Die Akropolis von Athen
Entstehung
Keimzelle der Siedlung
Bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. war die Akropolis mit der Siedlung Athen identisch. Auch andere antike Gemeinwesen wurden in der Regel zum Schutz vor Angreifern auf isoliert liegenden Bergen erbaut; das altgriechische Wort "Akropolis" bedeutet übersetzt "Oberstadt". Erst im Zuge der Stadtentwicklung wurden auch der Hang und die umliegenden Flächen für Wohnbauten genutzt. Die Akropolis erhielt dann eine besondere Funktion, etwa als Festung, Residenz oder als Tempelbezirk.
Vom Königssitz zur Kultstätte
Der Burgberg von Athen, ein Kalksteinfelsen mit flachem Rücken und steilen Hängen, der sich zwischen zwei Bachtäler schiebt, wurde bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. In mykenischer Zeit hatte hier der König seinen Sitz. Etwa um 1250 v. Chr. wurde der Gipfelbezirk mit einer gewaltigen Mauer umgeben, von der Überreste bis heute erhalten sind. So entstand ein ummauertes Areal, das in seiner Größe sogar die Stadt Mykene übertraf.
Etwa 680 v. Chr. wurde der Palast abgerissen und stattdessen ein Tempel errichtet. In der Folgezeit entstanden zahlreiche weitere Heiligtümer, darunter um 580 v. Chr. der Alte Athenetempel, ein schlichter, mit weißem Stuck überzogener Kalksteinbau, in dessen Frontgiebel der Sagenheld Herakles im Ringkampf mit Triton sowie der Gott Proteus dargestellt waren. Diese Kultstätte erhielt um 520 v. Chr. eine Ringhalle aus Marmor, deren Giebelfeld eine Darstellung von Athena im Kampf mit den Giganten schmückte. Im Jahr 480 v. Chr. wurde die gesamte Akropolis von den Persern, die im Krieg mit Athen standen, zerstört.
Der Perserschutt
Beim bald darauf in Angriff genommenen Wiederaufbau fanden die Trümmer Verwendung; dazu gehörten Teile der Bauten wie auch Reste von Votivfiguren, die vorher teils in den Tempeln, teils locker verstreut im Freien aufgestellt waren. Mit den Trümmern, später von den Archäologen "Perserschutt" genannt, wurde eine künstliche Terrasse aufgeschüttet und so das Areal der Burg vergrößert.
Bibliografie:
- Frank Brommer: Der Parthenonfries, Mainz 1977
- Lambert Schneider, Christoph Höcker: Griechisches Festland (DuMont Kunst-Reiseführer), Köln 1996
- Andreas Scholl: Die Korenhalle des Erechtheion auf der Akropolis. Frauen für den Staat (Fischer KunstStück), Frankfurt am Main 1998
- John Travlos: Bildlexikon zur Topographie des antiken Athen, Tübingen 1971









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