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THEMEN

Die Tuareg

Kurzeinführung

Tuareg (Einzahl: Targi; Eigenbezeichnung: Imuschag), Nomadenvolk in den Gebirgen der Zentralsahara und in der sich südlich anschließenden Savanne. Nur die nördlichen "weißen" Tuareg berberischen Ursprungs sind reine Wüstenbewohner, alle anderen (über 90%) leben in der Savanne. Sie besitzen ein ausgeprägtes Kastensystem. Die Männer tragen Gesichtsschleier. Die Tuareg sind Muslime, haben aber vorislamische Glaubensvorstellungen bewahrt und leben monogam. Sie sprechen tamaschek, eine Berbersprache mit mehreren Dialekten

Allgemeines

Das Territorium

Die Tuareg bewohnen die Gebirge der zentralen Sahara, das Hoggar-Gebirge und die Kel Ajjer-Berge, und in der Savanne der südlich anschließenden Sahelzone. Ihr Territorium liegt zwischen dem 13. und 29. Grad nördlicher Breite, dem 5. Grad westlicher und dem 11. Grad östlicher Länge. Es erstreckt sich über Algerien, Libyen, Niger, Burkina Faso und Mali.

Das Volk

"Die Tuareg", ein Volk von Nomaden und Halbnomaden, sind weder eine einheitliche Rasse noch eine Nation. Ihr Name geht möglicherweise auf das Arabische zurück und könnte Menschen, die "von Gott verstoßen" sind, bedeuten, ein Hinweis auf ihre räuberische Lebensweise in der Wüste und ihr unorthodoxes Verständnis des Islam. Die traditionelle Ethnologie betrachtete in ihrem engen Rassebegriff nur die "weißen" berberstämmigen Kastenmitglieder der Freien als Tuareg. Da sich aber die Tuareg selbst als Leute des tamaschek und Leute des Gesichtsschleiers definieren, ist es sinnvoller, ohne Ansehen von Kaste und Hautfarbe alle diejenigen dazuzuzählen, die tamaschek sprechen und bestimmte kulturelle Merkmale, wie etwa das Tragen des Gesichtsschleiers tugulmust aufweisen.

Die Tuareg gliedern sich in insgesamt acht Föderationen. Nur die "weißen" berberstämmigen Tuareg Kel Ahaggar, die in dem zentralsaharischen Gebirgsland Hoggar (Algerien) zu Hause sind, und Kel Ajjer, die in den Tassili-n-Ajjer-Bergen (Algerien und Libyen) leben, bewohnen die eigentliche Sahara, weshalb sie auch als Sahara- oder Nordtuareg bezeichnet werden.

Gesellschaftsordnung

Die traditionelle Gesellschaftsordnung der Tuareg zeigt eine starke hierarchische Gliederung. Die einzelnen, streng gegeneinander abgegrenzten Klassen unterscheiden sich nach ihrem religiösen und sozialen Prestige und ihrer politischen und wirtschaftlichen Macht. Die Zugehörigkeit zu den einzelnen Schichten wird matrilinear geregelt.

Das Gesellschaftssystem der Tuareg besteht aus drei Klassen, den Freien, den von ihnen Abhängigen und den so genannten Verachteten. Diese Klassen werden weiter unterteilt.

Die Freien

An der Spitze der Gesellschaftspyramide stehen die berberstämmigen hellhäutigen Imascheren, meist als Adelige oder Noble bezeichnet. Ihr Name bedeutet "Mensch der herrschenden Klasse" und ist mit der Wortwurzel von "plündern" verbunden, denn bewaffneter Raub steht als Recht der Noblen in hohem Ansehen. Auf den Kriegs- und Raubzügen sowie den Tributen der Abhängigen basierte die politische und wirtschaftliche Macht der Imascheren. Zucht und Haltung der Kamele ist ihr Privileg, obwohl sie die Arbeit meist an Vasallen übertragen. Aus den Imascheren wird auch der amenokal, der "Herr des Landes" gewählt, der politische Führer innerhalb einer Konföderation.

