Der Bauernkrieg (1524/25) | http://www.wissen.de/thema/der-bauernkrieg-152425
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Der Bauernkrieg (1524/25)

Vorgeschichte

Der Bauernkrieg von 1524/25 ist die erste große Massenerhebung in der deutschen Geschichte. Er zerfällt in zahlreiche Einzelaktionen und trägt in seinem historischen Charakter sowohl rückwärts gewandte als auch - vor allem in seinen sozial-revolutionären Zielvorstellungen - avantgardistische Züge und stellte insofern etwas Neues dar. Damit war der Bauernkrieg mehr als eine weitere jener für die alteuropäischen Agrargesellschaften typischen Empörungen gegen Bedrückungen durch die Grundherren und landesherrliche Steuerlasten. Diese - zur Vorgeschichte des Bauernkriegs gehörenden - Erhebungen hatte es seit Mitte des 14. Jahrhunderts immer wieder gegeben. Ab 1475 nahm ihre Intensität zu. Die Schwerpunkte dieser Rebellionen lagen in der Schweiz, am Oberrhein sowie in Innerösterreich. Anfang des 16. Jahrhunderts hatte es im Oberrheintal die bäuerliche Aufstandsbewegung des "Bundschuh" gegeben. In Württemberg waren Proteste gegen erhöhte Steuerforderungen der Landesherren Auslöser der Rebellion des "Armen Konrad". Beide Erhebungen wurden jedoch von der Obrigkeit rasch niedergeschlagen.
Bild
Titelblatt der Flugschrift 'Der Bundschuh' von 1513. Auf der Fahne ist der gekreuzigte Christus zu sehen.

Von besonderer Bedeutung für Ausbruch und Verlauf des Bauernkriegs war die zeitliche Parallelität zu den Anfängen der Reformation, wenn gleich sich Martin Luther nach anfänglichem Sympathisieren mit den bedrängten Bauern eindeutig auf die Seite der landesherrlichen Obrigkeit stellte. So etwa mit großem Nachdruck in seiner Schrift "Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern" vom Mai 1525, in der er die Fürsten zu rücksichtslosem Kampf gegen die Aufständischen aufforderte. "Drum soll hie zuschmeißen, würgen und stechen heimlich oder öffentlich, wer da kann, und gedenken, dass nichts giftiger, schädlicher, teuflischer sein kann, denn ein aufrüherischer Mensch, gleich als wenn man einen tollen Hund totschlagen muss;.." In ihrer geistig-theologischen Ausrichtung standen die aufständischen Bauern mit ihren Forderungen zudem in der Tradition der in England bzw. Böhmen wirkenden Kirchen-Rebellen John Wiclif (um 1330 - 1387) und Jan Hus (um 1370 - 1425). Zu den längerfristigen Ursachen des Bauernkrieges zählte auch der starke Bevölkerungszuwachs seit Mitte des 15. Jahrhunderts, vor allem im Südwesten, der erhebliche soziale Folgen hatte. Zunächst wurde versucht, durch Rodungen und Teilung des Gemeinde-Besitzes (Allmende) neues Ackerland zu schaffen; dennoch stieg die Zahl der Klein- und Kleinstbauern stark an, deren Besitz ein Auskommen kaum mehr sicherte. In einigen Gebieten Oberschwabens, Württembergs oder Thüringens zählten um 1500 etwa 40% der Landbevölkerung zu dieser Gruppe der Armen, die von Steuererhöhungen besonders schwer betroffen waren.

  1. Vorgeschichte
  2. Verlauf

Bibliografie:

  • P. Blickle: Die Bauernkrieg. Die Revolution des kleines Mannes, 2002 (10. Aufl.)
  • H. Buszello/P. Blickle/R. Endres: Der deutsche Bauernkrieg, 1995
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Sie haben das unverständlich für einen Schüler erklärt meine Frage war nämlich:
WARUM ist der Bundschuh auf der Fahne!