Der Bauernkrieg (1524/25)
Vorgeschichte

Von besonderer Bedeutung für Ausbruch und Verlauf des Bauernkriegs war die zeitliche Parallelität zu den Anfängen der Reformation, wenn gleich sich Martin Luther nach anfänglichem Sympathisieren mit den bedrängten Bauern eindeutig auf die Seite der landesherrlichen Obrigkeit stellte. So etwa mit großem Nachdruck in seiner Schrift "Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern" vom Mai 1525, in der er die Fürsten zu rücksichtslosem Kampf gegen die Aufständischen aufforderte. "Drum soll hie zuschmeißen, würgen und stechen heimlich oder öffentlich, wer da kann, und gedenken, dass nichts giftiger, schädlicher, teuflischer sein kann, denn ein aufrüherischer Mensch, gleich als wenn man einen tollen Hund totschlagen muss;.." In ihrer geistig-theologischen Ausrichtung standen die aufständischen Bauern mit ihren Forderungen zudem in der Tradition der in England bzw. Böhmen wirkenden Kirchen-Rebellen John Wiclif (um 1330 - 1387) und Jan Hus (um 1370 - 1425). Zu den längerfristigen Ursachen des Bauernkrieges zählte auch der starke Bevölkerungszuwachs seit Mitte des 15. Jahrhunderts, vor allem im Südwesten, der erhebliche soziale Folgen hatte. Zunächst wurde versucht, durch Rodungen und Teilung des Gemeinde-Besitzes (Allmende) neues Ackerland zu schaffen; dennoch stieg die Zahl der Klein- und Kleinstbauern stark an, deren Besitz ein Auskommen kaum mehr sicherte. In einigen Gebieten Oberschwabens, Württembergs oder Thüringens zählten um 1500 etwa 40% der Landbevölkerung zu dieser Gruppe der Armen, die von Steuererhöhungen besonders schwer betroffen waren.
- Vorgeschichte
- Verlauf
Bibliografie:
- P. Blickle: Die Bauernkrieg. Die Revolution des kleines Mannes, 2002 (10. Aufl.)
- H. Buszello/P. Blickle/R. Endres: Der deutsche Bauernkrieg, 1995









1 Kommentar