Die Schriftgelehrten (Ineslemen) bilden die folgende Schicht. Sie gehören ebenfalls zu den Freien, da sie weder Abgaben zahlen, noch Befehlen folgen müssen. Ihre Aufgabe ist die Kenntnis und das Studium des Islam. Ihr gesellschaftliches Prestige ist ähnlich hoch wie das der Imascheren, doch ihr Status lässt sich sowohl ererben als auch durch Studium erreichen.

Die Abhängigen

Die oberste Schicht in der Klasse der Abhängigen bilden die Vasallen (Imrad), die zwar auch hellhäutig, aber an die Weisungen der Noblen gebunden und ihnen tributpflichtig sind. Sie sind traditionell Ziegenzüchter (Kel Ulli, die Ziegenleute), hüten im Auftrag der Imascheren deren Kamele oder führen für sie Karawanen durch. Ihre Stellung ist relativ einflussreich, da sie bei der Wahl des amenokal Stimmrecht haben und ihnen erlaubt ist, die gleichen Waffen zu tragen wie die Noblen.

Tiefer stehen die Haratin, arabisch für "Nicht-Weiße", von den Tuareg als "Rote" (Issegaren) bezeichnet. Sie sind sesshaft lebende Oasenbauern, die von ehemaligen Sklaven arabischer Stämme abstammen und möglicherweise auf die neolithische Bevölkerung der Sahara zurückgehen.

Die Iklan, die Gruppe der Sklaven, steht allen vorangehenden Tuareg-Schichten zu Diensten. Sie sind die Nachkommen von Schwarzafrikanern, die vor Generationen in Westafrika erbeutet und in die Sklaverei entführt wurden. Obwohl sie rassisch in keiner Verbindung zu den "weißen Tuareg" stehen, sind sie kulturell fest mit ihnen verbunden. Nach dem Ende der Kolonialherrschaft erzwangen die neuen Regierungen, durchweg mit den Vorfahren dieser Sklaven rassisch verwandt, die Aufhebung der Sklaverei. Die ehemaligen Iklan bilden jetzt eigene Stammesverbände, wobei sie aber eng dem kulturellen Vorbild ihrer einstigen Herren folgen.

Die Verachteten

Die Klasse der Verachteten steht außerhalb der eigentlichen Tuareg-Hierarchie. Sie besteht aus den Enaden, den Schmieden, die aber ebenso mit der Leder- wie mit der Metallverarbeitung beschäftigt sind. Diese Schmiede sind wieder in einzelne Gruppen untergliedert, von denen jede für eine bestimmte Tuareg-Schicht arbeitet. Die Schmiede heiraten streng endogam, sprechen einen eigenen Dialekt, die "Geheimsprache der Schmiede", und Männer wie Frauen beherrschen fast durchweg die tifanar-Schrift. Da für die Schmiede der Schamkodex (tekarakit) nicht gilt, werden ihre Dienste für heikle diplomatische Missionen, als Vermittler zwischen zerstrittenen Parteien und ganz besonders als Überbringer von Heiratsanträgen häufig in Anspruch genommen.

Wirtschaft

Tierzucht

Die Tuareg leben je nach Territorium als Nomaden oder Halbnomaden; ihre wirtschaftliche Existenz basiert auf ihren Herden. Das höchste Ansehen genießen die Kamele (einhöckriges Kamel, Dromedar). Alle Arbeiten, die mit ihrer Pflege verbunden sind, sind Aufgaben der Männer und werden von den Imascheren an die Ziegen-Leuten übertragen. Die wirtschaftliche Bedeutung der Kamele hat die der Ziegen weit überholt; letztere werden heute fast ausschließlich von den Frauen gehalten.

Karawanenhandel

Obwohl Tuareg vor allem als Plünderer von Karawanen bekannt waren, organisierten sie selbst Karawanen im Transsaharahandel beziehungsweise sicherten gegen Schutzgeld deren Routen. Heute garantieren die binnensaharischen Karawanentransporte vor allem durch Handel von Salz aus dem Hoggar-Gebirge gegen Lebensmittel aus dem Niger das Überleben der Kel Ahaggar-Tuareg.

