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THEMEN

Der Deutsche Ritterorden und seine Geschichte

Von der bürgerlichen Bruderschaft zum Ritterorden

Gründung des Deutschen Hospitals in Jerusalem

Als im Verlaufe des Dritten Kreuzzuges (1189-1192), auf dem Kaiser Friedrich I. ertrunken war, dessen Sohn Friedrich als Herzog von Schwaben das deutsche Ritterheer gegen Akkon führte, brachen während der achtmonatigen Belagerung Seuchen aus. Lübecker und Bremer Bürger richteten 1190 aus Schiffssegeln ein Zeltspital zur Betreuung der Kranken ein und gründeten eine bürgerliche Hospitalbruderschaft des „Deutschen Hospitals St. Marien von Jerusalem“. Damit war die Keimzelle des Deutschen Ordens gelegt, der in der Folge u.a. unter der Protektion der Staufer und ihrer Parteigänger prosperieren sollte.

Staufischer Stützpunkt

Weil der mit der Regentin von Sizilien verheiratete Stauferkaiser Heinrich VI. seinen Machtbereich in den östlichen Mittelmeerraum auszudehnen gedachte, kam ihm eine deutsche Dauerpräsenz in Jerusalem gelegen. Die Bruderschaft vom Deutschen Hospital wurde 1198 in einen Ritterorden umgewandelt, der sich an der Johanniter- und Templerregel - Keuschheit, Gehorsam und Armut - orientieren sollte. Die päpstliche Anerkennung folgte schrittweise, bis der Deutsche Orden um 1230 gleichberechtigt neben den Johannitern und den Templern stand. Rittertum und Krankenpflege sollten in gleichem Maße seine Aufgaben sein, wobei allerdings spätestens nach seiner Verlegung ins polnische Gebiet die Hospitalität hinter der Heidenverfolgung zurückstehen sollte. Die Ordensleute trugen weiße Mäntel mit einem schwarzen Kreuz.

Rasches Wachstum

In rascher Folge entstanden alsbald im Orient und in ganz Europa zahlreiche Ordenshäuser, Kommenden (oder Komtureien) genannt. Es war dem diplomatischen Geschick des Hochmeisters Hermann von Salza (1209-1239) zu verdanken, dass die in ständigem Hegemonialstreit liegenden Kaiser und Päpste der Zeit dem Orden gleichermaßen gewogen blieben und ihn reich mit Privilegien und Gütern ausstatteten, was adelige und bürgerliche Stifter nach sich zog. Diese Entwicklung setzte sich in den nächsten Jahrzehnten fort. Reiche Männer traten dem Orden bei, wie z.B. Heinrich von Hohenlohe, der die Schenkung Mergentheim einbrachte und 1232 Deutschmeister aller deutschen Ordenskommenden wurde. Territorialfürsten Thüringens, Hessens, Frankens und Schwabens vergrößerten den Besitzstand um weitere Landschenkungen.

  1. Von der bürgerlichen Bruderschaft zum Ritterorden
  2. Territorialisierungstendenzen
  3. Okkupation Preußens
  4. Ausdehnung nach Osten und Westen
  5. Niedergang der Ordensmacht
  6. Der Staat der Deutschordensritter
  7. Der Deutsche Orden seit dem 19. Jahrhundert
  8. Teste dein Wissen!

Bibliografie:

  • Udo Arnold (Hrsg.): Deutscher Orden 1190-1990, Marburg 1997
  • Udo Arnold (Hrsg.): Die Hochmeister des Deutschen Ordens 1190-1994, Marburg 1998
  • Udo Arnold (Hrsg.): Zur Wirtschaftsentwicklung des Deutschen Ordens im Mittelalter, Marburg 1989
  • Udo Arnold (Hrsg.): Stadt und Orden. Das Verhältnis des Deutschen Ordens zu den Städten in Livland, Preußen und im Deutschen Reich, Marburg 1993
  • Arno Borst (Hrsg.): Das Rittertum im Mittelalter, Darmstadt 21989
  • Gerhard Bott und Udo Arnold (Hrsg.): 800 Jahre Deutscher Orden, Gütersloh/München 1990 (Ausstellungskatalog)
  • Hartmut Broockmann: Der Deutsche Orden. Zwölf Kapitel aus seiner Geschichte, München 1981
  • Bernhard Demel: Der Deutsche Orden einst und jetzt. Aufsätze zu seiner mehr als 800-jährigen Geschichte, Frankfurt/M. 1999
  • Josef Fleckenstein: Vom Rittertum im Mittelalter. Perspektiven und Probleme, Goldbach 1997
  • Maurice Keen: Das Rittertum, München-Zürich 1987
  • Klaus Militzer: Von Akkon zur Marienburg. Verfassung, Verwaltung und Sozialstruktur des Deutschen Ordens 1190-1309, Marburg 1999
  • Harald Zimmermann: Der Deutsche Orden im Burzenland, Köln/Weimar 2000
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