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THEMEN

Der Dreißigjährige Krieg (1) 1618-1623

Europa am Vorabend des Krieges

Frankreich in habsburgischer Umklammerung

Seit der Heirat Maximilians, des späteren Kaisers Maximilian I., und Marias von Burgund 1477 war Frankreich im Norden und Osten von einer Reihe habsburgischer Länder und Stützpunkte von der Nordsee über Luxemburg bis zur Freigrafschaft Burgund begrenzt. Als Kaiser Maximilians Enkel Karl nach dem Tod seines Großvaters mütterlicherseits Spanien und dessen riesige Besitzungen in Übersee und Europa erbte und 1519 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gewählt wurde, fühlte sich Frankreich eingekreist und bedroht, zumal auch die Königreiche Sardinien, Neapel und Sizilien und seit 1535 das Herzogtum Mailand spanisches Herrschaftsgebiet waren. Vier Kriege hatte der Bourbone Franz I. geführt, um Frankreich aus der "habsburgischen Zange" zu lösen; aber erst ein Jahrhundert später sollte dieser Kampf, der zugleich Kampf um die Vorherrschaft in Europa ging, im Dreißigjährigen Krieg entschieden werden.

Unabhängigkeitskampf der Niederlande

Ein zweiter Konflikt war zeitweise eng mit dem Kriegsgeschehen in Deutschland verbunden und wurde 1648 mit dem Westfälischen Frieden beendet: der Unabhängigkeitskampf der Niederlande. Der nördliche Teil der Niederlande, die nach der Abdankung Kaiser Karls V. an dessen Sohn Philipp II. von Spanien gegangen waren, musste einen "Achtzigjährigen Krieg" führen, bis seine sieben Provinzen als selbstständiger Staat unter dem Namen "Generalstaaten" oder "Vereinigte Niederlande" anerkannt wurden. In diesem Kampf war die Verteidigung alter ständischer Rechte untrennbar mit der Verteidigung des calvinistischen Bekenntnisses gegenüber dem katholischen Spanien verbunden.

Habsburgs Ausdehnung im Süden und Oste

In Italien fühlten sich drei Mächte von der habsburgischen Übermacht bedrängt: Venedig, der Kirchenstaat und Savoyen-Piemont. Sie verbanden sich zeitweise mit den protestantischen Gegnern der Habsburger. An der Südostgrenze des Reiches bedrängte Bethlen Gabor, der Fürst von Siebenbürgen, den Kaiser und versuchte, seine Macht und seinen Einfluss auf Kosten der Habsburger zu vergrößern. Spanien dagegen versuchte, die Landbrücke zwischen Italien und den spanisch gebliebenen südlichen Niederlanden zu vervollständigen. Das wichtigste Stück, das in dieser Landbrücke noch fehlte, war das Veltlin, ein Tal der Republik Graubünden, das im Kräftespiel der europäischen Mächte wichtig werden sollte.

  1. Europa am Vorabend des Krieges
  2. Konfessionelle Machtkämpfe im Deutschen Reich
  3. Der böhmisch-pfälzische Krieg, 1618-1623
  4. Teste dein Wissen!

Bibliografie:

  • Dieter Albrecht: Maximilian I. von Bayern 1573-1651, München 1998
  • Peter Englund: Die Verwüstung Deutschlands. Eine Geschichte des Dreißigjährigen Krieges, Stuttgart 1998
  • Axel Gotthard: Das Alte Reich 1495-1806, Darmstadt 2003
  • Haus der Bayerischen Geschichte (Hrsg.): Der Winterkönig Friedrich von der Pfalz, Stuttgart 2003
  • Michael Kaiser: Politik und Kriegsführung. Maximilian von Bayern, Tilly und die Katholische Liga im Dreißigjährigen Krieg, Münster 1999
  • Bernhard R. Kroener und Ralf Pröve (Hrsg.): Krieg und Frieden. Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit, Paderborn 1996
  • Benigna von Krusenstjern und Hans Medick (Hrsg.):Zwischen Alltag und Katastrophe. Der Dreißigjährige Krieg aus der Nähe, Göttingen 1999
  • Geoffrey Parker: Der Dreißigjährige Krieg, Frankfurt 1991
  • Josef Polisensky und Josef Kollmann: Wallenstein. Feldherr des Dreissigjährigen Krieges, Köln 1997
  • Volker Press: Kriege und Krisen. Deutschland 1600 bis 1715, München 1991
  • Konrad Repgen: Der Dreißigjährige Krieg und Westfälischer Friede. Studien und Quellen, Paderborn u.a. 21999
  • Georg Schmidt: Der Dreißigjährige Krieg, München 41999
  • Gerhard Schormann: Der Dreißigjährige Krieg, Göttingen 1985
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