Total votes: 0
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
THEMEN

Die Französische Revolution

Die Französische Revolution

Ausgehend von den Ideen der Freiheit und der rechtlichen Gleichheit und somit basierend auf den Vorgaben der Aufklärung, dem englischen Parlamentarismus und der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung zerstörte die Französische Revolution am Ende des 18. Jahrhunderts die absolutistische Herrschaft, die Privilegienordnung und die ständische Gliederung. In der Folge konkurrierten das besitzende Bürgertum (Bourgeoisie) und die städtischen sowie ländlichen Volksmassen mit Königtum (Monarchie), Adel und Kirche um die staatliche und gesellschaftliche Führung.

Die Ursachen der Französischen Revolution liegen vor allem in der gesellschaftlichen und finanziellen Krise des alten Königs- und Adelsregimes (Ancien Régime). Das Defizit des Staatshaushalts war durch die Unterstützung des amerikanischen Kampfes um Unabhängigkeit, durch die verschwenderische Hofhaltung des Königs und durch die ungleiche, steuerliche Belastung enorm angewachsen und wurde durch eine Wirtschaftskrise verschärft. Die Missernten von 1788 und 1789 führten durch den Preisanstieg zum Zusammenbruch der ländlichen Märkte und zur Industriekrise. Stilllegungen von Fabriken und einhergehende Arbeitslosigkeit führten zu Kaufkraftverfall, Armut und Hungersnot in den Städten.

In dieser Finanz- und Wirtschaftskrise verfügte das aufgeklärte, fortschrittsgläubige und reformwillige Bürgertum zwar über die ökonomische Macht, es fehlte aber die politische und soziale Gleichstellung mit den beiden führenden Ständen. Damit war Teilnahme an der Staatswillensbildung und Zugang zur politischen Mitwirkung an der Staatsgewalt verwehrt.

In der unmittelbaren Vorgeschichte der Revolution scheiterte die Lösung der Finanzkrise. Die Finanzminister suchten den Staatshaushalt durch Einführung einer allgemeinen Grundsteuer zu sanieren. Da diese Reformvorschläge nicht nur das aristokratische Steuerprivileg, sondern damit auch politische und soziale Vorrechte ausgehöhlt hätten, opponierte der Adel gegen die Monarchie. Derart beförderte er durch sein Festhalten an der überlebten Privilegienordnung die Funktion des Dritten Standes. Denn aufgrund des Teilstaatsbankrotts im August 1788 gab es für den König nur den Ausweg, durch die Einberufung der Generalstände und die Billigung neuer Steuern das Defizit abzubauen. Bei den Wahlen zu den Ständen formulierte der Dritte Stand in Beschwerdeschriften (cahiers de doléance) Reformvorschläge und programmatische Ziele.

Aufgrund der Ablehnung von Reformen durch Ludwig XVI. kam eine politische Dynamik in Gang, bei der "teleskopartig" drei Revolutionen ineinander geschoben waren: die staatsrechtliche der Abgeordneten in Versailles, die in Paris und jene auf dem Land. Zeitlich lassen sich die revolutionären Ereignisse in einer Epoche zusammenfassen, die von 1787 bzw. 1789 bis 1795 bzw. 1799 oder sogar bis zum Ende der napoleonischen Ära im Jahre 1815 reicht und die politische Zielvorgaben mit wirtschaftlichen und sozialen Ansprüchen verknüpft.

  1. Die Französische Revolution
  2. Die Chronik der Französischen Revolution

Bibliografie:

  • Günter Barudio: Paris im Rausch. Die Revolution in Frankreich 1789-1795, Gütersloh/München 1989
  • Louis Bergeron u.a.: Das Zeitalter der europäischen Revolution 1780-1848 (=Fischer Weltgeschichte, Bd. 26), Frankfurt a.M. 1969, Neuauflage 1988
  • François Furet, Denis Richet: Die Französische Revolution, Frankfurt a.M. 1968
  • Hans-Werner Prahl: Die großen Revolutionen. In: Panorama der Weltgeschichte. Hrsg. von Heinrich Pleticha, Bd. 2, Gütersloh 1996, S. 370-391
  • G. Pernoud und S. Flaissier (Hrsg.): Die Französische Revolution in Augenzeugenberichten, München 1989
  • Reden der Französischen Revolution, München 1989
  • Revolution française. In: Frankreich-Lexikon: Schlüsselbegriffe. Hrsg. von Bernhard Schmidt, Bd. 2, Berlin 1983, S. 285-300
Total votes: 0
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


0 Kommentare

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.