Der Dom Santa Maria del Fiore in Florenz
Der Campanile
1334 wurde Giotto (um 1266 - 1337) zum Dom- und Stadtbaumeister von Florenz ernannt. Er erkannte sehr schnell, dass der Dom, der seit Jahrzehnten als riesige Baustelle das Stadtbild beherrschte, innerhalb weniger Jahre nicht vollendet werden konnte. Also entschloss sich der fast 70-jährige, der Stadt ein neues Wahrzeichen zu geben. Zwischen 1334 und 1355 entstand nach Giottos Entwürfen in drei Bauabschnitten der südlich des Doms gelegene und der Stadt zugewandte Glockenturm, der Campanile.
Giotto vollendete im ersten Abschnitt von 1334 bis zu seinem Tod 1337 das untere Geschoss bis zum ersten Gesims. Er sah im Gesamtplan einen mächtigen Turm auf quadratischem Grundriss mit achtkantigen Pfeilern an den Kanten vor und farbigen Marmorinkrustationen (Verkleidung oder Einlegearbeiten mit Marmor). Der Turm sollte eine Höhe von 122 m haben. Zwei Treppen mit 463 Stufen, die unabhängig voneinander angelegt sind, führen nach oben.
Nach Giottos Tod übernahm Andrea Pisano (um 1295 - 1348/49) die Bauleitung. Zwischen 1337 und 1343 entstand der Abschnitt bis zum ersten Fenstergeschoss. Nach Pisanos Entlassung baute Francesco Talenti (1300 - 1369) zwischen 1343 und 1359 die drei Fenstergeschosse. Er änderte Giottos Entwurf ab und führte den gotischen Spitzgiebel und die mit gedrehten Säulen dekorierten Fenster nicht aus. Außerdem wurde entschieden, die Höhe des Campanile zu reduzieren, um die harmonische Gesamtwirkung mit dem Dom nicht zu stören. Der Turm hat heute eine Höhe von ca. 82 m.
Giotto und Pisano sahen einen Turm in der Tradition gotischer Figurenprogramme an französischen Kathedralen vor, der mehr als Skulptur, denn als Bauwerk wirken sollte. Talenti wiederum betonte den bildhaften Charakter des Bauwerkes u.a. durch die starke Farbigkeit.
Giotto und Pisano sahen einen Turm in der Tradition gotischer Figurenprogramme an französischen Kathedralen vor, der mehr als Skulptur, denn als Bauwerk wirken sollte. Talenti wiederum betonte den bildhaften Charakter des Bauwerkes, u.a. durch die starke Farbigkeit.
Diese malerische Farbigkeit täuscht auch darüber hinweg, dass die zweischalige Bauweise nicht wie ursprünglich von Giotto vorgesehen aus dünnen Wänden besteht. Durch später notwendige Verstärkungen wurden die Mauern dick und festungsartig. In die durchscheinenden Spitzbogenöffnungen der Obergeschosse sind massive, tiefe Nischen eingelassen.
Der Campanile erhielt einen bedeutenden Skulpturenschmuck. Im Untergeschoss befinden sich Skulpturen, die Handwerk, Künste und Wissenschaften darstellen, darüber sind die Planeten, die sieben Tugenden und die sieben Sakramente dargestellt. In den Nischen stehen Propheten und Sibyllen.
Die Originale des Figurenschmucks befinden sich heute im Dom-Museum und sind durch Kopien ersetzt worden.







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