Diäten
Das optimale Gewicht
Wenn man das richtige Gewicht hat, ist der Körper meist gesünder, funktionsfähiger und sieht besser aus. Das optimale Gewicht hängt vom Alter, Geschlecht und von der Statur des Einzelnen ab. Zur Berechnung des "richtigen" Gewichts kann man den so genannten Body Mass Index (BMI) zu Rate ziehen.
Berechnung Ihres BMI
Der Body Mass Index (BMI = Körpermassenindex) ist ein genaues Maß für eventuell bestehendes Übergewicht. Um Ihren persönlichen Körpermassenindex bestimmen zu können, müssen Sie Ihre Größe und Ihr Gewicht kennen. Der Körpermassenindex berechnet sich nach folgender Formel:
Körpergewicht (kg) / Körpergröße (m) · Körpergröße (m)
BMI-Werte
| weniger als 18 | Untergewicht |
| 18 – 25 | Bereich des Idealgewichts |
| 25 – 30 | Übergewicht |
| über 30 | Fettleibigkeit; Gefahr für die Gesundheit |
Übergewicht
Ein übergewichtiger Körper hat zu viel Fett. Von Fettleibigkeit spricht man, wenn das Gewicht 20% über dem maximalen Idealwert liegt oder wenn der BMI über 30 beträgt. Etwa 30% der Bewohner der westlichen Welt sind übergewichtig, und etwa 5% sind fettsüchtig. Eine langfristige Fettleibigkeit stellt ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar. Es erhöht deutlich die Wahrscheinlichkeit, verschiedene Krankheiten zu entwickeln: Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Erwachsenendiabetes, bestimmte Krebsarten, Osteoarthritis, Rückenschmerzen und Krampfadern. Stark übergewichtige Patienten sollten unter ärztlicher Aufsicht ihr Gewicht reduzieren.
Anorexia nervosa
Diese auch als Magersucht bezeichnete Essstörung findet man hauptsächlich bei weiblichen Teenagern und jungen Frauen. Etwa eine von 100 jungen Frauen leidet unter dieser Krankheit. Die Anorexie kann eine Angst davor sein, dick zu werden, oder Ausdruck einer psychischen Erkrankung. Was auch immer die Ursache ist, die Magersucht ist eine ernste Krankheit, bei der die Betroffene sich zu Tode hungern kann. Sie verliert nicht nur den Appetit, sondern auch, was noch schlimmer ist, die normale Wahrnehmung von der Größe und Gestalt ihres Körpers – selbst wenn sie bereits Untergewicht hat, glaubt sie, sie sei zu dick. Die wichtigsten Merkmale der Anorexie sind: übermäßiges Abnehmen, Hyperaktivität, Verschlossenheit und defensives Verhalten. Die Betroffenen sind wählerisch in Bezug auf Essen, treiben zwanghaft Sport, sind oft müde, ihnen ist immer kalt, sie führen Erbrechen herbei und verwenden Abführmittel. Ihr Haar wird dünn, auf dem Körper erscheint Lanugo (Behaarung des Fötus), die Haut wird trocken und die Periode setzt aus (Amenorrhö). Frauen, die unter Magersucht leiden, benötigen ärztliche Beratung und Behandlung.
Bulimia nervosa
Wie die Anorexie ist die Bulimie eine Essstörung, die man hauptsächlich bei jungen Frauen findet. Sie sind "süchtig" nach Essen, haben jedoch Angst, dick zu werden. Sie haben Fressanfälle, bei denen sie riesige Mengen von Nahrungsmitteln konsumieren, und führen dann Erbrechen herbei und benutzen Abführmittel. Da dies immer wieder geschieht, kann es ernste Gesundheitsprobleme verursachen. Die Betroffenen benötigen ärztliche Hilfe.
