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THEMEN

Die Sprachen des World Wide Web

Das Netz der Netze

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Das Internet ist heute ohne das World Wide Web, kurz Web, WWW oder W3, gar nicht mehr denkbar und wird von manchen Anwendern sogar mit ihm gleichgesetzt. Dabei wurde das Web erst um 1990 am Genfer Hochenergieforschungszentrum CERN ins Leben gerufen, während das Internet schon in den 60er-Jahren vom US-amerikanischen Verteidigungsministerium entwickelt wurde. Bei der Entwicklung des Web ging es darum, wissenschaftliche Dokumente im Internet darzustellen, wobei einfache Textformatierung und das Einbinden von Grafik möglich sein sollte. Wesentlich war aber auch die Idee, Hypertextfunktionen einzubauen. Damit können Dokumente Verweise auf beliebige andere Dokumente enthalten, auch, wenn diese auf ganz anderen Internet-Servern liegen. Diese Internet-Server sind physikalisch Rechner mit permanenter Internet-Anbindung. Auf ihnen läuft eine Webserver-Software, die beispielsweise HTTP-Dienste anbietet.

So stand das Projekt auf zwei Säulen, dem Dateiformat HTML (Hypertext Markup Language) und dem Internet-Protokoll HTTP (Hypertext Transfer Protocol). HTML beschreibt die Dokument-Struktur, HTTP bestimmt die Übertragung im Internet. Neue Anwender-Software sollte die Dokumente im HTML-Format aus dem Internet auf den eigenen Computer übertragen, dort anzeigen und Verweisen auf andere Dokumente folgen können. Wegen der praktisch weltweiten Vernetzung wurde das ganze Projekt World Wide Web (weltweites Netz) getauft. Gleichzeitig wurden WWW-Server eingerichtet, die das neue HTTP-Protokoll unterstützten. Das WWW blieb jedoch nicht lange auf den wissenschaftlichen Bereich beschränkt, es breitete sich in den privaten und kommerziellen Bereich aus, machte das Internet populär und entwickelte sich zu einem weltweiten Phänomen.

Der Browser und das Web

Das Web bietet eine benutzerfreundliche Möglichkeit, im Internet "verstreute" Informationen und Dokumente darzustellen. Durch die Benutzung einer Auszeichnungssprache wie HTML, wird die Übertragung der Daten von ihrer Darstellung am heimischen Computer getrennt. Der Server, der ein HTML-Dokument zur Verfügung stellt, ist allerdings nicht dafür zuständig, wie die Daten beim Empfänger aussehen. Die Visualisierung der Daten wird einer Software im empfangenden Computer überlassen, dem Browser. Je nach Browser-Typ können die HTML-Dokumente anders dargestellt werden. Der eine Browser nimmt für eine Tabelle möglicherweise einen dünneren Rahmen als der andere, oder er stellt eine Überschrift in einer anderen Schriftart dar als sein Kollege. Die logische Struktur des Dokuments bleibt jedoch unabhängig vom Browser-Typ erhalten. Eine Überschrift bleibt eine Überschrift, eine Tabelle wird als Tabelle dargestellt.

HTML ist eine Auszeichnungssprache

HTML ist eine so genannte Auszeichnungssprache (Markup Language). Sie beschreibt die strukturellen Bestandteile eines Dokuments. Zu diesem Zweck enthält HTML Anweisungen zur Darstellung typischer Elemente eines Dokuments, wie Überschriften, Textabsätze, Listen, Tabellen oder Grafiken. Dabei geht HTML weitgehend von einer hierarchischen Gliederung des Dokuments aus. So haben Dokumente globale Eigenschaften wie beispielsweise einen Titel oder eine Hintergrundfarbe. Der eigentliche Inhalt besteht aus Elementen, zum Beispiel einer Überschrift 1. Ordnung. Einige dieser Elemente haben wiederum Unterelemente. Ein Textabsatz kann zum Beispiel eine als fett markierte Textstelle enthalten, eine Aufzählungsliste besteht aus einzelnen Listenpunkten, und eine Tabelle aus einzelne Tabellenzellen.

HTML-Anweisungen werden als so genannte Tags bezeichnet und durch spitze Klammern markiert. Fast alle HTML-Befehle bestehen aus einem einleitenden und einem abschließenden Tag und beziehen sich nur auf den Text dazwischen. Ein Browser, der die HTML-Datei darstellen soll, interpretiert die Tags und stellt den Text entsprechend dar. Zur Erläuterung ein Beispiel: <h4>text</h4>. In diesem Fall signalisiert das einleitende Tag, dass eine Überschrift 4. Ordnung folgt. "h" steht für das englische Wort "heading", also Überschrift. Das abschließende Tag signalisiert das Ende des Überschriftentextes. Ein abschließendes Tag ist immer durch einen Schrägstrich "/" gekennzeichnet. Der Text zwischen den Tags würde in einem Browser demnach als Überschrift 4. Ordnung angezeigt. HTML unterscheidet insgesamt sechs Überschriftenebenen, um Hierarchieverhältnisse in Dokumenten abzubilden.