Landwirtschaft

Nachdem zahlreiche Tuareg unter äußerem Druck sesshaft wurden, gewann die Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung, wobei an die Noblen, bei denen das Bodeneigentum liegt, Abgaben entrichtet werden müssen. Im Norden kultivieren die Haratin in der Oasenwirtschaft dank künstlicher Bewässerung vor allem Gemüse und Datteln, im Süden bauen die Iklan im Regenfeldbau Hirse, Sorghum und Bohnen an.

Sozialleben

Kernzelle der Tuareg-Gesellschaft ist die Familie, "ehen n ma", das "Zelt der Mutter" genannt. Drei bis fünf solcher Kernfamilien bilden ein Lager (ariwan), die sich zu einem Lagerverband (amessr) von bis zu 20 Zelten zusammenschließen. Alle Lagerverbände, die sich blutsverwandt, häufig über die mütterliche Linie, von einem gemeinsamen Urahn ableiten, werden in einem Stamm (tauschit) zusammengefasst, den ein Häuptling (amrar) leitet.

Eheschließung

Die Gesellschaftsordnung der Tuareg ist matrilinear, die Kinder gehören der Schicht ihrer Mutter an. Die Ehen sind monogam und werden in aller Regel spät geschlossen. Die Ehen sind meist streng endogam, beide Ehepartner müssen aus der gleichen sozialen Schicht stammen. Bevorzugte Ehepartner sind Kreuzcousin- und -cousine (Kinder eines Onkels mütterlicherseits), wodurch sämtliche bei den Hochzeitsfeierlichkeiten ausgetauschten Güter innerhalb der Familie verbleiben. Für eine Eheschließung, die meist von einem Schmied vermittelt wird, ist die Zustimmung nicht nur der Eltern, sondern auch anderer Familienangehöriger nötig. Bei Kamelreitspielen oder auf dem ahal versuchen die jungen Männer, durch besondere Leistungen das Interesse der Frauen zu wecken. Vor der Ehe genießen auch Frauen sexuelle Freiheit. Die Jungfräulichkeit ist keine Ehevoraussetzungen. Voreheliche Schwangerschaften, die Schande über die Familie bringen würden, werden durch sexuelle Techniken oder Abortiva verhindert. Die Zahl der Ehescheidungen ist hoch; die Scheidung selbst wird von beiden Seiten betrieben.

Initiation

Im Alter von fünf bis acht Jahren werden nur die Knaben beschnitten; Mädchenbeschneidung praktizieren die Tuareg im Unterschied zu den Nachbarvölkern nicht. Die Knabenbeschneidung wird ebenso wie die erste Menstruation der Mädchen mit einem kleinen Fest gefeiert. Mit der Pubertät verlassen die Knaben das Zelt der Mutter und schließen sich mit Gleichaltrigen zusammen.

Sozialer Kodex

Jede soziale Schicht bewahrt ihre stark idealisierenden Wertvorstellungen, die sich aber insgesamt immer an den Idealen der Noblen orientieren. Eine Verletzung dieser Normen wird durch das soziale Schamgefühl (tekarakit) sanktioniert. Für Missionen, die eigentlich gegen das tekarakit verstoßen, werden gern die Schmiede herangezogen, für die diese Regeln nicht gelten.

Kultur

Religion

Obwohl sich sämtliche Tuareg als Muslime bezeichnen, sind sie in ihrem religiösen Eifer eher nachlässig; dazu kommt ihr animistischer Glaube an Geister (Kel Essuf) und Hexerei (etama), deren besonders die Schmiede verdächtig sind. Die islamische Gesellschaftsordnung spielt keine Rolle: Weder die starke soziale Stellung der Frau noch die sexuelle Freizügigkeit der Tuareg-Gesellschaft sind mit dem orthodoxen Islam vereinbar.

