Der Europapokal der Pokalsieger
Die Geschichte des Wettbewerbs
Der Europapokal der Pokalsieger wurde von 1961 bis 1999 ausgetragen. Dieser zweite Wettbewerb sollte denjenigen Klubs, die sich nicht für den Meisterpokal qualifizieren konnten, zusätzliche Einnahmen in einem internationalen Wettbewerb verschaffen. Beim ersten Finale, in dem sich der AC Florenz gegen die Glasgow Rangers durchsetzte, wurden noch ein Hin- und Rückspiel ausgetragen, doch seit 1962 fand nur noch ein Finalspiel statt. Der Europacup II gewann rasch an öffentlichem Glanz, sportlich wurde er in den ersten Jahren vor allem von englischen, spanischen und portugiesischen Klubs beherrscht. Teilnehmen durften die nationalen Pokalsieger der UEFA-Mitgliedsländer oder der Cup-Finalist, sofern sich der Pokalsieger für den Pokal der Landesmeister qualifiziert hatte.
Drei Jahre nach Gründung der Bundesliga zog mit dem TSV 1860 München erstmals ein Verein aus der höchsten deutschen Spielklasse in das Finale ein, verlor jedoch am 19. Mai 1965 in London gegen West Ham United. Besser machte es ein Jahr später Borussia Dortmund. Im Finale in Glasgow stand es am 5. Mai 1966 in der Verlängerung 1:1 zwischen Borussia Dortmund und dem FC Liverpool, dann segelte in der 108. Minute ein Schuss aus 30 Metern Torentfernung, vom Dortmunder Rechtsaußen Reinhold Libuda abgegeben, zum 2:1 ins Tor - zum erstenmal gewann ein deutsches Team einen Europacup. Ein Jahr später stand am 31. Mai 1967 der FC Bayern München - gerade erst 1965 in die Bundesliga aufgestiegen - im Finale in Nürnberg den Glasgow Rangers gegenüber und gewann durch ein Tor von Franz Roth 1:0 in der Verlängerung.
Am 23. Mai 1968 hätte in Rotterdam zum dritten Mal in Folge ein deutscher Klub den Pokal holen können, doch der Schwede Kurt Hamrin zerstörte mit seinen beiden Treffern die Träume des Hamburger SV, und der AC Mailand stand erstmals in der Siegerliste des Europacups der Pokalsieger. Zwischen 1970 und 1972 blieb der Pokal auf der britischen Insel, 1974 - als sich die DDR zum ersten und einzigen Mal für die Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren konnte - gewann der 1. FC Magdeburg als einzige DDR-Mannschaft einen Europapokal. Am 11. Mai 1977 holte der HSV Versäumtes nach und gewann gegen den RSC Anderlecht im Finale von Amsterdam 2:0. Zwei Jahre später unterlag am 16. Mai 1979 in Basel der deutsche Pokalsieger Fortuna Düsseldorf in der Verlängerung mit 3:4 gegen den FC Barcelona. Das entscheidende Tor für "Barca" schoss der Österreicher Hans Krankl, der 1978 bei der WM in Argentinien zum gefeierten Sieg der Österreicher gegen die deutsche Nationalelf beigetragen hatte.
Zwei weitere Anläufe von DDR-Klubs, den Pokal zu gewinnen, schlugen 1981 und 1987 fehl: Der FC Carl Zeiss Jena unterlag vor nur 9000 Zuschauern in Düsseldorf 1:2 gegen Dynamo Tiflis; Lokomotive Leipzig verlor gegen Ajax Amsterdam - wo mittlerweile Johan Cruyff auf der Trainerbank saß - durch Marco van Bastens Tor 0:1. 1985 war der FC Everton - vor dem Ausschluss der englischen Klubs nach der Katastrophe von Brüssel im selben Jahr - für sechs Jahre lang der letzte Europacupsieger aus der englischen Liga. 1991 holte sich erstmals Manchester United den Titel durch ein 2:1 gegen den FC Barcelona.
Der SV Werder Bremen war der letzte Verein aus der Fußball-Bundesliga, der den Pokal in Händen halten durfte. In Lissabon bezwangen die Bremer am 6. Mai 1992 durch Tore von Klaus Allofs und Wynton Rufer den AS Monaco mit 2:0. 1998 scheiterte der VfB Stuttgart am FC Chelsea, dann wurde am 19. Mai 1999 in Birmingham mit dem Sieg von Lazio Rom gegen den RCD Mallorca (2:1) der Wettbewerb zu Grabe getragen. Das 39. Endspiel der europäischen Pokalsieger war somit das letzte. Ab der Saison 1999/2000 spielte - nach einer Neuordnung der europäischen Pokalwettbewerbe - der jeweilige Pokalsieger im UEFA Cup.
- Die Geschichte des Wettbewerbs
- Endspiele im Europapokal der Pokalsieger
- Erfolgreichste Vereine in den europäischen Pokalwettbewerben 1956 - 2011
Bibliografie:
- Ulrich Hesse-Lichtenberger: Flutlicht und Schatten. Die Geschichte des Europapokals, Göttingen 2005
- kicker Fußball-Jahrbuch 2011/2012, München 2011
- Hardy Grüne: Weltfußball. Europa & Asien, Göttingen 2007
- Thomas Roth: Fußball Europa-Elf, München 2008
- Carsten Töller (Hrsg.): Deutschlands Fußball in Zahlen, Kassel 2006
Institution(en):
- Union of European Football AssociationChemin de la Redoute 54
Case postale 85
CH-1260 Nyon 2+41/22/9944444+41/22/9944488









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