Total votes: 5
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
THEMEN

Die Sahara

Die Sahara als Naturraum

Ein arabisches Sprichwort sagt: »Die Sahara ist der Garten Allahs, aus dem er alles überflüssige menschliche und tierische Leben entfernt hat, damit es einen Ort gebe, wo er in Frieden wandeln könne.« Abgesehen von einigen wenigen Stellen, wo die Menschen inzwischen das Bild dieses »Gartens« verändert haben, und wo es zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommt, ist diese größte Wüste der Erde auch heute noch eine Landschaft, die diesem Bild entspricht. Von den Arabern hat die Sahara seit dem Mittelalter auch ihren Namen »es-sahhara«, was so viel wie »wüste Ebene« bedeutet.

Die Sahara dehnt sich auf einer Länge von rund 6000 km entlang des nördlichen Wendekreises vom Atlantik bis zum Roten Meer aus und umfasst mit ca. 8 Millionen km2 fast ein Viertel Afrikas. Im Norden wird sie nur durch das Atlasgebirge vom Mittelmeer getrennt. Im Südosten wird die Grenze der Sahara vom äthiopischen Bergland gebildet, ansonsten ist der Übergang zur Sahelzone eher fließend. Als klimatische Grenze wird die etwa von Nouakchott über Timbuktu nach Khartoum verlaufende Linie mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 150 mm angesehen.

Die charakteristische Oberflächenform der Sahara ist die Ebene, die nur durch die zwei Hochgebirge Hoggar (Ahaggar) und Tibesti und deren südliche Ausläufer im Zentrum unterbrochen wird. Sie sind vulkanischen Ursprungs und bestehen aus Basalten und Graniten, die zum Teil unter Einfluss von Wind und Sand über Jahrmillionen bizarre Formen entwickelt haben. Hoggar und Tibesti erscheinen mit ihren Nebengebirgen, als so genannte Mittelsaharische Schwelle, auf der Karte als nach Süden hin offener Bogen, der die Ebenen, wie das als besonders unwirtlich berüchtigte Ténéré, sowie das Aïr-Gebirge umschließt. Außerhalb dieses Bogens liegen die großen Ebenen der libysch-ägyptischen Wüste und der westlichen Sahara mit den isoliertesten Siedlungen Taoudenni und Kufrah.

Die Ebenen sind im Gegensatz zur verbreiteten Vorstellung nur zu einem kleineren Teil von Sanddünen bedeckt. Doch der Eindruck, der von dem Zusammenspiel von Wind und Sand mit all seinen harmonisch gebildeten Formen, den sanft gerundeten Höhenzügen der Sanddünen, ausgeht, hat das Bild der Wüste am nachhaltigsten geprägt. Der größere Teil der Sahara, rund vier Fünftel, besteht aber aus Stein- und Geröllwüsten, wie z.B. Hammada, Reg und Serir. Der Sand der Sahara ist im Wesentlichen das Ergebnis von Verwitterung und Erosion, die im Laufe langer Zeiträume mächtige Gebirge und Felsen in wahre Trümmerlandschaften verwandelt haben, bis diese am Ende zu Sand und Staub zerfallen sind. Dieser Prozess dauert an und verändert noch heute ständig das Landschaftsbild. Der Grund liegt in dem extremen Kontinentalklima mit starken Temperaturschwankungen zwischen den kalten Nächten und der hohen Sonneneinstrahlung am Tag. Auch Regenfälle kommen in der Sahara vor, aber oft dauert es mehrere Jahre, bis ein Wolkenbruch für ein paar Stunden niedergeht und Trockentäler in reißende Ströme und die Wüste in einen blühenden Garten verwandelt.

In vorgeschichtlicher Zeit war die Sahara eine grüne Landschaft, und selbst in der Feuchtperiode nach der letzten Eiszeit gab es in den Gebirgen der zentralen Sahara noch Wälder mit Bäumen. Erst vor rund 5000 Jahren begann durch die allgemeine Erwärmung die Trockenzeit mit dem bis heute vorherrschenden Wüstenklima. Im Rahmen der jüngeren Klimaveränderungen nimmt die Trockenheit der Sahara zwar nicht zu, aber die Wüste breitet sich immer weiter aus. Das Vordringen der Sahara in die ihr vorgelagerte Sahelzone wurde schon in den 1930er Jahren als Folge der menschlichen Zivilisation erkannt.

  1. Die Sahara als Naturraum
  2. »Die Wüste lebt«
  3. Die Sahara als Lebensraum
  4. Die ersten Einwohner
  5. Europäer erforschen die Wüste
  6. Die Tuareg
  7. Die Gesellschaftsstruktur
  8. Die Zukunft
Total votes: 5
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


0 Kommentare

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.

AUDIO

Worüber wir uns aufregen (und wie man wieder runterkommt) (Podcast 107)

Stress
Nur nicht aufregen - was Menschen auf die Palme bringt. mehr...
Anhören