Um Informationen weltweit miteinander verknüpfen zu können, gibt es in HTML die Möglichkeit Hyperlinks zu definieren. Wird in einem HTML-Dokument ein Wort, eine Grafik oder ein anders Element als Hyperlink definiert, verweist dieses Element auf eine andere Stelle im gleichen Dokument oder eine andere Datei. Bei dieser Datei kann es sich um eine weitere HTML-Datei, aber auch um Grafik-, Bild-, Ton- oder Video-Dateien handeln. Die Datei wird möglicherweise vom gleichen Server bereitgestellt wie das HTML-Dokument, das den Hyperlink enthält, sie kann aber auch weltweit auf irgendeinem anderen Server im Internet abgelegt sein.

Browser heben Hyperlinks meist hervor, beispielsweise durch Unterstreichung oder eine Farbe. Durch das Klicken mit der Maus auf Hyperlinks, kann man im Prinzip durch das ganze Word Wide Web navigieren. Damit der Browser weiß, von welchem Server oder aus welchem Verzeichnis eines lokalen Rechners er die Datei holen muss, wird im Hyperlink der URL (Uniform Resource Locator) angegeben. Beispiel: Der Hyperlink verweist auf den URL "http://www.homepage.de". Da hier keine spezielle Datei angegeben ist, wird der Web-Server seine Standard-Datei, meist "index.html" senden. "http://" wird vorangestellt, um dem Browser mitzuteilen, dass die Übertragung nach dem HTTP-Protokoll erfolgen soll. Wird es vom User nicht eingegeben, ergänzen es die Browser.

Text-Format

HTML-Dateien werden in einem Text-Format gespeichert. Sie können HTML-Dateien mit jedem beliebigen Texteditor erstellen oder bearbeiten, vorausgesetzt, er kann die Daten als reine Textdateien abspeichern, d.h. nicht in Formaten, die üblicherweise von Programmen wie z.B. Word verwendet werden. Zwar gibt es komfortable Programme, die auf das Editieren von HTML spezialisiert sind, doch das ändert nichts an der entscheidenden Eigenschaft: HTML ist nicht an ein bestimmtes Software-Produkt gebunden. Der „#x201e;#x201e;HTML-Code“ ist dem Englischen entlehnt, doch da die Anzahl der Anweisungen begrenzt ist, kann man sich auch ohne tiefere Kenntnisse der englischen Sprache in HTML hineindenken.

Da HTML ein Textformat ist, lässt es sich auch mit Hilfe von Programmen erzeugen. Von dieser Möglichkeit machen beispielsweise CGI-Programme Gebrauch. Wenn Sie im WWW zum Beispiel eine Suchmaschine benutzen und Ihnen nach einer Suchanfrage die Ergebnisse präsentiert werden, dann ist das, was Sie am Bildschirm sehen, eine HTML-Datei, die von einem Programm erzeugt wurde.

HTML ist universell

HTML ist eigentlich zum Erstellen von WWW-Seiten gedacht. "Uneigentlich" lassen sich HTML-Dateien längst nicht nur im Web benutzen. Es ist kein Problem, eine HTML-Datei auf einem beliebigen Rechner mit einem WWW-Browser anzuzeigen, unabhängig vom Internet. HTML-Dateien eignen sich somit hervorragend für lokale Dokumentationen, für DVD-ROM-Benutzeroberflächen, für Readme-Dateien und anderes. Mit HTML und seinen Ergänzungssprachen CSS (Cascading Style Sheets) und JavaScript, die ebenfalls lokal funktionieren, können Sie auch anspruchsvolle Projekte realisieren, die nicht für den Einsatz im WWW gedacht sind. Egal ob Sie Ihr Tagebuch für die Zukunft fit machen möchten, ob Sie der nächsten Version Ihrer Software eine HTML-basierte Online-Hilfe beifügen wollen, ob Sie eine Firmen-Präsentation erstellen oder ob Sie eine informative DVD-ROM produzieren wollen -- HTML ist weltweit verbreitet.