Diäten

Der Begriff Diät wird heutzutage meist benutzt, um eine Ernährungsweise zu beschreiben, bei der man abnimmt. Eigentlich handelt es sich aber um ein anderes Wort für Schonkost bei bestimmten Krankheiten. Im Zusammenhang mit einer Gewichtsabnahme spricht man besser von einer Schlankheitsdiät, und davon gibt es viele verschiedene. Der Anteil der übergewichtigen und fettsüchtigen Kinder und Erwachsenen nimmt in der westlichen Welt stetig zu – eine Folge des wachsenden Bewegungsmangels und eines wachsenden Verzehrs von minderwertiger Kost. Deshalb versucht man mit immer neuen Schlankheitskursen und Büchern über das Abnehmen, diesen Trend kommerziell auszunutzen. Die meisten dieser Diäten (einige Beispiele finden sich in der Tabelle auf der nächsten Seite) sind jedoch unwirksam, weil sie keinen langfristigen Gewichtsverlust herbeiführen und die Betroffenen im Endeffekt oft dicker sind als vor der Diät.
Übergewicht beeinträchtigt natürlich den Gesundheitszustand, und eine Reduzierung des Körpergewichts senkt das Gesundheitsrisiko. Eine gesunde Schlankheitskur muss jedoch mit der Physiologie des Körpers in Einklang stehen.
Eine wirksame Diät sollte dazu führen, dass der Körper Fettgewebe verliert. Um dies zu erreichen, sollte man ausgewogene, kohlenhydrat- und ballaststoffreiche, fettarme Nahrung mit einem Energiegehalt zwischen 1200 und 1500 Kilokalorien pro Tag zu sich nehmen und für regelmäßige körperliche Bewegung sorgen. Dies sollte zu einem wöchentlichen Gewichtsverlust von 0,45 bis 0,9 kg (hauptsächlich in Form von Fett) führen. Gleichzeitig baut die sportliche Tätigkeit Muskeln auf, die selbst viel mehr Energie verbrauchen als Fettgewebe desselben Gewichts, und erhöht die Stoffwechselrate, also die Geschwindigkeit, mit der der Körper Kohlenhydrate und Fette "verbrennt", um Energie freizusetzen.
Hat man das gewünschte Gewicht erreicht, so kann man die Kalorienzufuhr Schritt für Schritt erhöhen. Dabei sollte man aber die Zusammensetzung der Nahrung nicht ändern, um das Gewicht halten zu können.
Andere Schlankheitskuren bringen den Körper in die Defensive. Da seine Energiezufuhr erheblich reduziert wurde, senkt der Körper seine Stoffwechselrate, um Fettenergiereserven zu erhalten, und "verbrennt" sogar Muskelgewebe, um Energie zu gewinnen. Beendet man die Diät, verwendet der Körper so viel Nahrungsenergie, wie er erübrigen kann, um Fettreserven aufzubauen für den Fall, dass eine neue "Hungersnot" ausbricht. Die Folge ist, dass man das verlorene Gewicht wieder zunimmt und mit mehr Fett dasteht als zuvor.
Gebräuchliche Schlankheitsdiäten
| Diättyp | Nahrungsbestandteile | Vor- und Nachteile | Wirksamkeit |
| Trinkkuren | Im Handel erhältliche Eiweißpräparate mit niedrigem Kaloriengehalt zum Trinken | Da diese Diäten oft weniger als 800 Kalorien pro Tag enthalten, führen sie zwar zu Gewichtsverlust, doch kommt es dabei auch zum Abbau von Muskelgewebe. | Gefährlich, wenn die Diät über längere Zeit durchgeführt wird. Nach Beenden der Diät wird das verlorene Gewicht schnell wieder zurückgewonnen. |
| kohlenhydratarme, eiweißreiche Diäten | geringe Mengen kohlenhydratreicher Lebensmittel wie Kartoffeln, überwiegend eiweißreiche Nahrungsmittel wie Fleisch | Es kommt zu Gewichtsverlust durch den Abbau von Muskelgewebe und durch Flüssigkeitsverlust, aber der Fettanteil des Körpers bleibt derselbe. | Nach Beenden dieser Diät kommt es häufig zu einer größeren Gewichtszunahme als vorher. Der hohe Eiweißgehalt der Diät kann gefährliche Auswirkungen haben. |
