Der Löwe - Sinnbild für Macht und Herrschaft
Lexikon: Loewe

Merkmale: Eine bis ins Detail gehende Beschreibung seines Äußeren erübrigt sich bei ihm wohl, da sicher jeder schon einmal einen Löwen, zumindest auf einem Bild, gesehen hat. Das hervorstechendste Merkmal der Männchen ist die prächtige Kopfmähne, die sich von Individuum zu Individuum unterschiedlich stark in einer Bauchmähne fortsetzt. Mit einer Körperlänge von bis zu 1,90 m ist der Löwe die zweitgrößte Katze nach dem Tiger, die aber in der Größe von Unterart zu Unterart wie auch zwischen Männchen und Weibchen variiert. Dass der Löwe es aber zum "König der Tiere" gebracht hat, hängt sicherlich mit seiner eindrucksvollen Mähne, vielleicht aber auch mit seinem markerschütternden Gebrüll zusammen.
Verbreitung und Lebensraum: Löwen besiedeln heute das tropische Afrikasüdlich der Sahara, und nur noch eine kleine Restpopulation lebt in Indien, in Gujarat. Als Tag- und Dämmerungstiere, die jedoch auch nicht selten nachtaktiv sind, bewohnen Löwen die offenen Steppen, lichten Trockenwälder und steinigen Halbwüsten bis zu einer Höhe von 3500 m. Stets meidet der Löwe dichte Wälder. Löwen sind reine Bodenbewohner, die nur äußerst ungern Bäume besteigen und nur sehr widerwillig schwimmen, wenn dies auch einzelne Individuen gut können. Männchen mit starken Mähnen ertrinken jedoch leicht.

Lebensweise: Im Gegensatz zu den meisten Katzen lebt der Löwe gesellig in großen Verbänden, denen 2-3 erwachsene Männchen und 10-15 Weibchen und deren Jungtiere angehören. Die Weibchen bleiben in der Regel ihr Leben lang in der Gruppe, während die Männchen alle 3-4 Jahre von jüngeren Rivalen vertrieben werden. Gerade erwachsene Männchen werden von den alten "Katern" aus dem Rudel vertrieben und schließen sich zu "Junggesellenrudeln" zusammen, bis sie selbst die Führung in einer gemischten Gruppe übernehmen. Alternde, abgeschlagene Löwen leben als Einzelgänger.
Außer bei der Nahrungsaufnahme herrscht in einem Rudel meist friedliche Eintracht, ohne dass eine spezielle Rangordnung ersichtlich ist. Die Nahrungsbeschaffung für die Gruppe überlassen die Männchen weitgehend den Weibchen, um sich ihrerseits aber als die Stärkeren den Vortritt an der Beute zu sichern; erst dann dürfen die Weibchen fressen und ganz zum Schluss die Jungtiere. Bei Nahrungsknappheit kommt es daher nicht selten vor, dass Jungtiere verhungern.

Ernährung: Löwen jagen einzeln oder in der Gruppe, wobei sie geschickt zusammenarbeiten und das Beutetier von verschiedenen Seiten her einkreisen. Flüchtende Beutetiere werden nur über kurze Distanz verfolgt. Dabei können Löwenauf kurzen Strecken Geschwindigkeiten von 50 km/h erreichen. Die Tötung der Beute erfolgt durch Genick- oder Kehlbiss oder durch Biss in die Nase, was Tod durch Ersticken für das Opfer zur Folge hat. Als Beute kommen in erster Linie Großwild, Zebras, Gnus und andere Antilopen, Wild- und Warzenschweine und vielerlei Kleintiere in Frage. In Indien schlägt der Löwe auch Hirsche und in einigen Gebieten auch Haustiere. Selten werden sehr alte oder schwache Tiere zu Menschenfressern.
Fortpflanzung: Während der Paarungszeit, die in keine feste Jahreszeit fällt, sondern sich die Paare von der Gruppe ab und umwerben sich auf fast "menschliche" Art. Während der etwa eine Woche dauernden Hitze des Weibchens paaren sich die Tiere viele Male am Tag. Dies geschieht auf wesentlich ruhigere Art und Weise, als dies beim Tiger der Fall ist, und nur mit angedeutetem Nackenbiss sowie in der Regel ohne abschließendem Prankenschlag des Weibchens.

Zur Geburt zieht sich die Löwin vom Rudel zurück und bringt nach einer Tragzeit von 100-116 Tagen 1-7 Junge zur Welt, die bei der Geburt 1100 -1500 g wiegen. Die Säugezeit beträgt 6-7 Monate, jedoch nehmen die Jungen schon vom 35. Tag an die erste feste Nahrung zu sich. Ihre Augen öffnen sich mit 1-12 Tagen, und das Wurflager verlassen sie zum ersten Mal mit 30 Tagen. Sind die Jungen 6-8 Wochen alt, gesellt sich das Weibchen wieder zum Rudel, wo nun auch andere Weibchen ("Tanten") für die Kleinen sorgen und sie sogar bei sich trinken lassen.
Gefährdung: In den großen Schutzgebieten Afrikas gelten die Bestände des Löwen noch als gesichert, doch außerhalb der Schutzgebiete gehen die Zahlen überall zurück. Eine Unterart des Löwen, der nordafrikanische Berberlöwe(Panthera leo leo), ist bereits ausgerottet worden. Das letzte Exemplar wurde 1920 in Marokkoerschossen. Eine andere Unterart, der Persische Löwe (Panthera leo persica) unterliegt heute dem Schutz durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen.
- Lexikon: Loewe
- Steckbrief: Löwe
Bibliografie:
- Bertelsmann Lexikon Tiere (CD-ROM-Ausgabe), 1996
- B. Grzimek: Grzimeks Enzyklopädie Säugetiere, 1988









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