Eigene Stile kreieren

Mit HTML lässt sich der grundsätzliche Aufbau eines Dokuments festlegen. Aber HTML ist nicht dazu gedacht, anzugeben, wie ein Element exakt aussehen soll. Sie können innerhalb von HTML beispielsweise nicht festlegen, wie groß und in welcher Schriftart die Überschrift dargestellt werden soll. Das übernimmt der Browser bei der Anzeige. An diesem Punkt setzen die Cascading Style Sheets (CSS) ein.

CSS ist eine Ergänzungssprache für HTML. Sie fügt sich nahtlos in HTML ein und erlaubt das beliebige Formatieren einzelner HTML-Elemente. Mit Hilfe von CSS können Sie beispielsweise festlegen, dass alle Überschriften 1. Ordnung 24 Punkt groß sind, in roter Helvetica-Schrift, mit einem Nachabstand von 16 Punkt und mit einer grünen doppelten Rahmenlinie oberhalb dargestellt werden. Sie können aber ebenso für einen beliebigen Text festlegen, dass nur dieser Text 3 Zentimeter groß sein soll und eine gelbe Hintergrundfarbe erhält. Daneben enthält die CSS-Sprache auch Befehle zum punktgenauen Platzieren von Elementen am Bildschirm. Mit CSS können Sie somit festlegen, wie Ihr Dokument vom Browser dargestellt werden soll. Kleine Abweichungen können allerdings im Einzelfall trotzdem auftreten. Diese ergeben sich z.B. durch unterschiedliche Bildschirmauflösungen auf verschiedenen Plattformen wie z.B. Windows oder MacOS.

Formulare

Viele Suchdienste im Internet bieten Eingabe-Formulare an, in denen der Anwender seinen Suchwunsch eintippen kann. Zahlreich sind auch die Versandhändler im Internet. Egal ob Tickets, Pizza oder Unterwäsche, um solche Bestell-Dienste zu ermöglichen, sind Formulare erforderlich, in denen der Anwender seine Bestellung genau angeben kann. HTML ermöglicht mit Hilfe spezieller Befehle, Formulare zu erstellen. Formulare enthalten Felder, in die der Nutzer Daten eingeben kann. Unter anderem gibt es Textfelder und Listen, um Einträge auszuwählen. Wenn das Formular ausgefüllt ist, kann der Anwender auf einen Button klicken, um das Formular abzusenden. Dazu gibt der Programmierer beim Erstellen des Formulars an, was mit den eingetragenen Daten des Formulars passieren soll. Die Daten können beispielsweise per E-Mail weitergeleitet oder von einem CGI-Programm auf dem Server verarbeitet werden. Dort könnten beispielsweise Einträge in einer Datenbank gesucht, diese als HTML-Datei formatiert und zum Browser des Anwenders gesendet werden.

Dynamisches HTML

HTML ermöglicht es nicht, die Eingaben des Anwenders vor dem Absenden des Formulars auf Vollständigkeit und Plausibilität zu prüfen. Oder ein anderer Fall: Sie können in HTML zwar verschiedene Multimedia-Dateien in eine Webseite einbinden, aber Sie können nicht wissen, ob der Anwender einen Browser besitzt, der diese Dateien anzeigen kann. Da wäre es praktisch, den Befehl zum Einbinden der Datei von diesem Umstand abhängig zu machen. Für solche und andere Fälle wurden so genannte Skriptsprachen entwickelt, beispielsweise JavaScript. JavaScript-Befehle lassen sich direkt in HTML-Dateien einbauen oder als separate Datei einbinden. JavaScript Datei ermöglicht auch das nachträgliche Ändern, Einfügen oder Löschen aller Elemente der HTML-Datei. So werden vielfältige neue Effekte möglich, die mit herkömmlichem HTML nicht machbar sind. Ein Text kann etwa per Mausklick durch einen anderen ersetzt werden, Elemente können z.B. auf Mouseklicks oder Tastatureingaben hin oder zeitgesteuert verschwinden, eingeblendet und am Bildschirm verschoben werden.

HTML-Lernen

Auch beim Umgang mit HTML-Editoren wie z.B. Adobe Dreamweaver oder Netobjects Fusion sind Grundkenntnisse in HTML zwingend erforderlich. Im Prinzip ist HTML für alle, die über Englischkenntnisse verfügen, einfach zu erlernen. Als Lehrbuch und Nachschlagewerk ist besonders der Klassiker "SELFHTML" von Stefan Münz empfehlen, der auch online zugänglich ist und immer wieder aktualisiert wird.

Bibliografie:

  • G. Born: HTML5. Referenz und Nachschlagewerk, München 2011
  • S. Münz: Webseiten professionell erstellen. Programmierung, Design und Administration von Webseiten, München 2010
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