Bekleidung Kopftuch und Schleier

Wichtigster Teil der männlichen Bekleidung ist das weite Übergewand (tekamist) und die weiten Hosen (akerbey). Während die Männertracht relativ einheitlich ist, unterscheidet sich die Frauenkleidung regional sehr stark. Da die Tuareg selbst keine Stoffe weben, bestand die traditionelle Bekleidung aus Ziegenleder, das durch importierte Baumwollstoffe verdrängt wurde. Eine besondere Rolle spielte aber immer schon das aus dem Sudan importierte, mit Indigo überfärbte, glänzend tiefblaue Tuch. Aus ihm werden auch der tugulmust, der Gesichtsschleier der Männer, und der aleschu, das Kopftuch der Frauen, hergestellt. Beide Kleidungsstücke dienen der sozialen Interaktion: Gegenüber Fremden und sozial Höherstehenden verschleiern Tuareg ihr Gesicht. Das Wickeln des tugulmust ist besonders aufwendig und erlaubt durch typische Besonderheiten die regionale Einordnung eines Tuareg.

Schmuck

Die Schmuckstücke sind nicht nur geschlechtsspezifisch, sondern signalisieren auch, welchem Stamm beziehungsweise welcher sozialen Schicht der Träger angehört. Bedeutendste Schmuckstücke aus Metall sind Amulettbehälter und tenerelt oder sakkat, die so genannten "Kreuz"-Anhänger. Steinoberarmringe der Männer, ein Zeichen der Macht des Trägers, werden aus Speck- und Kalkstein hergestellt. Spezifisches Schmuckstück der Frauen sind die chomeissa, ein aus rautenförmigem Silberblech oder weißen Muscheln gefertigter Brustschmuck.

Schminke

Frauen wie Männer schminken sich mit kohel Ober- und Unterlidstrich, die Frauen verwenden Rouge aus Ockererde. Tätowierungen sind bei den Tuareg nicht bekannt, doch sie schätzen die vom Indigoabrieb der Stoffe blau gefärbt Haut.

Metallwaren und Waffen

Traditionelle Waffen sind Speere, Lanzen und das Schwert (takuba), das jedoch nur den Noblen zustand. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Schwertklingen aus Mitteleuropa (Solingen) in die Sahara exportiert, wobei die Tuareg-Schmiede die Klinge fassten und sowohl Griff als auch Scheide herstellten. Die Enaden fertigen das berühmte Tuaregschloss (tanast) mit Eisenschlüssel zum symbolischen Verschließen von Säcken oder Zelten. Die Verfügungsgewalt über die Schlüssel liegt bei den Frauen.

Sprache, Schrift und Dichtung

Die Tuareg-Sprache tamaschek oder tamahak gehört als Berbersprache zur semito-hamatischen Sprachfamilie und gliedert sich in fünf wichtige Dialekte. Die Tuareg verfügen über eine Konsonantenschrift (tifinar), die auf ein altlibysches Alphabet zurückgeht, und vor allem für Rätselspiele oder als Kodes für erotische Dichtung verwendet wird. Sprache und Schrift sammelte der französische Missionar Charles de Foucauld in seinem vierbändigen "Dictionnaire - Touareg - Française" und den zweibändigen "PoÈsies TouarËgues". Dichtkunst und Gesangvortrag gehören zum Ideal der Noblen und verleihen soziales Prestige, weshalb Berufsmusiker bei den Tuareg nicht bekannt sind. Als Musikinstrumente werden von Frauen Trommeln und einsaitige Geigen (imsad), von den Männern auch vierlöchrige Flöten gespielt. Beim ahal, einer zwanglosen, von Frauen geleiteten Zusammenkunft, müssen Männer und Frauen ihr lyrisches Talent beweisen. Hier tragen Männer die Lobgesänge auf ihre Angebete vor. Durch kurze Tanzeinlagen mit einem Schwert versuchen junge Männer bei Festlichkeiten vor den Frauen zu imponieren; die Frauen selbst tanzen nur selten.

