Die Römische Küche
Einleitung
Mehlbrei, Zwiebeln und Hülsenfrüchte auf der einen, raffiniertester Gaumenkitzel und Tafelluxus auf der anderen Seite - das sind die Grenzwerte, zwischen denen sich die Ernährung der Römer bewegte. Einfach bäuerlich, ja geradezu primitiv war das Essen noch bis zum 2. vorchristlichen Jahrhundert. Ein dicker Brei aus geröstetem Spelt bildete das Hauptgericht für die Armen wie für die Reichen und ersetzte weitgehend das Brot. Kohl und Lauch aus dem Gemüsegarten, grüne und weiße Bohnen, Kichererbsen und Linsen ergänzten das Mahl und konnten auch, je nach Geschmack, mit dem Brei zusammengekocht werden. Fleisch kam nur selten auf den Tisch, nicht einmal bei den Wohlhabenderen. Häufiger noch in Salzlake eingelegte Fische, die auch für die Armen erschwinglich waren, soweit sie sich an der Küste nicht gleich selbst mit frischem Fang versorgen konnten. Als der Dichter Juvenal um 100 n. Chr. einem Freund ein bescheidenes Menü aufzählt, bestehend aus einem fetten Böcklein, dazu Spargel und Eier, als Nachtisch getrocknete Trauben, sowie Birnen und Äpfel, betont er, gleichsam entschuldigend, dass so ein Schmaus früher einmal sogar bei Senatoren als üppig galt. Und er setzt hinzu, dass es Sitte war, Schweinsrücken zu dörren und für die Festtage zur Bewirtung der Freunde aufzuheben. Cato führt in seinem Buch über die Landwirtschaft einige für die Zeit um 200 v. Chr. typische bäuerliche Rezepte an. So sollen Käsekugeln aus einem Brei von Speltgraupen und frischem Schafskäse geformt und in einem Kessel mit Fett gesotten werden. Danach werden sie mit Honig bestrichen und mit Mohn bestreut.
Für Jahrhunderte bestimmte die Eintönigkeit den römischen Küchenzettel. Als sich dann seit dem 2. vorchristlichen Jahrhundert unter orientalischem Einfluss Geschmack und Essen verfeinerten und in der vornehmen Gesellschaft der Tafelluxus aufkam, machten Schriftsteller aus der alten Not eine vaterländische Tugend: "Die größten Männer trugen kein Bedenken, vor aller Augen zu Mittag und zu Abend zu speisen ... Sie waren so auf Enthaltsamkeit bedacht, dass bei ihnen der Brei häufiger verzehrt wurde als das Brot", vermerkt der Schriftsteller Valerius Maximus rückblickend zu Beginn des l. nachchristlichen Jahrhunderts.
Bibliografie:
- Artikel Ernährung. In: Der neue Pauly. Enzyklopädie der Antike Bd. 4, Stuttgart, Weimar 1998
- Marcus Junkelmann: Aus dem Füllhorn Roms. 34 Originalrezepte aus der römischen Küche, Mainz 2000
- Marcus Junkelmann: Panis Militaris. Die Ernährung des römischen Soldaten oder der Grundstoff der Macht, Mainz 1997
- Irene Schwarz: Diaita. Ernährung der Griechen und Römer im Klassischen Altertum. Eine altsprachlich-ernährungswissenschaftliche Studie, Innsbruck 1995








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