Datenverarbeitungs- und Informatikberufe
Datenverarbeitungs- und Informatikberufe
Kaum etwas hat die Arbeitswelt in den letzten Jahren so sehr verändert wie der Computer. Der Aufbau der weltweiten Computervernetzung schreitet mit großer Geschwindigkeit voran, die Benutzung von Computern gehört zum Alltag. Der Einsatz von digitalen Rechenanlagen (Computern) erfolgt in allen Bereichen von Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Technik. In der Wirtschaft kommen Datenverarbeitungsanlagen z. B. bei Verkaufsabrechnungen, beim Ausstellen der Rechnungsformulare, bei der Lagerbestandsüberwachung, Materialabrechnung, Buchhaltung, Lohnabrechnung und Arbeitskostenverteilung zum Einsatz.

Für die wachsende Anzahl von PCs und Computern werden Experten gebraucht, die die Computer-Anlagen installieren und warten. Es müssen Programme erarbeitet und auf die Bedürfnisse der Benutzer abgestimmt werden. Spezialisten werden benötigt, die ihre Kenntnisse an die Anwender weitergeben und diese schulen. Andere wiederum müssen Anlagen optimieren und den Bedürfnissen der Benutzer entsprechend einrichten. Datenbanken müssen angelegt und verwaltet werden, Informationen aus den Daten gesucht werden. Informatiker vermitteln zwischen einem Problem und dessen Lösung mit Hilfe einer EDV-Anlage, indem sie das Problem analysieren und für die Programmierung aufbereiten.
Dies eröffnet ein breites Betätigungsfeld mit entsprechenden Spezialisierungsmöglichkeiten. Die neuen Ausbildungsberufe in der Informations- und Telekommunikationstechnik (IT-System-Elektroniker; Fachinformatiker, Fachrichtung Anwendungsentwicklung; Fachinformatiker, Fachrichtung Systemintegration; IT-System-Kaufleute; Informatikkaufleute) unterstützen den wirtschaftlichen Strukturwandel, erschließen neue Beschäftigungsbereiche und sichern ein Ausbildungsplatzangebot mit interessanten beruflichen Entwicklungschancen.
Voraussetzungen für Datenverarbeitungs- und Informatikberufe sind vor allem technisches Interesse und mathematische Kenntnisse.
Mathematisch-technischer Assistent, Mathematisch-technische Assistentin
Mathematisch-technische Assistenten arbeiten in Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen der Informations- und Kommunikationstechnik entwickeln, anbieten und einsetzen. Sie haben die Aufgabe, Informationstechnik sachkundig zu gestalten, einzusetzen und anzupassen. Sie unterstützen Mathematiker und Informatiker bei der Problemanalyse, programmieren auch selbstständig und übernehmen technische und kaufmännische Aufgaben.
Die Dauer der Vollzeit-Ausbildung zum Mathematisch-technischen Assistenten beträgt in der Regel zwischen einem Jahr und drei Jahren. Zugangsvoraussetzung ist ein mittlerer Bildungsabschluss. Ein einheitliches Berufsbild besteht nicht. Die Ausbildung endet mit einer Prüfung vor einem staatlichen Prüfungsausschuss
Assistent /Assistentin für Automatisierungs- und Computertechnik
Assistenten für Automatisierungs- und Computertechnik finden ihre Arbeitsplätze u. a. in Produktionsbetrieben, im Vertrieb oder im Dienstleistungsbereich. Sie übernehmen eine Vielzahl von technischen Aufgaben aus den verschiedenen Bereichen der industriellen Fertigungstechnik. Insbesondere beschäftigen sie sich mit den Hard- und Software-Problemen der Automatisierung. Hierzu erfassen sie sämtliche Arbeits- und Fertigungsabläufe eines Projekts und untersuchen die Möglichkeit, diese Abläufe unter Einsatz und Nutzung von Mikrotechnologie zu rationalisieren und zu verbessern.
Die Dauer der Ausbildung zum Assistenten für Automatisierungs- und Computertechnik beträgt in der Regel zwischen zwei und drei (Erwerb der Fachhochschulreife) Jahren. Es handelt sich um eine schulische Berufsausbildung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich mit theoretischen und praktischen Ausbildungsteilen.
Informatiker, Informatikerin
Der Arbeitsplatz von Informatikern befindet sich in nahezu allen Branchen, Behörden und Institutionen, die Hard- und Software zur Abwicklung von Geschäftsprozessen einsetzen. Zum Aufgabengebiet von Informatikern gehört beispielsweise die Entwicklung und Aufstellung von Programmen sowohl für einzelne Abläufe als auch für ganze Betriebssysteme. Sie sind in der Systemadministration oder in der Projektleitung tätig.
Der Zugang zur Tätigkeit als Informatiker ist ein Studium an Fachhochschulen oder Universitäten. Bis zum Bachelorabschluss beträgt die Studiendauer mindestens 3 höchstens 4 Jahre.
Technischer Systeminformatiker, Technische Systeminformatikerin
Technische Systeminformatiker arbeiten überwiegend in Produktionsbetrieben, die (computerunterstützte) Geräte, Anlagen und Systeme der Computertechnik, Netzwerktechnik und Automatisierungstechnik entwickeln, herstellen und einsetzen. Man findet sie aber auch in Ingenieursbüros sowie System- und Softwarehäusern. Sie beschäftigen sich mit Hard- und Software-Problemen der Computer- und Netzwerktechnik, insbesondere im Zusammenhang mit Fertigungs- und Automatisierungssystemen.
Bei der Ausbildung zum Technischen Systeminformatiker handelt es sich um eine schulische Berufsausbildung für Abiturienten und Abiturientinnen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich, die zwei Jahre dauert.
IT-System-Elektroniker, IT-System-Elektronikerin
Informations- und Telekommunikationssystemelektroniker (IT-System-Elektroniker) arbeiten in Unternehmen oder IT-Abteilungen von Betrieben, die Produkte und Dienstleistungen der Informations- und Telekommunikationstechnik anbieten. Sie planen und installieren Systeme, Systemkomponenten und Netzwerke der Informationstechnik. IT-System-Elektroniker installieren Stromversorgungen, nehmen die Systeme in Betrieb, installieren Software, analysieren und beheben Störungen, informieren und beraten die Kunden und realisieren kundenspezifische Lösungen.
IT-System-Elektroniker ist ein staatlich anerkannter dualer Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet an den Lernorten Betrieb und Berufsschule statt.
Fachinformatiker, Fachinformatikerin, Fachrichtung Anwendungsentwicklung
Fachinformatiker der Fachrichtung Anwendungsentwicklung arbeiten in Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen der Informations- und Kommunikationstechnik anbieten, beispielsweise Computerhersteller, System- und Softwarehäuser. Sie sind aber auch bei branchenübergreifenden Unternehmen zu finden, die entsprechende Informations- und Kommunikationstechniken anbieten, sowie bei unternehmensinternen oder externen Dienstleistern, Anbietern von Lernsoftware oder in Internet- und E-Business-Beratungsunternehmen.
Fachinformatiker der Fachrichtung Anwendungsentwicklung analysieren Abläufe und Verfahren bei Kunden, entwickeln und programmieren kundenspezifische Software, beraten die Anwender der Software und führen Schulungen durch.
Fachinformatiker der Fachrichtung Anwendungsentwicklung ist ein staatlich anerkannter dualer Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet an den Lernorten Betrieb und Berufsschule statt.
Fachinformatiker, Fachinformatikerin, Fachrichtung Systemintegration

