Der Bau der Mauer
Lexikon: Der Bau der Mauer

In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 marschierten Truppeneinheiten der Volksarmee und Volkspolizei überraschend im sowjetischen Sektor Berlins auf und begannen, diesen mit einer Stacheldrahtabsperrung quer durch Berlin abzuriegeln. In den folgenden Monaten und Jahren wurde diese Abriegelung nach und nach zu einer durchgehenden Mauer mit ausgeklügelten Sicherungsanlagen ergänzt, die den freien Durchgang zwischen dem Ost- und dem Westteil der auf der Basis des Viermächteabkommens von 1945 in vier Besatzungszonen aufgeteilten Stadt auf Dauer beendete.
Ziel der Abriegelung war, den Bewohnern der DDR und Ostberlins die Flucht nach Westberlin unmöglich zu machen. Der ständige Flüchtlingsstrom hatte die DDR durch Arbeitskräftemangel in große wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht.
Für die Bevölkerung der geteilten Stadt hatte der Mauerbau einschneidende Folgen. Täglich überschritten vor dem Mauerbau rd. 60 000 Grenzgänger die Demarkationslinie, um ihrer Arbeit im anderen Teil der Stadt nachzugehen (49 000 Ostberliner arbeiteten in Westberlin, 10 000 Westberliner in Ostberlin). Außerdem bestanden bei etwa 70 % der Westberliner familiäre Beziehungen zu Ostberlinern. Durch den Mauerbau wurden beide Teile der Stadt hermetisch voneinander abgeriegelt. Die meisten der 81 Grenzübergänge wurden geschlossen. Westberliner durften den Ostsektor nur noch unter Vorlage eines Passierscheins betreten. Für Ostberliner blieb die Grenze geschlossen. Einzig zur Erledigung der eng definierten "dringenden Familienangelegenheiten" und für Rentner, denen ab 1964 jährlich eine Reise in die Bundesrepublik freigestellt war, wurde eine Ausnahme gemacht. Der Mauerbau weckte im Westen eine Welle von Empörung. Doch es sollte bis zum 9. November 1989 dauern bis die DDR die Grenzübergänge öffnete und alle Reisebeschränkungen aufhob.
- Lexikon: Der Bau der Mauer
- Die Krise um Berlin 1958 bis 1961
- Innere Probleme der DDR
- Biografie: Walter Ulbricht
- Der 13. August 1961-Berlin wird zweigeteilt
Bibliografie:
- Hans Hermann Hertle u. a. : Mauerbau und Mauerfall, 2002
- Matthias Judt (Hrsg): DDR-Geschichte in Dokumenten, 1997
- Jürgen Ritter u. a.: Die Grenze, 2001
- Klaus Schröder: Der SED-Staat. Partei, Staat und Gesellschaft 1949-1990, 1998
- Hermann Weber: Die DDR 1945-1990, 2005









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