem freien Gefühlsausdruck in der Musik Tür und Tor geöffnet.

In der Folge waren die Komponisten mehr als bisher bestrebt, musikalisches Volksgut in ihre Werke aufzunehmen. Dies führte u. a. zu einem stark national gefärbten Klangbild und trug dazu bei, dass sich eine Vielfalt romantischer Kompositionsrichtungen entwickelte, wogegen etwa zur Zeit des Barock ohne theoretische Vorkenntnisse kaum die Unterschiede zwischen französischer und italienischer Komponierweise feststellbar waren, weil die strengen Regeln der voneinander nur in Nuancen abweichenden musikalischen Schulen alle Kompositionen prägen und ein einheitliches Bild schufen.

Bei der romantischen Oper wirkten sich die Klangunterschiede am deutlichsten aus, weil hier die nationalen Eigenarten am stärksten durchschlugen: In Italien dominierte, ausgehend vom Volkslied, die Singstimme, während im deutschen Raum vor allem bei der Orchesterbehandlung frühzeitig Fortschritte erzielt wurden. Dagegen entwickelte sich die französische Oper vom musikalischen Pomp, dem sie anfangs zuneigte, zum Sentimentalen.

Sämtliche Stilrichtungen entzogen sich hingegen der bis dahin allgegenwärtigen Wiener Klassik, ihrer Dichte und Einheitlichkeit. In Italien entstand der Belcanto mit seinem geradezu trotzig alle Regeln sprengen Ziergesang, während im deutschen Raum im Anschluss an die "klassischen" Romantiker Karl Maria von Weber und Heinrich Marschner das Volksliedhafte und Biedermeierliche etwa eines Albert Lortzing Verbreitung erfuhr. In Frankreich wiederum mischten sich italienische und deutsche Stilelemente, etwa bei Giacomo Meyerbeer, dessen ausladende Kompositonsweise durch Charles Gounod und Jules Massenet eine Verinnerlichung und Rückführung auf normale Dimensionen erlebte. Besonderes Augenmerk auf die Reinhaltung der Musik von fremden Einflüssen wurde in Russland gelegt, obwohl gerade der Begründer der nationalrussischen Oper, Michail I. Glinka, zunächst wegen der Einbeziehung von Volksmusik in seine Opern kritisiert wurde.

Ihre Höhepunkte erreichte die romantische Oper im deutschen und italienischen Raum, wo zwei überragende Komponistenpersönlichkeiten heranwuchsen, an denen alle späteren Opern gemessen wurden: Richard Wagner, der Klangwirkungen der Musik des 20. Jahrhunderts vorwegnahm, und Giuseppe Verdi, der, vom Belcanto Vincenzo Bellinis und Gaetano Donizettis ausgehend, die italienische Oper in ungeahnter Weise verfeinerte, um sich schließlich mit Wagner beim Musikdrama zu treffen.

  1. Einführung
  2. Die deutsche Romantik
  3. Von der Buffa zum Belcanto
  4. Frankreichs Grand opéra
  5. Volkstümliche Nationalopern
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