Geschichte

Frühzeit

Die frühe Geschichte der Tuareg, wie aller Berbervölker, ist in weiten Zügen unsicher. In der Antike galten die nordafrikanischen Gebiete südlich des karthagischen Reichs als von unzivilisierten Barbarenstämmen bewohntes Ödland, das während der römischen Herrschaft der Limes abriegelte. Erste Erwähnungen von "verschleierten Männern" in den afrikanischen Wüsten finden sich im sechsten und siebten Jahrhundert. Etwa zur gleichen Zeit wurde nahe Abelessa die im Hoggar-Gebirge legendäre marokkanische Berber-Adelige Tin-Hinan beigesetzt, welche die Kel Ahaggar als ihre Ahnin beanspruchen. Als sichere Vorfahren der Tuareg galten im 15. Jahrhundert Kamelreiter, die Razzien gegen Karawanen und Siedlungen durchführen. Die "weißen" Tuareg-Stämme der Kel Ahaggar und Kel Ajjer schienen schon damals in den Bergländern der Zentralsahara ansässig gewesen zu sein. Die weitere Geschichte dieser Tuareg-Gruppen ist freilich ebenso von ihren Raubzügen wie von ihren unablässigen verlustreichen inneren Zwistigkeiten geprägt, die bis heute Bestand haben.

Entdecker und Forscher

1470 erreichte Benedetto Dei, Emissär italienischer Bankiers und Kaufleute, nach Durchquerung der Tuareg-Gebiete tatsächlich den sagenhaften Goldhandelsplatz Timbuktu. Weitere Forschungsreisen folgten erst Ende des 18. Jahrhunderts (1798, Friedrich Hornemann). 1849 bis 1855 bereiste Heinrich Barth zusammen mit James Richardson und Adolf Overweg die Sahara und fasste seine Ergebnisse in einem fünfbändigen Werk "Reisen und Entdeckungen in Nord- und Zentralafrika 18491855" zusammen, das heute noch Standardwerk der Tuareg-Forschung ist.

Kolonialzeit

1830 begann mit der Eroberung der osmanischen Piratenstadt Algier die Kolonialisierung Nordafrikas durch Frankreich. Die Rivalität zwischen Frankreich, dem Osmanischen Reich und den Tuareg um die Kontrolle der Transsahara-Karawanenrouten führte zu einem völligen Verlust der Rechtssicherheit; unter dem Druck der Plünderungen wurden Oasenorte verlassen und die Handelsströme nach Süden und Südwesten zu den Häfen der Küstenländer verlagert. Gegen die koloniale Expansion Frankreichs im Sahel und in der Sahara leisteten die Tuareg erbitterten Widerstand, der aber durch die Rebellion der Mali-Tuareg 1916 endgültig niedergeschlagen wurde.

Nachkoloniale Zeit

Während der Kolonialzeit wurden die Tuareg von der Kolonialadministration privilegiert behandelt und blieben während des algerischen Unabhängigkeitskriegs (19541962) neutral beziehungsweise sympathisierten mit der Kolonialmacht, die einen "Tuareg-Nationalstaat" unter französischer Schirmherrschaft einrichten wollte. Das islamisch-arabische Algerien reagierte nach der Unabhängigkeitserklärung mit der Zwangsassimilierung der Tuareg. Auch in den Staaten südlich der Sahara, deren Regierung nach den Unabhängigkeitserklärungen von Schwarzafrikanern und damit von ethnisch Verwandten der ehemaligen Tuareg-Sklaven übernommen wurde, gerieten die Tuareg unter militärischen Druck. Lediglich in Niger schlossen am 28. November 1998 die Regierung und die Tuareg-Rebellen ein Friedensabkommen, aufgrund dessen die Rebellentruppen in die reguläre Armee integriert und ein Tuareg-Führer zum Staatssekretär für Tourismus ernannt wurde.

Bibliografie:

  • P. Fuchs: Menschen der Wüste, 1991
  • G. Göttler/E. Därr: Algerische Sahara. Reisehandbuch für individuelles Entdecken der Welt der Tuareg, 2002
  • G. Klute: Die schwerste Arbeit der Welt, 1992
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Der Text ist sehr verständlich und ist in gute Abschnitte geteilt. Besser wär es wenn man zu jedem Abschnitt Bilder hätte so könnte man es sich besser vorstellen.