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THEMEN

Der Eisbär - Überlebenskünstler in Eis und Kälte

Lexikon: Eisbär

Der Eisbär (wissenschaftlicher Name: Ursus maritimus) gehört zur Familie der Bären, Ordnung Raubtiere, Klasse Säugetiere.
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Eisbären können vorzüglich schwimmen und tauchen und große Strecken im freien Wasser zurücklegen

Merkmale: Der Eisbär ist nach den Kodiak- und Kamtschatkabären der drittgrößte Vertreter der Bärenfamilie. Männliche Tiere erreichen eine Körperlänge von 2,50 m und ein Gewicht von bis zu 1000 kg. Weibchen bleiben etwas kleiner und werden nicht ganz so schwer. In seiner Gestalt erscheint der Eisbär durch das glatt anliegende weiße bis gelbliche Fell schlanker als die Braunbären. Weil er hinten überbaut ist, sind seine Beine relativ länger als die der Braunbären, und die Fußsohlen sind mit Ausnahme der Ballen behaart. Der Kopf ist schlank und hat eine nahezu gerade Stirn-Nasenrücken-Linie. Der Hals ist verhältnismäßig lang. Die Zehen der Füße sind mit ziemlich kurzen, kräftigen, gebogenen Krallen versehen und bis zur halben Länge mit Spannhäuten verbunden, die als Schwimmhäute dienen. Das dichte Fell und eine bis zu 12 cm dicke Speckschicht schützen den Eisbären wirkungsvoll vor der Kälte in seinem nordischen Lebensraum. Auch die kleinen, abgerundeten Ohren, die wenig Wärme abstrahlen, stellen eine Anpassung an die Kälte dar.

Verbreitung und Lebensraum: Die Heimat des Eisbären ist die Arktis, wo er die Eisflächen und Inseln besiedelt.

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Mit gut 2,50 m Länge ist der Eisbär eines der größten Landraubtiere

Lebensweise: Eisbären sind häufig, aber nicht grundsätzlich, Einzelgänger. Auf der Suche nach Nahrung unternehmen sie weite Wanderungen und erweisen sich dabei als ausdauernde Läufer. Kraftsparend heben sie die Beine nur wenig, sondern schwingen sie im Halbkreis nach vorne. Trotz ihres großen Gewichts klettern Eisbären geschickt in Felsen und Packeis. Auch schwimmen sie ausgezeichnet und ausdauernd und können sogar bis zu zwei Minuten tauchen, gehen dabei aber selten tiefer als anderthalb bis zwei Meter unter die Wasseroberfläche. Die Struktur ihres Fells, das das Wasser sehr schnell ablaufen lässt, ist für dieses Leben im Wasser wie geschaffen.

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Auch in Zoos brauchen Eisbären zum Wohlbefinden große Wasserbecken

Nahrung: Eisbären sind die ausgeprägtesten Fleischfresser unter den Großbären. Sie machen am liebsten Jagd auf Robben, besonders Ringelrobben. Im Frühjahr, nach der Winterruhe schlagen sie mit Vorliebe neugeborene Robben, während sie später im Jahr Altrobben bevorzugen. Von ihrer Beute fressen die Eisbären fast ausschließlich den Speck und besonders die Därme, mit deren Inhalt sie sich wichtige Nährstoffe einverleiben. Die Altrobben beschleicht der Eisbär an Land oder er nähert sich den Robben unter Wasser, taucht dann plötzlich vor ihnen aus dem eisfrei gehaltenen Atemloch und tötet sie mit einem Prankenhieb. Jungrobben gräbt er aus ihren manchmal bis zu zwei Meter unter dem Schnee liegenden Höhlen aus. Er wittert dabei die Robben durch die meterdicke Schneedecke hindurch - ein Beweis für seinen außerordentlichen Geruchssinn. Im Sommer, wenn das Eis schmilzt, ist der Tisch für den Eisbären nicht mehr so reich gedeckt, denn an Robben kommt er nun nicht mehr heran. Dann wird auch er zum Allesfresser, der selbst Aas nicht verschmäht, und manches Mal wird auch gehungert.

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Das weiße Fell des Eisbären ist in der schneebedeckten Landschaft eine gute Tarnung

Winterschlaf: Sobald die Witterung schlecht wird und die Nahrungssuche allzu beschwerlich, gräbt sich der Eisbär in einer großen Schneewehe eine Höhle und lässt sich bis zum nächsten Frühjahr einschneien. Vor den anfangs noch offenen Eingang der Höhle baut er von innen einen Schneewall, um die Zugluft abzuhalten. Hier hält er einen echten Winterschlaf und lebt nur von seinen Fettreserven.

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Erwachsenen Eisbärmännchen sind bis auf die Paarungszeit Einzelgänger

Fortpflanzung: In der Winterhöhle bringt die Bärin, die nur während der kurzen Ranzzeit von April bis Mai mit einem Männchen zusammenlebt, nach einer Tragzeit von 8-9 Monaten auch ihre 1-3, meistens aber zwei Jungen zur Welt. Diese sind winzig, etwa rattengroß, sehr unterentwickelt und wiegen nur 540-660 g. Die Mutter hält die Kleinen zwischen ihren Armen an die Brust gedrückt, damit sie es warm haben und an die Zitzen kommen.

Der Gehörgang der Jungen öffnet sich nach dem 18.-26. Tag. Die ersten Gehversuche machen sie nach dem 45.-60. Tag. Aber erst nach etwa 4-5 Monaten verlässt die Bärin mit ihnen die Höhle, bleibt aber anfangs noch ganz in ihrer Nähe. Sie beschützt ihre Kinder energisch und lässt niemanden an sie heran, vor allem keine Artgenossen, die in dieser Zeit die größte Gefahr für die Jungen darstellen. Im nächsten Winter bezieht die Bärin gemeinsam mit den Jungen eine Schneehöhle, und falls sie im darauf folgenden Jahr nicht wieder gedeckt wird, überwintert sie mit ihnen auch noch ein zweites Mal. Danach gehen die jungen Eisbären ihrer eigenen Wege, werden aber erst im 4. Jahr geschlechtsreif.

Feinde: Der einzige Feind der Eisbären ist der Mensch, der sie vor allem wegen ihres wertvollen Pelzes jagt.

Häufigkeit: Eisbären wurden durch die Jagd dezimiert und sind heute in der russischen Arktis vollkommen geschützt. In Nordamerika und Skandinavien werden sie kontrolliert bejagt.

  1. Lexikon: Eisbär
  2. Steckbrief: Eisbär

Bibliografie:

  • S. M. Uspenski: Der Eisbär, 1995
  • D. Wood: Bären, 1997
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