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THEMEN

Der Nil

Der Fluss Nil

Der schmale Streifen landwirtschaftlich nutzbaren Landes an den Ufern des Nil bildet die Voraussetzung für die seit über 7000 Jahren in den Wüsten Nordafrikas blühenden Kulturen. In kaum einer anderen Region lebt die Bevölkerung seit einer vergleichbar langen Zeit in einer derart großen Abhängigkeit von einem Fluss. Heute dient der Nil vor allem Ägypten und Sudan als Lebensader, wichtiger Verkehrsweg und Energiequelle.

Ohne den Nil wäre der größte Teil der Region, einschließlich nahezu des gesamten Staates Ägypten, eine unfruchtbare und siedlungsfeindliche Wüste. Seine trüben Wassermassen ermöglichen die Existenz eines schmalen Streifens fruchtbaren Kulturlandes inmitten der Wüste. Durch den Bau von Dämmen, Stauwehren und ausgedehnten Bewässerungssystemen versucht man, diesen Streifen ständig zu erweitern, um die Ernährung der stark anwachsenden Bevölkerung sicherstellen zu können.

Angaben zur Länge und zur Quelle des Nil waren lange Zeit umstritten. Der Nil hat, wenn man seine Wegstrecke vom Victoriasee bis zum Nildelta nimmt, eine Gesamtlänge von 5472 km, berücksichtigt man jedoch seinen entferntesten Quellfluss, den Luvironza in Burundi, so beträgt seine Gesamtlänge 6671 km; damit ist der Nil der längste Fluss der Erde. Sein Einzugsgebiet ist jedoch mit 2,8 Mio. km2 vergleichsweise klein, da der Nil als typisches Beispiel für einen Fremdlingsfluss unterhalb der Atbaramündung keinen weiteren Zufluss mehr erhält.

Der Weiße Nil mit seinen zahlreichen Zuflüssen erhält einen großen Teil seines Wassers aus dem Victoriasee. Auf seinem Weg nach Norden fließt er im Sudan durch das ausgedehnte Sumpfgebiet des Sudd. Die hohen Temperaturen in dieser äquatorialen Region führen dazu, dass der Weiße Nil einen großen Teil seines Wassers durch Verdunstung verliert. Daher ist der Beitrag des Weißen Nil zum Nilwasser geringer als der des Blauen Nil, der südlich des Tanasees im Abessinischen Hochland Äthiopiens entspringt. Dessen rasch dahinfließende Wassermassen haben sich in beeindruckenden steilwandigen Tälern tief in den Untergrund eingeschnitten.

Seit der Zeit der Pharaonen bestimmt der Wasserstand des Nil die Landwirtschaft. Die jährliche Überschwemmung beginnt im Juni und erreicht im September und Oktober ihren Höchststand. Die Ursache für die ungleichmäßige Wasserführung des Nil liegt außer in den äquatorialen Zenitalregen vor allem in den Monsunregen Äthiopiens.

Bei Kairo beginnt das rund 22 000 km2 umfassende Nildelta. Es ist aus abgelagertem fruchtbarem Nilschlamm aufgebaut, von den Mündungsarmen des Nil und von zahlreichen Be- und Entwässerungskanälen durchzogen. Die intensiv genutzten Agrarflächen müssen aber zunehmend den ausufernden Siedlungs- und Industrieflächen der Millionenstädte Kairo und Alexandria weichen.

  1. Der Fluss Nil
  2. Bewässerung

Bibliografie:

  • Alain Blottière (Hrsg.): Reisen auf dem Nil, Flammarion Verlag, 2003
  • Steve Noon: Leben am Nil, Dorling Kindersley Verlag, 2003
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