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THEMEN

Die Inka

Einführung

Im frühen 16. Jahrhundert erstreckte sich das von den Inka ("Volk der Sonne") regierte Reich entlang des Pazifik vom Gebiet des heutigen Ecuador bis nach Chile, also etwa über eine Entfernung von New York bis zum Panamakanal. Die Inka herrschten über eine Bevölkerung von mehr als 10 Millionen Menschen, zusammengesetzt aus ca. 100 Volksgruppen und Stämmen mit vielen verschiedenen Sprachen. Als offizielle Reichssprache wurde den unterworfenen Stämmen jedoch das Ketschua der Inka aufgezwungen. Ihre Hauptstadt Cuzco, hoch in den Anden gelegen, besaß elegante Paläste und Tempel, die meisterhafte Gold- und Silberarbeiten sowie wunderschöne Textilien bargen; große Vorratslager sicherten die Ernährung.

Obwohl die Inka viele Völker unterworfen haben, kam es abgesehen von dem Bürgerkrieg, zu keiner Destabilisierung innerhalb des Inkareiches von Seiten der unterworfenen Völker. Die Inka verstanden es die unterworfenen Völker richtig einzusetzten. So wurden Bauern in der Landwirtschaft eingesetzt, Soldaten für die Armee, Architekten und Steinmetze für den Bau von Straßen, Brücken und Tempeln gebraucht. Hohe Würdenträger der verschiedenen, unterworfenen Stämme siedelten sie in der Hauptstadt Cuzco an und betrauten sie mit wichtigen Verwaltungsaufgaben. Dies sicherte die Loyalität zu den neuen Herrschern.

Im Inkareich war ein 40 000 Kilometer langes Straßennetz aufgebaut mit zwei Hauptstraßen. Die erste Hauptstraße verlief von Cuzco nach Quito und war etwa 5200 km lang. Die zweite Hauptstraße war eine Parallelstraße entlang der Küste mit ungefähr 4000 km Länge. Allgemein waren die Straßen 1 bis 16 Meter breit. Sogar Brücken entstanden während der Inkazeit. Dieses hervorragende Straßennetz ermöglichte der Inka-Führung in Cuzco, schnell auf Ereignisse in irgendeinem Teil ihres Machtbereiches zu reagieren. An strategisch wichtigen Positionen waren Festungen mit Truppen und Lagerhäuser für Grundnahrungsmittel angelegt. Medizinisch waren die Inka fortschrittlich. Operationen an Schädeln belegen dies. Weiterhin stellten sie Waffen und Werkzeuge aus Bronze und Kupfer, Kleider aus Wolle her und konnten keramische Gegenstände erzeugen. Ein hervorzuhebendes Beispiel des architektonischen Fortschritts der Inkas ist die Festung Machu Picchu. Wie die spanischen Eroberer sind heute die Touristen von diesen Bauwerk beeindruckt.

Obwohl sie keine eigentliche Schrift kannten, wurden Botschaften, Informationen und Statistiken übermittelt. Die Übermittlung fand mit Hilfe der Knotenschrift Quipú statt. Es war eine reine Zählschrift, die sich jedoch nur auf den einstelligen Bereich konzentrierte. Die Zahl 1 wurde mit einem Knoten symbolisiert, die Zahl 2 mit zwei Knoten usw. Zum Verständnis der Knoten war nicht nur die Anzahl entscheidend, sondern auch die Position und die Farbe. Die Inka wussten so genauestens Bescheid über den jeweiligen Bestand an Rohstoffen und Nahrungsmitteln sowie über die Menschen in ihrem Reich, die in abgabepflichtige Einheiten von 100 bis zu 10 000 Personen zusammengefasst waren. Trotz dieser hervorragenden staatlichen Organisation brach das riesige Reich Mitte des 16. Jahrhunderts zusammen.

Woher die Inka kamen, ist ungewiss.Vermutlich ließen sie sich um 1250 im Tal von Cuzco im heutigen Peru nieder. Erst etwa 200 Jahre später begannen sie, ihr Herrschaftsgebiet auszudehnen, doch schon um 1463 beherrschten die Inka den größten Teil Perus. Ihr Regent zu jener Zeit war Pachacutec Yupanqui, ein glänzender Heeresführer und Administrator. Er und sein Sohn Topa versuchten, das Reich nach Norden zu erweitern, und 1471 hatten sie Quito, Hauptstadt des heutigen Ecuador, erreicht. Im gleichen Jahr übernahm Topa die Führung, und als er 1493 starb, folgte ihm sein Sohn Huayna Capac auf den Thron. Huayna Capac zog von Quito aus ins ecuadorianische Tiefland und eroberte große, um das heutige Guayaquil gelegene Gebiete. Im Norden rückte er bis zur heutigen kolumbianischen Grenze vor.

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