David
Kurzbiografie
König von Juda und Israel, von vermutlich 1002 bis 963 v. Chr.: David ("der Geliebte, Freund"), jüngster Sohn des Ischai (1. Samuel 16,11; 17,14) und der Isaj aus Bethlehem im Stamme Juda. Zweiter von Samuel gesalbter König in Israel als Nachfolger seines Schwiegervaters Saul (um 1000 v. Chr.). Begründer einer Dynastie, die rund 500 Jahre bestand und aus deren Stamm der Messias erwartet wurde. Nach Kämpfen gegen übermächtige Feinde (Philister [Sage von David und Goliath], Kanaanäer und Jesobiter; (1. Samuel 17) und Unterwerfung der Nachbarstaaten bewirkte er die Vereinigung von zwölf israelitischen Stämmen, von denen ihm bis dahin die Nordstämme feindlich gesinnt waren, zu einem in der jüdischen Geschichte einzigartigen Großreich. Salbung zum 1. König von Gesamtisrael durch Samuel. Davids erste Handlung nach seiner Inthronisation war die Eroberung der schwer einnehmbaren jesobitischen Feste Jerusalem (2. Samuel 5,6-8). Er erhob den Ort zu seinem Herrschersitz und machte ihn nach der Überführung der Heiligen Bundeslade zum kultischen Mittelpunkt der Juden.
Seinen Ruhm erwarb David nicht allein als erfolgreicher Heerführer und weitsichtiger Politiker. Seinen Ruf erwarb er sich in gleichem Maß als Verwalter des Reiches, dessen Bestand aber noch zu seinen Lebzeiten stets gefährdet war. Er baute das Staatswesen aus, indem er die Verwaltung zentralisierte, machte Hohepriester zu Beamten, organisierte ein stehendes Heer aus nicht israelitischen Söldnern, organisierte das Rechtswesen, förderte den Handel und veranlasste eine Volkszählung.
In der Tradition lebt David nicht nur als Einiger des Judentums, sondern auch als Dichter und Sänger fort. So werden ihm die in dem geschichtlichen Bericht über sein Leben eingestreuten poetischen Stücke zugeschrieben (2. Samuel 1,9-27; 3,33-34 u.a.). Zu ihnen gehört vermutlich auch Psalm 24,7-10 als Einzugslied der Bundeslade bei der Überführung vom eroberten Silo nach Jerusalem sowie zahlreiche Dichtungen, die den imponierenden Persönlichkeitsausdruck Davids ausweisen. Zu ihnen zählt insbesondere das Klagelied auf Saul und Jonathan.
Trotz all seiner vielseitigen Begabung ist seine Person nicht unumstritten. Zwar wird von seiner Güte und Rücksichtnahme gegenüber seinen Freunden und Gefolgsleuten sowie den von ihm besiegten Feinden berichtet. Dagegen zielt die Kritik an seiner Person vor allem auf deren Maßlosigkeit, Rücksichtslosigkeit bei der Durchsetzung von Plänen und den Hang zur Selbstüberschätzung.
- Kurzbiografie
- Leben und Werk
- David als Sinnbild in der Kunst
Bibliografie:
- Stefan Ark Nitsche: König David. Sein Leben - seine Zeit - seine Welt, Gütersloh 2002
- Walter Dietrich, Hubert Herkommer: König David - biblische Schlüsselfigur und europäische Leitgestalt, Stuttgart 2003
- Josef Kausemann: Der Mann nach Gottes Herz. Das Leben Davids, Konstanz 2001
- Paul Maiberger: Das Alte Testament in seinen großen Gestalten, Mainz 1995









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