| fettarme, kohlenhydrat- und ballaststoffreiche, ausgewogene Diäten | eine breite Palette ballaststoffreicher, kohlenhydratreicher, aber fettarmer, frischer Nahrungsmittel | Vorausgesetzt, die Nährstoffe sind ausgewogen und die Diät enthält genügend, aber nicht zu viele Kalorien, ist diese Art von Diät zur Gewichtsreduktion geeignet, wenn sie mit viel Bewegung kombiniert wird. | Wenn es gelingt, diese Art von Diät nach Erreichen des gewünschten Gewichtsverlusts beizubehalten, besteht eine gute Chance, das verlorene Fettgewebe nicht wieder aufzubauen. |
| Diäten mit nur einem Nahrungsbestandteil | eine Diät, die zum Beispiel nur aus Obst oder nur aus einer Obstsorte wie Weintrauben besteht | bewirkt Gewichtsverlust sowohl durch den Verlust von Muskelgewebe als auch von Fettgewebe. Kann Nährstoffmangel und Durchfall hervorrufen. | unwirksam, da jeglicher Gewichtsverlust nach Beendigung der Diät wieder ausgeglichen wird. |
Einteilung der Lebensmittel für eine kalorienarme Diät
| TYP A-LEBENSMITTEL | TYP B-LEBENSMITTEL | TYP C-LEBENSMITTEL |
| Vegetarische Lebensmittel | Vegetarische Lebensmittel | Fleisch, Fisch und Milchprodukte |
| Müsli (ungesüßt), Früchte, außer Avocado, Gemüse, auch Kartoffeln, Pflanzliches Eiweiß, z.B. Tofu Vollkornbrot | Trockenfrüchte, Margarine, mehrfach ungesättigt, Nüsse, außer Erdnüssen, Teigwaren, besonders Vollkorn, Hülsenfrüchte, z.B. Bohnen und Linsen, Reis, besonders ungeschält, Pflanzenöle | Frühstücksspeck, Rind, fette Stücke, Butter, Käse, außer fettarmen Sorten, Ente, Fisch, gebraten, Eis, Lamm, fette Stücke, Majonäse, Vollmilch, Schwein, fette Stücke, Salami, Würstchen |
| Fleisch, Fisch und Milchprodukte | Fleisch, Fisch und Milchprodukte | Snacks |
| Huhn und anderes Geflügel (außer Ente) ohne Haut, Kabeljau, Schellfisch und andere fettarme Fische, Muscheln und andere Schalentiere, Lachs (aus der Dose nur, wenn in Salzlake oder Wasser eingelegt), entrahmte Milch, Tunfisch (aus der Dose nur, wenn in Salzlake oder Wasser eingelegt), Jogurt (einfach, fettarm) | Rind, magere Stücke, Eier, Lamm, magere Stücke, Fetter Fisch wie Hering oder Makrele, Schwein, magere Stücke, Sardinen (aus der Dose nur, wenn in Salzlake eingelegt) | Kekse, Hamburger, Kuchen, Pommes frites, Schokolade, Chips |
| Lebensmittel, die man bei dieser Art von kalorienarmer Diät zu sich nehmen darf, sind solche des Typs A und B – solche vom Typ C sollte man möglichst meiden. Fetthaltige Nahrung vom Typ B, z.B. Fleisch, sollte man in Maßen essen, Obst und Gemüse aller Art dagegen häufig und so viel man will. |
Diät-Ratschläge
- Alkohol auf ein Minimum reduzieren
- Snacks möglichst meiden, da sie "versteckte" Fette enthalten
- Regelmäßige Bewegung ist wichtig, wenigstens drei Mal in der Woche
- Fett beim Fleisch entfernen, ebenso die fette Haut beim Geflügel
- Braten von Lebensmitteln vermeiden; günstiger ist Backen, Grillen, Dünsten oder das Garen in der Mikrowelle
- Majonäse oder dicke Saucen meiden
- Sich nicht überessen
- Mahlzeiten am Abend vorher oder am frühen Morgen planen, um nicht zum spontanen Essen verführt zu werden
- Regelmäßig essen; man sollte keine Mahlzeiten auslassen, sondern jeden Tag 3 bis 5 kleine Mahlzeiten zu sich nehmen.
- Keine zweite Portion nehmen
- Einen kleineren Teller verwenden, damit die Portionen größer erscheinen
- Snacks zwischendurch meiden; nur zu den Hauptmahlzeiten essen
- Man sollte sich zum Essen an den Tisch setzen; essen beim Fernsehen verführt dazu, schneller und mehr zu essen
- Man sollte sich zum Essen Zeit nehmen und gründlich kauen









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