Fachinformatiker der Fachrichtung Systemintegration arbeiten in Unternehmen, die IT-Produkte und Dienstleistungen anbieten, beispielsweise Software- und Systemhäuser. Zu finden sind sie aber auch branchenübergreifend bei solchen Firmen, die entsprechende IT-Technik anwenden. Eingesetzt werden sie in Fachabteilungen, die mit der Erstellung und Pflege von Systemen und Netzen beschäftigt sind.
Fachinformatiker der Fachrichtung Systemintegration installieren und betreiben vernetzte Informations- und Kommunikationssysteme. Zu ihren Aufgaben gehört ebenfalls die Beratung interner und externer Anwender bei Auswahl und Einsatz der Geräte, die Behebung von Anwendungs- und Systemproblemen, die Erstellung von Systemdokumentationen sowie die Durchführung von Schulungen.
Fachinformatiker der Fachrichtung Systemintegration ist ein staatlich anerkannter dualer Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet an den Lernorten Betrieb und Berufsschule statt.
IT-System-Kaufmann, IT-System-Kauffrau
Informations- und Telekommunikationssystemkaufleute (IT-System-Kaufleute) arbeiten in Unternehmen oder IT-Abteilungen von Betrieben, die Produkte und Dienstleistungen der Informationstechnik anbieten. Hauptsächlich sind sie in den Bereichen Vertrieb, Beratung und Service tätig. IT-System-Kaufleute analysieren die speziellen Kundenanforderungen, konzipieren passende IT-System-Lösungen und verkaufen diese an die Kunden. Dabei übernehmen sie die kaufmännische Betreuung der Systemlösungen von der Angebotserstellung bis hin zur Nachkalkulation. IT-System-Kaufleute installieren diese Systeme bei den Kunden und führen Serviceleistungen, Werbemaßnahmen und Schulungen durch.
IT-System-Kaufmann / IT-System-Kauffrau ist ein staatlich anerkannter dualer Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet an den Lernorten Betrieb und Berufsschule statt.
Informatikkaufmann, Informatikkauffrau
Informatikkaufleute arbeiten in erster Linie bei Anwendern der Informations- und Kommunikationstechnologie. Sie sind in allen Zweigen der Industrie sowie beispielsweise auch im Handel, im Banken- und Versicherungsgewerbe und in der Telekommunikationsbranche zu finden.
Informatikkaufleute analysieren Geschäftsabläufe hinsichtlich der EDV-Einsatzmöglichkeiten und ermitteln den Bedarf an informations- und kommunikationstechnischen Systemen. Sie beschaffen diese benötigten Systeme, führen sie ein, administrieren, kontrollieren und bedienen sie.
Informatikkaufmann / Informatikkauffrau ist ein staatlich anerkannter dualer Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet an den Lernorten Betrieb und Berufsschule statt.
Bibliografie:
- Thomas Schneider, Prüfungsbuch für IT-Berufe, 3. Auflage, Stuttgart 2007
- Manfred Wünsche: Prüfungsvorbereitung für IT-Berufe, 4. Auflage, Wiesbaden 2009









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